Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken. Deshalb wachsen jetzt die Hoffnungen auf ein Ende des harten Lockdowns, der bis mindestens zum 14. Februar läuft. Doch die neuen, noch ansteckenderen Mutationen des Coronavirus bereiten Virologen und Politikern Sorgen. Ob es nach dem nächsten Corona-Gipfel Lockerungen der Corona-Regeln gibt, ist deshalb noch unklar. Diskutiert werden unter anderem folgende Punkte:
  • Ende des Lockdown oder Lockdown verlängern?
  • Öffnung von Schulen und Kitas
  • Friseure
  • Restaurants und Bars
  • Corona-Hilfen
Auch über die Wiedereröffnung von Fitnessstudios wird debattiert. Aktuell sind die Gyms in Deutschland geschlossen. Die Mitglieder scharren mit den Turnschuhen, wollen wieder trainieren. Die krisengebeutelten Betreiber müssen ihre Kunden vertrösten und warten weiter auf eine konkrete Öffnungsperspektive.

Öffnung von Fitnessstudios nach Corona-Stufenplan aus Schleswig-Holstein

Nach monatelangem Stillstand werden nun die Forderungen nach einem sogenannten Stufenplan laut. Die Landesregierung in Schleswig-Holstein macht einen kleinen Anfang. Sie hat zur Bewältigung der Pandemie einen Corona-Stufenplan erarbeitet, der für die Zeit ab Mitte Februar Öffnung von Einrichtungen, wie Fitnessstudios und Co. in vier Etappen vorsieht und auch als Blaupause für andere Bundesländer dienen kann.

Fitnessstudio darf an Einzelpersonen untervermietet werden

Eine Fitnessstudio-Betreiberin aus Niedersachsen hat ein Konzept erarbeitet, welches die stundenweise Untervermietung ihres Fitnessstudios an Einzelpersonen oder deren Haushalt vorsieht. Der Untermietvertrag wird dabei im Vorhinein abgeschlossen und der Zugang mittels QR-Codes ermöglicht, welcher für die jeweilige Nutzungszeit freigeschaltet wird. Sie ersuchte das Verwaltungsgericht im Weg eines Eilverfahrens festzustellen, dass der Betrieb ihres Fitnessstudios in dieser Form, nach der Corona-Verordnung nicht verboten ist. Die Untervermietung eines Fitnessstudios an Einzelpersonen verstößt nicht gegen die Niedersächsische Corona-Verordnung. Das mit dem herkömmlichen Betrieb eines Fitnessstudios einhergehende Infektionsrisiko werde durch ein solches Betriebskonzept gerade verhindert, entschied das Verwaltungsgericht Hannover in einem Eilverfahren, schreibt der juristischen Fachverlag Beck-Aktuell.

Corona-Stufenplan für Öffnungen: Kita und Friseure ab Inzidenz unter 100

Sieben Tage unter 50: Treffen, Friseur, Kita und Schule (eingeschränkt)

Der Stufenplan sieht erste Lockerungen vor, wenn die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche sieben Tage lang stabil unter 100 liegt. Dann könnten wieder Treffen von fünf Menschen aus zwei Haushalten, körpernahe Dienstleistungen (Friseure) und eingeschränkter Regelbetrieb an den Kitas sowie Wechselunterricht in Schulen möglich sein.

21 Tage unter 50: Fitnessstudio, Campingplatz, Gastronomie, Hotel

Liegt die Inzidenz 21 Tage lang stabil unter 50, könnten laut dem Plan Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen, in der Gastronomie gäbe es keine Beschränkung der Gästezahl mehr, Theater und Kinos würden für einzelne Schulkohorten öffnen. Der Besuch im Fitnessstudio wäre wieder möglich, wenn auch mit begrenzter Kapazität.

Niedersachsens MP stellt Stufenplan bei Anne Will vor

Auch in Niedersachsen wird über einen Stufenplan diskutiert. Ein entsprechendes Konzept stellte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Anne Will“ vor. Das Konzept sei „eine Handreichung, kein Automatismus“, betonte er. „Aber es soll möglichst vielen Menschen ein Gefühl dafür geben, wie kann es denn sein, wenn wir bestimmte Fortschritte erreichen oder auch, wenn wir wieder Rückschläge erleiden.“

Sonderkündigungsrecht für Fitnessstudio: Kündigen wegen Corona?

Wer trotz ausgesetzter Beiträge doch kündigen möchte, sollte auf jeden Fall auch in Corona-Zeiten auf die Fristen achten. Denn es gibt wegen Corona kein Sonderkündigungsrecht. Die fristgerechte Kündigung sollte man nachweisen können, in dem man beispielsweise die Kündigung als Einschreiben verschickt.

Muss man das Fitnessstudio weiterzahlen trotz Corona?

Die Betreiber dürfen ihre Dienstleistung aufgrund der Vorgaben derzeit nicht anbieten. Im Prinzip dürften sie für nicht erbrachte Leistungen aber auch kein Geld verlangen. Für Kunden entfällt damit die Pflicht, ihre Beiträge zu zahlen. Geregelt ist das in Paragraf 326 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Allerdings gibt es gegenteilig lautende Gerichtsurteile. Abschließend geklärt ist das Problem nicht.

Kein Sport im Fitnessstudio als Ausgleich - Das macht der Lockdown mit Paaren

Seit Monaten hockt man aufeinander, Abwechslung gibt es kaum: Der Lockdown setzt auch Paaren zu, ganz klar. Warum Streit aber nicht unbedingt ein Alarmsignal sein muss, erklärt eine Expertin. Finanzielle Sorgen, beruflicher Druck und Stress bei der Kinderbetreuung: Partnerschaften sind während des Lockdowns besonderen Belastungen ausgesetzt. Wenn es mit dem Partner derzeit häufiger Streit gibt als sonst, ist das aber nicht zwangsläufig ein Zeichen für eine schlechte Beziehung, sagt Anne Milek. Sie ist Professorin für Paar- und Familienpsychologie an der Uni Münster. Momentan fallen viele Dinge weg, die Partner sonst als Ventil für ihre Anspannung nutzten, zum Beispiel abends eine Runde ins Fitnessstudio gehen oder sich mit Freunden treffen.

Corona-Pandemie lässt Preise für Fitnessgeräte in die Höhe schnellen

Trotz gesunkener Mehrwertsteuer erreichen Preise von Fitnessgeräten im Dezember ein Plus von mehr als 13 Prozent. Heimtrainer und Laufband im Wohnzimmer statt Fitnessstudio: Wegen der Einschränkungen angesichts der Corona-Pandemie sind die Preise für Fitnessgeräte zuletzt in die Höhe geschnellt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, mussten Sportfans im Dezember 13,1 Prozent mehr Geld für Fitnessgeräte ausgeben als noch ein Jahr zuvor - trotz des seit Juli geltenden geringeren Mehrwertsteuersatzes.
Schon im ersten Lockdown im Frühjahr hatte es wegen geschlossener Fitnessstudios einen heftigen Preisanstieg bei den Geräten gegeben, dazu gehörten auch etwa Hanteln und Trampoline. Im Jahresdurchschnitt kletterten die Preise 2020 um 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Trotz Lockdowns: Fitnessstudios in Polen wollen wieder öffnen

Viele Fitnessstudios in Polen wollen trotz der Lockdown-Verordnung der Regierung zum 1. Februar wieder öffnen. Rund 1600 Clubs landesweit würden sich an der Aktion beteiligen, sagte Tomasz Napiorkowski vom Polnischen Fitnessverband der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Dies entspreche einem Anteil von 60 Prozent. „Wir haben keine Wahl: Entweder die Firmen aus der Fitnessbranche müssen komplett schließen, oder sie öffnen jetzt unter Corona-Schutzmaßnahmen und verteidigen ihre Rechte vor Gericht.“
Wegen der Corona-Pandemie hatte Polen die Fitnessstudios im vergangenen Frühjahr geschlossen; nach einer kurzen Öffnungsphase im Sommer ist der Betrieb seit Mitte Oktober erneut untersagt. Am Donnerstag hatte die Regierung in Warschau bekannt gegeben, dass Sporteinrichtungen und Schwimmbäder bis zum 14. Februar weiterhin geschlossen bleiben. „Wir werden die Fitnessclubs trotz der Regierungsentscheidung öffnen“, sagte Napiorkowski. Die Corona-Hilfen des polnischen Staates würden nur einen Bruchteil der Verluste ausgleichen, die die Studios derzeit verbuchen.

Home Workout: Fitness für zu Hause mit Tisch, Stuhl und Lappen

Fitnessstudios sind vorerst geschlossen, und Geräte für den Heimgebrauch können ziemlich ins Geld gehen - zumal die Lieferzeiten für solches Equipment zum Teil bei mehreren Monaten liegt. Doch Fitness muss nicht teuer sein, sagt der Personal Coach Jan-Magnus Bahmann aus Hannover.
  • Esszimmerstuhl: Training der Bein- oder Armmuskulatur möglich. Der Stuhl dient als Ablage für Hände oder Füße. So können Übungen wie Dips für den Trizeps-Muskel oder Bulgarian Split Squats - eine anspruchsvolle Übung für Beine und Po - ausgeführt werden.
  • Werkzeugkoffer als Hantel: Ein Werkzeugkoffer mit Griff wiederum kann zu einer Art Kugelhantel werden: Mit Seit- und Frontheben lässt sich die Schultermuskulatur stärken. Auch Eimer mit beweglichem Tragegriff seien geeignet.
  • Esstisch: Dieser eignet sich vor allem für das Oberkörpertraining.
  • Bergsteiger mit Putzlappen:Man platziert dafür seine Füße auf jeweils einem Lappen. Auf glatten Böden wie Fliesen oder Parkett rutschen sie gut und ermöglichen so einige Übungen: zum Beispiel den Mountain Climber (Bergsteiger). Dabei nimmt man die Ausgangsposition der Liegestütze ein und zieht abwechselnd ein Bein nach vorne, als würde man an Ort und Stelle kraxeln. Das trainiert unter anderem Bauch und Rücken.