Entstehung von Erdbeben: Wie entstehen eigentlich Erdbeben?

In Japan ist die Erde mit am aktivsten. Gleich zu Beginn von 2024 kam es dabei an der Westküste zu starken Erdbeben. Wie entstehen diese eigentlich?
dpaOb Gewitter unter dem Erdboden, unterirdische Drachen oder der Zorn der Götter — Ohne unsere naturwissenschaftlichen Erkenntnisse wären dies wahrscheinlich auch jetzt noch unsere Vorstellungen von der Entstehung von Erdbeben. Heute haben wir jedoch ein anderes Bild vom Aufbau der Erde und können besser nachvollziehen, warum sie beben kann. Der Ursprung der Erschütterungen liegt dabei im Aufbau unseres Planeten verborgen.
Entstehung von Erdbeben: Warum bebt die Erde?
Die Erklärung von Erdbeben liegt unter der Erdoberfläche. Zum Verständnis des Erdaufbaus hilft es, sich die Erde als eine Pflaume vorzustellen. Die oberste Schicht ist dabei die Erdkruste. Sie ist im Vergleich zum Rest des Erdinneren sehr dünn. Darunter liegt der Erdmantel, welcher im Vergleich bei der Pflaume das Fruchtfleisch darstellen würde. Geht man vor bis zum Erdmittelpunkt, stößt man dort auf einen heißen, halb flüssigen Erdkern. Im Inneren ist die Erde jedoch nicht fest, sondern in Bewegung. Da der Erdkern deutlich heißer ist als die Erdkruste, kommt es laut der Aktion Deutschland hilft zu Wärmeströmungen. Diese können die Erdkruste, welche aus verschiedenen Platten besteht, bewegen. Oft sind dies nur wenige Zentimeter im Jahr. Neue Erdkruste entsteht dort, wo sich zwei Platten voneinander wegbewegen. Dann tritt in der Zone dazwischen heiße, flüssige Lava aus. Bewegen sich die Platten allerdings aufeinander zu, falten sich die Plattenränder auf, oder die schwerere Platte taucht unter die leichtere. Die sich dabei aufbauenden Spannungen können gewaltig sein. Lösen sich diese Spannungen ruckartig, entstehen Erdbeben. Die freigesetzte Energie breitet sich in Form von seismischen Wellen aus, die durch die Erde fortbewegen. Für die Bewegung der Platten, welche Erdbeben verursacht, gibt es auch einen Namen: Plattentektonik. Treffen diese Platten aufeinander, spricht man von drei Hauptarten an Plattengrenzen: divergierend (auseinanderdriftend), konvergierend (aufeinander zu bewegend) und transformierend (aneinander vorbeigleitend). Nicht immer sind Erdbeben die Auswirkung, wenn Platten aufeinandertreffen. So entstehen auch Gebirge durch dieses Phänomen.
Weitere Ursachen von Erdbeben
Es gibt auch nicht–plattentektonische Ursachen von Erdbeben, wie beispielsweise vulkanische Aktivität oder tektonische Dehnungen. In diesen Fällen entstehen Erdbeben durch das Brechen von Gestein aufgrund von Druckveränderungen. In beiden Fällen sind Erdbeben jedoch eher lokal messbar und breiten sich nicht so stark aus.
Erdbebengefahr: Wo kommt es am häufigsten zu Erdbeben?
Täglich werden laut DRK mehrere tausend Erdbeben aufgezeichnet, wobei jedoch nur sehr wenige davon spürbar sind. Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Erdbeben, die jedoch nicht allzu stark ausfallen. Da Deutschland sich in der Mitte der Eurasischen Platte befindet, kommt es zu weniger und milderen Erdbeben. Starke Erschütterungen treten eher an den Plattengrenzen auf. Am häufigsten kommt es dabei zu Erdbeben an den Rändern der Pazifisches Platte, also an der Westküste von Südamerika und im Osten Asiens und Australiens. Auch der Süden der Eurasischen Platte sorgt mit drastischen Erdbeben für Schlagzeilen. Verheerende Erdbeben entstehen vor allem an konservativen und konvergenten Plattengrenzen. Betrachtet man Länder, so ist die Erde in Japan am aktivsten. Das Land liegt in der Grenzzone von gleich vier geologischen Platten, die sich alle gegeneinander bewegen. Erdbeben, die sich im Meer ereignen, können zudem Tsunamis auslösen.
Kann man Erdbeben vorhersagen?
Computermodelle können laut Angaben der Aktion Deutschland hilft berechnen, wann und wo ein Beben wahrscheinlich ist. Außerdem beobachten Satelliten die Erdbewegungen aus dem All. Spezielle Geräte, sogenannte Seismografen, zeichnen Erdbewegungen auf Papier auf. Und manche Forscher haben beobachtet, dass sich Ziegen, Elefanten oder Vögel vor einem Beben in Sicherheit bringen. Trotz der Vielzahl an Beobachtungen lassen sich aufgrund der Komplexität des Erdinneren der genaue Zeitpunkt, Ort und die Stärke eines zukünftigen Erdbebens nicht zuverlässig und präzise vorhersagen.
Die Folgen von Erdbeben
Erdbeben können mitunter verheerende Folgen haben. Einerseits können sie zu weiteren Naturkatastrophen wie Tsunamis führen, bergen andererseits jedoch auch Gefahren wie Brände, Explosionen und Wasserschäden. Sei es durch einstürzende Bauten oder Nachfolgen — Erdbeben können dadurch einen hohen Verlust an Menschenleben nach sich ziehen und die Gesundheit gefährden. Auch psychisch kann es zu Nachwirkungen kommen und Erdbeben aufgrund des Schocks, oder durch den Verlust von Angehörigen und Verletzungen Traumata hinterlassen. Neben wirtschaftlichen Auswirkungen durch die Zerstörung von Infrastruktur und Produktionsanlagen und Umweltschäden, welche können Ökosysteme schwer beeinträchtigen können, sind auch soziale Auswirkungen von Spannungen über Ressourcenkonflikte bis hin zu sozialen Unruhen möglich.
