Ab Januar 2023 will der Staat Gas-, Strom- und Fernwärmekunden noch stärker entlasten. Mit zwei Preisbremsen greift der Staat in den Markt ein und deckelt die immer weiter steigenden Preise für Verbraucher. Und für Gaskunden kommt noch eine zusätzliche Hilfe: Im Dezember bezahlt der Staat einmalig die Abschläge aller Gaskunden.
Auch wenn von der Gaspreisbremse die Rede ist – hundertprozentig stimmt der Name nicht. Denn diejenigen, die mit Flüssiggas, also mit LNG oder LPG, heizen, gehen leer aus. Warum das so ist, erklären wir hier.

Keine Preisbremsen für Flüssiggas, Öl oder Holz

Die geplante Gaspreisbremse gilt nur für gasförmiges Erdgas, nicht für Flüssiggas, das mit Tankwagen zu Kunden gebracht wird. Die Strompreisbremse unterstützt im Grunde alle Haushalte – egal ob sie Solarstrom oder Strom aus fossilen Energien beziehen. Für Haushalte mit Öl- oder Holzpelletheizungen soll es laut Verbraucherzentrale Geld aus einem Härtefallfonds geben, wenn es sonst zu „unzumutbaren Belastungen“ käme. Die Kriterien dafür seien noch offen. Es wird generell auch über eine Ölpreisbremse nachgedacht – allerdings sind noch nicht mal die Strom- und Gaspreisbremsen beschlossen, daher ist völlig offen wann, wenn überhaupt, eine Preisbremse für Heizöl käme. Ende 2022 gab es dann aber erste Informationen über einen Zuschuss für die Heizkosten, egal welchen Energieträger man nutzt. Das kommt auch Nutzer von Heizöl und Pellets zu Gute. Zudem gibt es für Bedürftige die Möglichkeit, einmalig eine Zahlung von 500 Euro über das Bürgergeld zu bekommen.

Gaspreisbremse nicht für Flüssiggas: Aber warum?

Die Gaspreisbremse unterstützt also nur Verbraucher von gasförmigem Erdgas. Das hat einen ganz einfachen Grund: Die Preise für Flüssiggas liegen deutlich unter denen für Erdgas. Im November 2022 kostet 1 Kilowattstunde Flüssiggas für Neukunden zwischen 10 und 12 Cent. Für Neukunden kostet Erdgas aktuell rund 19 Cent pro kWh. Die Gaspreisbremse soll die Erdgaspreise auf 12 Cent/kWh deckeln. Damit entspräche das ungefähr dem aktuellen Preis für Flüssiggas. Heizöl kostet aktuell rund 15 Cent pro kWh.
Die Flüssiggaspreise sind im Jahresverlauf auch eher gesunken. Zwar gingen die Preise im Februar und März auch hier – wie bei allen Energieträgern – schlagartig in die Höhe. Seit dem Frühjahr gehen die Flüssiggaspreise aber nach und nach wieder zurück. Ende November lagen die Preise ungefähr auf Vorkriegsniveau. Und der Trend sieht beim Flüssiggas auch positiv aus. Aus Sicht der Regierung besteht also aktuell kein Bedarf an zusätzlicher Unterstützung für Flüssiggaskunden. Beim Erdgas hingegen werden 2023 und 2024 weiterhin steigende Preis prognostiziert.