Corona in der Bundesliga
: Beschließt MPK das Ende der Geisterspiele?

Kommt das Ende der Geisterspiele im Sport? Vor dem Bund-Länder-Gipfel am Montag werden Forderungen laut, mehr Fans in die Sportarenen zu lassen.
Von
Daniel Steiger
Berlin
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So sah es aus am Samstag beim Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Union Berlin. Vor der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Montag gibt es Forderungen nach einem Ende der „Geisterspiele“.

Bernd Thissen/dpa

1000 Zuschauer in Frankfurt, 750 in Leverkusen, 500 in Freiburg, keine Fans in Fürth – bei den Clubs der Fußball-Bundesliga sind die aktuell geltenden Corona-Regeln an den leeren Zuschauer-Rängen der Stadien zu sehen. Das geht aber nicht nur den Fußballern so. Auch andere Profi-Sportarten wie Eishockey, Handball oder Basketball spielen derzeit ohne nennenswerte Unterstützung der Fans und somit auch ohne Einnahmen. Vor dem erneuten Treffen der Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Kanzler Olaf Scholz am Montag wird deshalb ein Umdenken gefordert.

„Unverhältnismäßig“, „existenzbedrohend“ oder „Symbolpolitik“ - die Verärgerung über die gravierenden Zuschauer-Einschränkungen wegen der hohen Corona-Inzidenzzahlen wird im Fußball und den anderen deutschen Top-Mannschaftssportarten immer größer. Vor der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am 24. Januar haben sich inzwischen die vier wichtigsten deutschen Profiligen zusammengeschlossen und fordern in einem Schreiben an das Kanzleramt und die Ministerpräsidenten ein Ende von Pauschalverboten.

Geisterspiele wegen Corona: Wird Fußball „ungerecht behandelt“?

„Klare, praktikable und vor allem nach vorne gerichtete Lösungen“ und die „Rückbesinnung auf standortbezogene Konzepte“ solle es geben, hieß es in dem Papier, das von den Verantwortlichen der Deutschen Fußball Liga (Donata Hopfen), der Deutschen Eishockey Liga (Gernot Tripcke), der Handball-Bundesliga (Frank Bohmann) und der Basketball Bundesliga (Stefan Holz) unterzeichnet wurde. Denn die Not ist groß. „An einigen Stellen ist sogar die Existenz bedroht„, lautet die alarmierende Botschaft in dem Schreiben.

„Ich habe den Eindruck, dass der Fußball momentan extrem ungerecht behandelt wird. Bei aller Vorsicht, und der Fußball hat mit den Hygienekonzepten bewiesen, dass er vorsichtig sein kann. Wir spielen draußen und woanders sind die Theatersäle und die Philharmonien mit 95 Prozent Kapazität gefüllt indoor“, sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem DFB-Pokalspiel beim FC St. Pauli am Dienstag der ARD.

Der BVB-Boss hatte zuletzt schon moniert, dass „der Fußball für Symbolpolitik herhalten„ müsse, wie er dem Magazin „Der Spiegel“ sagte. Womöglich waren es die verschreckenden Bilder Ende November, als beim rheinischen Derby zwischen Köln und Gladbach inmitten der vierten Welle 50.000 Fans ein Fußball-Fest feierten.

Söder will bei MPK für einheitliche Fan-Regelung werben

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kündigte im Vorfeld der Gespräche an, für eine bundesweit einheitliche Zuschauer-Regelung werben zu wollen. Derzeit sind in weiten Teilen Deutschlands keine oder nur wenige Hundert bis wenige Tausend Zuschauer in den Stadien und Hallen erlaubt. Welche Auslastung Söder anstrebt, ließ der CSU-Politiker offen. Die neue Verordnung solle sich für die Klubs aber lohnen: „Das soll dann am Ende kein Placebo-Effekt sein.“