Sturm „Sabine“ ist am Sonntag in Deutschland angekommen - und weite Teile der Republik sind von den Auswirkungen (oder werden bis in den Wochenstart hinein) betroffen sein. Überall werden Vorbereitungen für den Orkan getroffen. In Baden-Württemberg etwa derart, als dass das Kultusministerium des Landes eine Schulbefreiung für Kinder in Aussicht gestellt hat. In Bayern, konkret im Landkreis Neu-Ulm, gibt es Regelungen zu Schulausfall und schulfrei.

Doch wie sieht es für Arbeitnehmer im Falle eines Sturms eigentlich aus? Ähnlich wie im Sommer bei großer Hitze (“Gibt es hitzefrei auf der Arbeit?“) gibt es auch angesichts des Orkans „Sabine“ die Frage: Muss ich eigentlich zur Arbeit gehen?

Arbeitsrecht und Sturm: Darf ich zuhause bleiben?

Grundsätzlich müssen Arbeitnehmer pünktlich bei der Arbeit erscheinen – auch wenn Unwetter und Sturm für Verkehrsbehinderungen auf den Straßen oder verspätete Züge sorgen. Das liegt darin, dass der Arbeitnehmer das sogenannte „Wegerisiko“ trägt, wie ein Experte in einem Artikel des Redaktionsnetzwerks Deutschland ausführt. Konkret: Der Arbeitnehmer ist dafür verantwortlich, rechtzeitig auf der Arbeit zu erscheinen. Ansonsten gelte - pauschal formuliert - „keine Arbeit, kein Lohn“.

Sturm und Unwetter: „Begründete Arbeitsverhinderung“?

„Sturmfrei“ für Arbeitnehmer per se gibt es also nicht. Drohen Sturm und Unwetter den Weg zur Arbeit zu beeinträchtigen, ist der Arbeitnehmer deshalb also in der Pflicht, mehr Zeit für den Weg einzuplanen.

Anders aber sieht es dem Artikel des RND zufolge aus, wenn etwa von Meteorologen vor Gefahr durch umgefallene Bäume oder abgedeckte Dächer gewarnt wird. Kurzum: Bei einem Sturm, vor dem im Voraus gewarnt wird, kann eine sogenannte begründete Arbeitsverhinderung vorliegen. Dass es in einer solchen Situation eine Abmahnung gibt oder gar eine Kündigung droht, ist einem Bericht der „Bild“ zufolge sehr unwahrscheinlich.

Wichtig in jedem Fall - egal ob Verspätung oder sogar sturmbedingtem Fernbleiben von der Arbeit: Der Arbeitnehmer sollte seinen Chef informieren. Das könne dem Artikel nach per Telefon, SMS oder E-Mail erfolgen.

Und: Ein Kompromiss kann es einem Bericht des „Focus“ nach immer sein, dem Arbeitgeber „zuvorzukommen“ und etwa anzubieten, daheim zu arbeiten oder verlorene Zeit nachzuholen.

Arbeiten bei Sturm: Habe ich Anspruch auf Lohn, wenn ich zuhause bleibe?

Nein. Das folgt aus dem oben Beschriebenen. Wer wegen einer Unwetterwarnung zu spät oder gar nicht zur Arbeit kommt, hat generell keinen Anspruch auf Bezahlung. Auch Gründe wie Streiks, Fahrverbote, Straßensperren, Demos oder Hochwasser gelten demnach nicht. Die in dem Artikel genannte Begründung: Es handelt sich in allen Fällen um äußere Ereignisse.

Wie könnte eine Lösung aussehen? Der Arbeitnehmer nimmt einen freien Tag oder Urlaub. Eine Ausnahme könnte die witterungsbedingte Schließung des Kindergartens des Kindes darstellen. Aus diesem subjektiven Grund kann es trotz des Fernbleibens von der Arbeit zumindest für ein paar Tage zu einer Lohnfortzahlung kommen.

Grundsätzlich gilt auch im Falle eines Sturms für die Arbeit: "Keine Arbeit, kein Lohn". Sollte ein Arbeitnehmer witterungsbedingt dennoch nicht kommen können, ist eine schnelle Meldung beim Arbeitgeber angebracht - ebenso sollten ein freier Tag oder Urlaub genommen werden. (Symbolbild)
Grundsätzlich gilt auch im Falle eines Sturms für die Arbeit: „Keine Arbeit, kein Lohn“. Sollte ein Arbeitnehmer witterungsbedingt dennoch nicht kommen können, ist eine schnelle Meldung beim Arbeitgeber angebracht - ebenso sollten ein freier Tag oder Urlaub genommen werden. (Symbolbild)
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Wo ist das Arbeitsrecht bei Sturm geregelt?

Abschließend heißt es in dem Artikel der „Bild“: „Geregelt wird der Anspruch auf Vergütung bei vorübergehender Verhinderung im Paragraf 616 BGB. Dessen Bestimmung kann jedoch im Arbeitsvertrag geändert werden, beispielsweise im Arbeits- oder Tarifvertrag.“