„Sabine“ ist vorübergezogen. Der Orkan hatte am Sonntag Deutschland erreicht und sich seinen Weg von Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen über Hessen und Thüringen nach Bayern und Baden-Württemberg gebahnt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte Unwetterwarnungen für Teile Deutschlands wegen des Sturmtiefs mittlerweile bis zum frühen Montagabend herausgegeben. Nun gibt es eine erste Bilanz.

Flughafen München nimmt Flugverkehr wieder auf

Am Münchner Flughafen hat sich der Flugbetrieb am Dienstagmorgen wieder normalisiert. Alle Starts und Landungen wurden seit den frühen Morgenstunden regulär durchgeführt, wie ein Sprecher des Flughafens erklärte. Der Sturm hatte am Montag zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Auch in Nürnberg und Memmingen kam es zu Ausfällen, aber in einem deutlich geringeren Umfang. Etwa 80 von 1000 Flügen am Münchner Airport sollten auch am Dienstag noch ausfallen. Dies sei Folge der Flugannullierungen vom Montag, als Crews und Flugzeuge auf andere Flughäfen ausweichen mussten.

Bahn am Dienstag noch teilweise eingeschränkt

Wie die Deutsche Bahn mitteilt, bleibt der Fernverkehr nach Sturm „Sabine“ auch am Dienstag noch teilweise eingeschränkt. Viele der vom Orkan betroffenen Strecken seien wieder freigegeben, man erwarte weitestgehend normalen Betrieb, heißt es in den aktuellen Verkehrsmeldungen. Trotzdem kann es nach wie vor zu Ausfällen kommen. Außerdem werde eine hohe Auslastung der Fernverkehrszüge erwartet.

Aktuell ist die Verbindung zwischen Tuttlingen und Singen (Strecke Stuttgart-Singen) aufgrund von Sturmschäden unterbrochen und kann voraussichtlich erst am Dienstagmittag wieder befahren werden. Ebenso ist die Strecke der EuroCity-Züge zwischen München und Zürich noch gesperrt.

Sturm „Sabine“: Wirtschaftliche Folgen dürften immens sein

Das Orkantief „Sabine“ ist am Montagmorgen über Baden-Württemberg hinweggezogen, ohne die befürchteten großen Schäden zu hinterlassen. Zwar wurden zahlreiche Bäume entwurzelt, Straßen gesperrt und einige Dächer abgedeckt. Allerdings erlitten nur wenige Menschen Verletzungen, mindestens ein Autofahrer wurde schwer verletzt. „Noch ist alles glimpflich verlaufen“, sagte ein Polizeisprecher im Lagezentrum des Innenministeriums am Morgen.

Die wirtschaftlichen Folgen von „Sabine“ dürften dagegen immens sein. Denn wo das Tief über das Land fegte, fuhr kaum noch ein Zug. Zehntausende Pendler steckten fest und kamen nicht zur Arbeit. Auch Dutzende Starts und Landungen am Flughafen in Stuttgart wurden gestrichen.

Bis in die Mittagsstunden erreichten die Böen teilweise orkanartige Kraft vor allem über dem Schwarzwald. Auf dem Feldberg erreichte der Wind Geschwindigkeiten von bis zu 177 Stundenkilometern. Erst gegen Mittag hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Unwetterwarnungen schrittweise auf.

Spektakulär: Sturm fegt Dach der Kripo Ulm weg

Auch in Ulm hat Sabine Spuren hinterlassen. Der Sturm fegte das Dach der Kripo Ulm in Söflingen weg. Es krachte auf in der Straße parkende Autos.

Sturm: Regionalverkehr in Baden-Württemberg startet „frühestens am Mittag“

Update 11.15 Uhr: Nach den heftigen Sturm- und Orkanböen des Tiefs „Sabine“ am Montagmorgen steht der Regionalverkehr in Baden-Württemberg länger still als bislang geplant. „Frühestens am Mittag“ würden sich die ersten Züge wieder in Gang setzen, sagte ein Bahnsprecher. Zwar seien die Schienen und Verbindungen am frühen Morgen auf Schäden geprüft worden, allerdings seien nach weiteren starken Winden erneute Erkundungsfahrten nötig. „Soweit möglich wird der Verkehr im Anschluss an etwaige Reparaturarbeiten dann auf den Strecken wieder aufgenommen“,teilte die Bahn mit.

Folgende Strecken im Nahverkehr sind aktuell nicht befahrbar:

  • Aulendorf - Friedrichshafen
  • Ulm - Aalen
  • Tübingen - Plochingen
  • Aulendorf - Kißlegg
  • Tuttlingen - Engen
  • Himmelreich - Titisee – Hier gibt es am Dienstag einen Schienenersatzverkehr
  • Titisee - Donaueschingen – Hier gibt es einen Ersatzverkehr zwischen Donaueschingen und Neustadt
  • Singen - Radolfzell – Hier gibt es einen Ersatzverkehr Singen, Radolfzell und Konstanz
  • Offenburg - Konstanz – Hier gibt es einen Ersatzverkehr zwischen Hausach und Villingen
  • Der Zugverkehr auf den Strecken Regensburg – Ingolstadt – Ulm, sowie Regensburg – Neumarkt Oberpf. ist ebenfalls komplett eingestellt. Teilweise wird ein Ersatzverkehr bereitgestellt.

S-Bahn Stuttgart hat Betrieb wieder aufgenommen

Die S-Bahn Stuttgart hat ihren Betrieb auf allen Linien wieder aufgenommen. Alle Linien werden nur im Halbstundentakt bedient. Die S-Bahnen fahren mit maximal möglicher Zuglänge.

Entwurzelte Bäume, gesperrte Straßen, Einsatz in Memmingen

Ein kleines Zwischenfazit aus anderen Teilen Baden-Württembergs: Bei Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) krachte ein Baum auf das Dach eines Wagens. Ein Mensch wurde dabei verletzt. In Eppingen (Kreis Heilbronn) fiel ein Teil eines Lastwagens auf ein Auto, ein Mensch erlitt schwere Verletzungen. Auf der Autobahn 81 kippte ein Lastwagen um. Das Polizeipräsidium Heilbronn sprach ebenfalls von zahlreichen Einsätzen: „Die kann man kaum noch zählen“, sagte der Sprecher. In der Region Pforzheim, Karlsruhe und Rastatt registrierte die Polizei rund 300 sturmbedingte Einsätze.

Das Sturmtief Sabine hat am heutigen Montagmorgen für einige Störungen gesorgt. In der Zeit von 4 Uhr bis 7 Uhr nahm zum Beispiel die Notrufzentrale des Polizeipräsidiums Konstanz aus dem Schwarzwald-Barr-Kreis mindestens 40 Notrufe entgegen, in denen zahlreiche umgestürzte Bäume gemeldet wurden. Die meisten Verkehrsbehinderungen traten im Bereich Villingen-Schwenningen, gefolgt von St. Georgen und Donaueschingen ein.

Bei Freiburg stürzte ein Baum auf ein Auto.
Bei Freiburg stürzte ein Baum auf ein Auto.
© Foto: DPA

Orkan fegt Bäume um: Straßen im Kreis Biberach gesperrt

Update 11:05 Uhr: Wegen des Orkans „Sabine“ sind viele Straßen im Landkreis Biberach blockiert. Das sind die Vollsperrungen:

  • L280 Wain - Dietenheim
  • L1268 Hörenhausen - Dietenheim
  • L1268 Orsenhausen - Hörenhausen
  • L82 Schönebürg - Heggbach
  • L266 Sulmingen Heggbach
  • L372 Birkenhard - Aßmannshardt
  • K7533 Attenweiler - Richtung B312
  • L280 Mettenberg - Laupertshausen
  • K7510 Ochsenhausen - Eichen

Bahnverkehr im Kreis Biberach wegen Sturm eingestellt

Update 10.50 Uhr: Wie das Landratsamt mitteilt, ist der Bahnverkehr im Landkreis Biberach - Stand 9.30 Uhr - komplett eingestellt. Auch der ÖPNV im Kreis Biberach ist von den Sperrungen betroffen.

Orkan „Sabine“: Zahlreiche Unfälle, Sperrungen, Einsätze in Ulm und Region

Update 9 Uhr: In der Region Ulm, Neu-Ulm und Biberach ist der Sturm „Sabine“ angekommen. Es gab am frühen Morgen bereits mehr als 70 Einsätze, vor allem Unfälle wegen heruntergefallener Äste und umgeknickter Bäume.

Auch im Zollernalbkreis und im Kreis Göppingen sorgte der Sturm für zahlreiche Einsätze von Feuerwehr und Polizei, ebenso in Ehingen. Besonders vom Orkan betroffen ist aber auch die Region rund um Reutlingen, Metzingen und Münsingen rund um die Schwäbisch Alb.

Skibetrieb am Feldberg eingestellt

Update 8 Uhr: Orkan „Sabine“ hat auch die Lifte am Feldberg im Schwarzwald lahmgelegt. „Am Montag werden aufgrund des Sturmtiefs alle Lifte geschlossen bleiben“, twitterte der Liftverbund Feldberg.

Sturm „Sabine“ erschwert Pendlern den Verkehr

Update 7 Uhr: Sturm „Sabine“ ist in der Nacht von Sonntag auf Montag in Bayern und Baden-Württemberg angekommen. Das hatte am Montagmorgen unter anderem Auswirkungen für viele Pendler im Süden und Südwesten. Nachdem es bei der Bahn viele Ausfälle gab, waren auch die Straßen bei Wind und Regen teils schwer befahrbar.

Airports Stuttgart, Düsseldorf, Köln: Flüge fallen wegen des Orkans aus

Update 6.25 Uhr: Wegen des Orkantiefs „Sabine“ sind Dutzende Flüge am Stuttgarter Flughafen annulliert worden. Nach Angaben einer Sprecherin wurden bis zum Montagmorgen mindestens 35 Starts abgesagt. Angaben zu gestrichenen oder verspäteten Landungen lagen zunächst nicht vor. Mit Einschränkungen rechnet der Flughafen aber bis in den Nachmittag hinein. Wenn die Maschinen nicht in Stuttgart ankämen, fehlten sie für die geplanten Weiterflüge, erklärte die Sprecherin.

Die Airline Eurowings strich fast alle Flüge für die Dauer des Sturmtiefs - auch davon war Stuttgart stark betroffen. Fluggäste sollten nicht mehr zu den betroffenen Flughäfen anreisen, warnte das Unternehmen. Sie könnten ihre Buchungen kostenfrei umbuchen.

Auch an den Flughäfen Düsseldorf und Köln fielen zahlreiche Verbindungen dem Sturm „zum Opfer“.

Sturm mit orkanartigen Böen über Bayern und Baden-Württemberg: Erste Schäden

Update 5,45 Uhr: Das befürchtete Orkantief „Sabine“ fegt seit den frühen Morgenstunden über Bayern und Baden-Württemberg hinweg und bremst zahlreiche Pendler und Reisende aus: Mit teilweise orkanartiger Kraft zogen die Böen vor allem über Teile des Schwarzwaldes. „Baden-Württemberg wird vom Sturmfeld eines Orkantiefs erfasst“, warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Morgen.

Die Züge im Regional- und Fernverkehr stehen landesweit weitgehend still, am Flughafen blieben einige Maschinen am Boden und vor allem in Südbaden wurde empfohlen, Kinder nicht in die Schule zu schicken. Abgesehen von umgestürzten Bäumen waren größere Schäden zunächst aber nicht bekannt. Auch verletzt wurde bislang niemand, wie ein Rundruf bei den größeren Polizeistationen ergab.

Sturm „Sabine“ über Bayern und Baden-Württemberg: Aussichten für die Nacht und Montag

Update 23.10 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst erwartete den Höhepunkt des Sturms im Nordwesten Baden-Württembergs am Montag zwischen 3 Uhr und 6 Uhr. Gegen 7 Uhr dürfte „Sabine“ auch den Großraum Stuttgart erreichen. Im Laufe des Montagvormittags ziehe „Sabine“ über den Südosten des Landes. Für Montagfrüh seien orkanartige Böen auch in den Niederungen mit einer Windstärke von bis zu 120 Kilometern pro Stunde möglich, hieß es weiter. „Mit erheblichen Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen“, warnte der DWD.

Warnungen für die einzelnen Regionen Deutschlands, Baden-Württembergs und Bayerns sind auf dieser Seite einsehbar.

Flächendeckender Schulausfall in Bayern am Montag

Update 23 Uhr: Am Abend berichtete der Münchner Merkur, dass in ganz Bayern die Schule am Montag, 10.02.2020, ausfällt. Zunächst hatten neben dem Kreis Neu-Ulm immer weitere Bezirke die Schulen für den Montag geschlossen. In Nordrhein-Westfalen fällt die Schule ebenfalls geschlossen aus.

Sturm Sabine sorgt für Behinderungen und Gefahren auf A7

Update 22.45 Uhr: Das Sturmtief „Sabine“ hat auf vielen niedersächsischen Autobahnen am Sonntagabend für Behinderungen und Gefahren gesorgt. Die A7 von Hannover nach Kassel musste zwischen Hildesheim und dem Dreieck Salzgitter gesperrt werden, nachdem Bäume auf die Fahrbahn gestürzt waren, teilte die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen mit. Die Sperrung sollte bis Montagvormittag andauern. Auch die A30 vom Grenzübergang Bad Bentheim Richtung Schüttorf wurde gesperrt, ebenso voraussichtlich bis zum Montagfrüh. Im weiteren Verlauf wurde zwischen Osnabrück und Bad Oeynhausen eine Spur bei Melle wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

Zugaufall: Agilis streicht Züge in den Netzen Nord und Mitte

Update 22.15 Uhr: Wie die Agilis Verkehrsgesellschaft am späten Sonntagabend mitteilt, werden alle Zugleistungen in den Agilis-Netzen Nord und Mitte am Montagmorgen - zunächst bis etwa 7 Uhr - ersatzlos gestrichen. Es werde voraussichtlich auch im weiteren Tagesverlauf zu Ausfällen und Verzögerungen kommen. Aktuelle Informationen gibt es auf der Homepage.

Schulfrei wegen Unwetter: Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis reagiert

Update 22 Uhr: Das Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis hat allen Schülern empfohlen, am Montag wegen des erwarteten Sturms zu Hause zu bleiben. Ein regulärer Transport mit dem Öffentlichen Nahverkehr könne wegen des Unwetters und der Gefährdung nicht sichergestellt werden, heißt es am Sonntagabend in einer Mitteilung. Dies gelte auch für die Kindertageseinrichtungen.

Damit macht das Landratsamt eine konkrete Aussage - anders als das Kultusministerium Baden-Württemberg. Dessen Ankündigung, die Eltern sollten selbst über eine Schulbefreiung entscheiden, war bei vielen Eltern auf Kritik gestoßen.

Länderbahn in Sachsen und Nordbayern stoppt Verkehr

Update 21.45 Uhr: Die Länderbahn stellt ihren Zugverkehr in Sachsen und Nordbayern für heute ab sofort aus Sicherheitsgründen ein. Es seien bereits Schäden an der Infrastruktur entstanden, teilt das Bahnunternehmen gegen 21:45 Uhr mit. Deshalb werde der Zugverkehr im sächsischen Vogtland, in Ostsachsen und in Nordbayern gestoppt.

Die Bahn stellt Aufenthaltszüge bereit

Update 21 Uhr: Für die Reisenden, die am Sonntagabend ihr Ziel aufgrund des Sturms nicht mehr erreichen, hat die Deutsche Bahn an einigen Bahnhöfen Aufenthaltszüge bereitgestellt, wie sie um 21 Uhr im Presse-Blog mitgeteilt hat. Demnach steht in Berlin, Bremen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt Flughafen, Frankfurt Hbf, Fulda, Göttingen, Hamburg, Köln, Leipzig, Münster (Westfalen) und Nürnberg jeweils ein Zug. In Erfurt, Hamburg Altona, Hannover, Karlsruhe, Kassel-Wilhelmshöhe sowie in München, Osnabrück und Stuttgart stehen sogar je zwei Züge bereit.

In Göttingen geht nichts mehr: "Unwetter: Fernverkehr bundesweit eingestellt" steht auf der Anzeigentafel Bahnhof.
In Göttingen geht nichts mehr: "Unwetter: Fernverkehr bundesweit eingestellt" steht auf der Anzeigentafel Bahnhof.
© Foto: Swen Pförtner/dpa

Deutsche Bahn warnt vor erheblichen Beeinträchtigungen am Montag

Update 20 Uhr: Darüber hinaus warnt die Bahn schon jetzt vor länger andauernden Beeinträchtigungen. „Aufgrund der ständig steigenden Unwetterschäden können wir morgen früh bundesweit im Regional- und Fernverkehr keine zuverlässige Betriebsaufnahme gewährleisten“, heißt es im Presse-Blog. Erst nach Sichtung der Schäden im Rahmen von Erkundungsfahrten und erforderlichen Reparaturarbeiten würden die Strecken sukzessive wieder freigegeben. Daher sei es leider schon jetzt absehbar, dass die Störungen den ganzen Tag über andauern werden.

Die Bahn hat eine kostenfreie Hotline eingerichtet, unter der sich Kunden über die aktuelle Verkehrslage und Auswirkungen des Sturmtiefs auf den Bahnverkehr informieren können. Die Nummer lautet 08000 99 66 33.

Orkan in NRW - Feuerwehr im Einsatz

Fast überall in Deutschland bereitet „Sabine“ den Feuerwehren in der Nacht auf Montag viel Arbeit. Umgestürzte Bäume und umherfliegende Äste wie etwa aktuell in Düsseldorf sorgen für reichlich Schäden.

Bilder von umgestürzten Bäumen wie etwa hier aus Düsseldorf werden in der Nacht kein Einzelfall bleiben.
Bilder von umgestürzten Bäumen wie etwa hier aus Düsseldorf werden in der Nacht kein Einzelfall bleiben.
© Foto: David Young/dpa

Orkan: Stärkste Boen gegen 21 Uhr erwartet

Das Sturmtief soll laut Meteorologen die ganze Nacht von Norden nach Süden durch das Land ziehen. Die stärksten Böen werden mit einer Kaltfront erwartet, die zuerst ab etwa 21 Uhr am Sonntagabend den Nordwesten Deutschlands erreichen soll und auch einzelne Gewitter mit sich bringen könnte, wie Meteorologe Marcus Beyer in einem auf Youtube veröffentlichten DWD-Video erklärt. Bis Montagmorgen soll die Kaltfront Süddeutschland erreichen.

Youtube

Am frühen Abend verzeichnete der DWD im Westen und Nordwesten bereits schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von 90 bis 100 km/h, vereinzelt sogar orkanartige Böen von 100 bis 115 km/h, wie die Meteorologen auf Twitter schrieben. Für weite Teile Deutschlands galt die zweithöchste Unwetterwarnstufe, in einigen Regionen Baden-Württembergs und Bayerns die höchste.

DWD-Seite durch Sturm-Aufrufe beeinträchtigt

Wie der DWD am Sonntagabend via Twitter mitteilt, kommt es aufgrund der aktuellen enormen Zugriffe zu Verzögerungen beim Laden der Homepage. Alternativen seien www.wettergefahren.de, die Warnwetter-App sowie die Social-Media-Kanäle der Seite.

Flughafen München, Nürnberg und Stuttgart - Flüge fallen aus (Update: 19.00 Uhr)

Das Sturmtief „Sabine“ hatte schon vor seiner Ankunft in Bayern und Baden-Württemberg erhebliche Auswirkungen: An den Flughäfen München und Nürnberg fielen schon am Sonntag weit über 100 Flüge aus.

Auch der Flugplan des Stuttgarter Flughafens wurde durch den Orkan durcheinandergewirbelt. Bereits am Sonntag war eine Reihe von Flügen gestrichen. Nach Angaben eines Sprechers handelte es sich vor allem um Maschinen, die aus dem Norden und Nordwesten Deutschlands und Europas kommen oder dorthin fliegen sollten.

Zahlreiche Flieger bleiben auf dem Stuttgarter Flughafen auf dem Boden.
Zahlreiche Flieger bleiben auf dem Stuttgarter Flughafen auf dem Boden.
© Foto: Marijan Murat/dpa

Die Airline Eurowings geht sogar komplett auf Nummer sicher und hat für die Dauer des Sturmtiefs fast alle Flüge abgesagt. Man streiche die Verbindungen von den Flughäfen Hamburg, Berlin, Hannover, Dortmund, Düsseldorf, Köln und Stuttgart, teilte die Lufthansa-Tochter mit.

Deutsche Bahn stellt Fernverkehr ein (Update: 17.30 Uhr)

Die Deutsche Bahn will den Fernverkehr wegen des Orkans „Sabine“ nach und nach bundesweit einstellen. Man habe sich entschieden, „beginnend in NRW nach und nach alle Züge des Fernverkehrs bundesweit an größeren Bahnhöfen enden zu lassen“, teilte die Bahn am Sonntag im Presse-Blog mit.

Gestrandete Bahnreisende, deren Züge wegen des Sturmtiefs nicht weiterfahren können, sollen im Rahmen ihrer Fahrgastrechte Hotelgutscheine und Taxigutscheine erhalten. In größeren Bahnhöfen sollen zudem sogenannte Übernachtungszüge bereitgestellt werden, so DB-Konzernsprecher Achim Stauß am Sonntag im Berliner Hauptbahnhof. Bundesweit seien mehrere tausend Bahnmitarbeiter zusätzlich im Einsatz. Züge in Regionen, die vom Sturm besonders betroffen sind, sollen „in den Bahnhöfen gehalten werden“, weil die Fahrgäste dort besser betreut werden können. Alle aktuellen Verkehrsmeldungen teilt die Bahn auf ihrer Homepage mit.

Rote Signale im Bahnhof weisen darauf hin, dass der Zugverkehr aufgrund des Sturms "vorsorglich eingestellt" wurde.
Rote Signale im Bahnhof weisen darauf hin, dass der Zugverkehr aufgrund des Sturms „vorsorglich eingestellt“ wurde.
© Foto: Uwe Zucchi/dpa

Orkan „Sabine“ fegt über den Norden

Wie vom DWD angekündigt, spürte der Norden Deutschlands die Auswirkungen des Orkans als erstes. Die ersten Ausläufer lockten zahlreiche "Katastrophen-Touristen" an Schleswig-Holsteins Nordseeküste. Auch Kite-Surfer nutzen dort den heftigen Wind.

Am Strand von St. Peter-Ording sorgten diese für einen Großeinsatz von Rettungskräften inklusive Rettungshubschrauber. Zwei Männer waren beim Surfen in das aufgewühlte Wasser der Nordsee gestürzt. Beim Eintreffen der Rettungskräfte waren die beiden Kiter jedoch bereits aus eigener Kraft wieder an Land gekommen.

An der Nordseeküste von Wilhelmshaven wütete das Sturmtief "Sturmtief" zuerst.
An der Nordseeküste von Wilhelmshaven wütete das Sturmtief „Sturmtief“ zuerst.
© Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Sturm „Ciara“ sorgt für Schäden in Großbritannien

In Großbritannien und Irland, wo Sabine“ den Namen „Ciara“ trägt, kam es zu erheblichen Schäden. Hier wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde gemessen. Mehrere Flüsse traten wegen der starken Regenfälle über die Ufer. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen und Schienen. Zahlreiche Zugverbindungen und Flüge wurden gestrichen. Der Hafen von Dover stellte den Fährbetrieb ein. Zehntausende Haushalte in Großbritannien und Irland hatten vorübergehend keinen Strom.

Das Sturmtief "Ciara" hat durch starken Wind und Regen erhebliche Schäden in Großbritannien und Irland verursacht.
Das Sturmtief "Ciara" hat durch starken Wind und Regen erhebliche Schäden in Großbritannien und Irland verursacht.
© Foto: Cameron Smith/PA Wire/dpa

Auch in anderen europäischen Ländern sorgt der Orkan für Aufregung. Der französische Wetterdienst rief mehr als 40 Départements im Nordosten des Landes zu erhöhter Alarmbereitschaft auf. An der nordwestlichen Küste Frankreichs wurde zudem vor Überschwemmungen gewarnt. In Belgien kam es zu Verkehrsbehinderungen durch auf Bäume gestürzte Straßen. Der niederländische Wetterdienst forderte Autofahrer auf, nicht mit Anhängern und Wohnwagen zu fahren.

Trotz Orkan zur Arbeit?

Während in Baden-Württemberg und Bayern die Vorkehrungen auf Orkan „Sabine“ hauptsächlich für Schulen und Kindergärten getroffen wurden, fragen sich natürlich auch Arbeitnehmer: Darf ich auch zuhause bleiben? Was sie beachten müssen.

Schulausfall und schulfrei in Bayern und Baden-Württemberg wegen Sturm

In Bayern und Baden-Württemberg wird „Sabine“ ab Sonntagabend erwartet. Den Höhepunkt soll der Orkan dann am Montagmorgen erreichen. Angesichts möglicher Gefahren auf dem Schulweg hat das Kultusministerium Baden-Württemberg reagiert und Hinweise für Eltern veröffentlicht. Diese können entscheiden, ob sie ihre Kinder vom Unterricht befreien lassen oder nicht. So handhaben es auch andere Bundesländer wie etwa Rheinland-Pfalz, Saarland, Berlin und Brandenburg.

Schule Bayern - Orkan sorgt für Unterrichtsausfall

In Bayern kommt es aufgrund des Orkans sogar zum kompleten Schulausfall. In mindestens 20 Kreisen und kreisfreien Städten haben die Schüler keinen Unterricht. So haben etwa die Landkreise Neu-Ulm und Günzburg mitgeteilt, dass der Unterricht entfalle. Notbetreuungen sind aber gewährleistet. Auch in Teilen Hessens, Niedersachsens und in vielen Großstädten in Nordrhein-Westfalen gilt diese Anordnung. Ebenso haben viele Kindergärten in Bayern am Montag geschlossen.

Sturm Stufen der Beaufort-Skala: Wann ist es ein Orkan?

Um Windgeschwindigkeiten zu klassifizieren wird die sogenannte Beaufort-Skala verwendet. Die Skala hat 13 Stufen, sprich die Windstärken 0 bis 12.

0 - Windstille

1 - leiser Zug

2 - leichte Brise

3 - schwacher Wind

4 - mäßiger Wind

5 - frischer Wind

6 - starker Wind

7 - steifer Wind

8 - stürmischer Wind

9 - Sturm

10 - schwerer Sturm

11 - orkanartiker Sturm

12 - Orkan

Eine detaillierte Übersicht findet ihr auf der Homepage des DWD.