Erdbebengefahr in Deutschland
: Welche Gebiete sind besonders betroffen?

Immer wieder kommt es weltweit zu starken Erdbeben, die wie zuletzt in der Türkei, Syrien oder Japan für tragische Schlagzeilen sorgen. Wie sieht die Gefahr für Erdbeben in Deutschland aus?
Von
David Hahn
Berlin
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Erdbeben stellen nicht nur eine direkte Gefahr durch Erschütterungen dar. Sie bergen auch ein Risiko für Explosionen, Brände und Wasserschäden.

Oliver Berg/dpa

Gleich zu Neujahr 2024 bebte in Japan die Erde und kostete mehr als 50 Menschen das Leben. Im Jahr zuvor sorgte das Erdbeben in der Türkei und Syrien für eine tragische Katastrophe, als mehr als 50.000 Menschen durch die Erschütterungen ums Leben kamen. Wer die Sorge hat, dass auch Deutschland von Erdbeben überrascht werden könnte, findet hier die Antworten zum Risiko und den gefährdetsten Gebieten hierzulande.

Wie groß ist die Erdbebengefahr in Deutschland?

Täglich werden weltweit tausende Erdbeben aufgezeichnet, wobei nicht alle spürbar sind. Am häufigsten und stärksten treten Erdbeben an den Rändern der Pazifischen Platte (Südamerika, Asien, Australien) und der Eurasischen Platte (Süden) auf. Japan ist aufgrund seiner Lage an vier Plattengrenzen besonders erdbebengefährdet. Auch besteht in der Region erhöhte Gefahr durch Seebeben, welche Tsunamis auslösen können.

In Deutschland hingegen wird die Erdbebengefahr laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe als mittel bis gering eingestuft. Deutschland erlebt selten starke Erdbeben, da es in der Mitte der Eurasischen Platte liegt. Risikogebiete befinden sich nach Angaben des BBK in der Kölner Bucht, südlich von Tübingen in der Schwäbischen Alb, im südlichen Rheingraben sowie in der Umgebung von Gera. Wie Brisant berichtet, waren Erdbeben in Deutschland historisch gesehen jedoch mehr für Gebäudeschäden verantwortlich, als dass sie Menschenleben gefährdeten. Wer sichergehen mag, findet hier eine Liste von Empfehlungen, mit denen man sich, das Eigenheim und andere Menschen vor, während und nach Erdbeben schützen kann.

Ursache: Wie entstehen Erdbeben?

Erdbeben entstehen nach Angaben der Aktion Deutschland hilft durch Spannungen zwischen den Platten der Erdkruste, welche sich aufgrund von Wärmeströmungen im Erdmantel bewegen. Bei Plattenbewegungen an divergierenden, konvergierenden und transformierenden Plattengrenzen können sich Spannungen aufbauen, die bei abruptem Lösen Erdbeben zur Folge haben. Jedoch kann nicht nur die nur Plattentektonik, sondern auch vulkanische Aktivität oder tektonische Dehnung Erdbeben verursachen. Letztere sind eher lokal begrenzt. Hier gibt es eine detaillierte Erklärung zur Entstehung von Erdbeben.

Welches war das schwerste Erdbeben in Deutschland?

Die Erdbebengefährdung in Deutschland ist im globalen Vergleich zwar relativ gering, sollte aber auf keinen Fall unterschätzt werden.

Einer der schwersten Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte ereignete sich in der Nacht auf den 13. April 1992 im Rheinland. In Heinsberg erschütterte ein Beben der Stärke 5,9 die Erde. Dabei verlor ein Mensch sein Leben, der angerichtete Schaden wurde auf 250 Millionen DM geschätzt. Hier gibt es eine Liste von schweren Erdbeben in Deutschland.

Wo gibt es Infos über aktuelle Erdbeben in Deutschland?

Aktuelle Informationen zu Erdbeben in Deutschland gibt es bei den jeweils zuständigen Landesbehörden. In Süddeutschland ist das beispielsweise das baden–württembergische Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau. Auf der Internetseite des Amtes gibt es eine Auflistung der letzten Erdbeben in der Region. Hier können auch Erdbeben gemeldet werden.