In Frankreich sind innerhalb eines Tages mehr als 58.000 Corona-Infektionen gemeldet worden. Dies sei der höchste Anstieg der Fallzahlen seit dem Beginn der Pandemie, sagte am Donnerstag der Generaldirektor für Gesundheit, Jérôme Salomon.
Insgesamt seien inzwischen 1,6 Millionen Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Frankreich sei damit das Land mit den meisten Infektionen in Europa. Etwa 39.000 Infizierte starben. Die zweite Corona-Welle sei „brutal“, sagte Salomon. Gesundheitsminister Olivier Véran nannte die Lage „sehr ernst“.

Mehr als 4.000 Infizierte auf Intensivstationen

Angesichts der massiven Zunahme der Corona-Infektionen wächst in Frankreich die Angst vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Binnen 24 Stunden seien fast 3000 Corona-Patienten stationär aufgenommen worden, sagte Salomon. Mehr als 4000 Infizierte werden laut den Behörden inzwischen auf den Intensivstationen betreut.
Alleine in Paris liegen nach Angaben von Bürgermeisterin Anne Hidalgo bereits rund tausend Corona-Patienten auf Intensivstationen. Laut der nationalen Gesundheitsbehörde entspricht dies einer Belegung von gut 86 Prozent. Ab Mitte November könnten die Kliniken in Paris an ihre Belastungsgrenze stoßen.
Frankreichs Premierminister Jean Castex tauschte sich am Donnerstag per Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie aus. Das Gespräch ersetzte wegen der gegenwärtig massiven Ausbreitung des Coronavirus Castex' Antrittsbesuch in Berlin.

Corona in Frankreich: Das sind die Zahlen

Daten laut Santé Publique France, Stand: 5.11.2020, 21:45 Uhr
  • Zahl der Infektionen: 1.607.367
  • Zahl der Neuinfektionen: 58.046
  • Zahl der Toten: 39.037

Lockdown seit Ende Oktober

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat in einer Ansprache an die Nation einen landesweiten Lockdown verkündet, der „vorerst“ einen Monat dauern soll und in der Nacht auf Freitag, 30. Oktober, begann und seit Mitternacht gilt.

Was erlaubt ist - und was nicht

In Frankreich sind derzeit folgende Bereiche und Einrichtungen geschlossen:
  • Restaurants
  • Bars
  • Museen
  • Konzertsäle
  • Sporthallen
  • Vergnügungsparks
  • Diskotheken
Offen hingegen bleiben Schulen, Kindergärten und lebensnotwendige Geschäfte.
Wie schon im Frühjahr dürfen Menschen ihre Wohnungen nur noch für wichtige Erledigungen und mit schriftlicher Erklärung verlassen.
Dazu zählen:
  • Behördengänge
  • Schulbesuch
  • Einkäufe des täglichen Bedarfs
  • unabweisbare familiäre Gründe
  • Weg zur Arbeit, wenn kein Home Office möglich ist