Erdbeben auf Santorini aktuell
: Tsunami und Vulkanausbruch möglich

Die Sorge vor einem möglichen schweren Erdbeben auf Santorini und den Folgen wächst. Zahlreiche Menschen sind bereits auf das Festland geflohen.
Von
David Hahn
Santorini
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Erdbeben auf Santorini

Seit Montag, dem 3. Februar 2025, hat ein Anstieg seismischer Aktivität auf der Insel in Südgriechenland zahlreiche Menschen zur Flucht veranlasst.

Socrates Baltagiannis/dpa
  • Seit 24. Januar 2025 erschüttert eine starke Erdbebenserie Santorini.
  • Über 10.000 Menschen sind bereits auf das Festland geflohen.
  • Experten warnen vor möglichen Tsunamis und Vulkanausbrüchen.
  • Schulen auf Santorini und benachbarten Inseln bleiben geschlossen.
  • Urlauber sollen Küstenregionen meiden und Notfallwarnungen aktivieren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Erdbeben auf Santorini treten weiterhin im Abstand von wenigen Minuten bis zu einer Viertelstunde auf. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 5. Februar 2025. Fachleute aus den Bereichen Seismologie und Geologie sehen verschiedene mögliche Entwicklungen. Welche Gefahren drohen aktuell?

Mögliche Szenarien: Tsunami, Vulkanausbruch, Erdrutsche

Einig sind sich die Experten aktuell nur darin, dass niemand sicher vorhersagen kann, welches der folgenden Szenarien tatsächlich eintritt und wann dies geschehen könnte. Möglich wäre, dass ein Hauptbeben mit einer Stärke von 6 oder mehr die Spannung im Erdinneren lösen und allmählich für Ruhe sorgen könnte. Auch denkbar sei es, dass die Erdbebenserie noch Wochen oder Monate andauere und allmählich von selbst abebbe. Ein gewaltiger Erdstoß mit einer Stärke von 7 oder höher würde möglicherweise Tsunamis und großflächige Zerstörungen nach sich ziehen und sei derzeit ebenfalls nicht ausgeschlossen. Besonders gefährdet sind in diesem Fall die vielen Häuser auf Santorini, welche an den steilen Rändern des Inselkraters gebaut wurden. Bereits jetzt gibt es Videoaufnahmen, die zeigen, wie bei jedem Beben Geröllabgänge von den Hängen Staubwolken aufwirbeln lassen. Die Experten weisen zudem darauf hin, dass eine Aktivierung der beiden Vulkane der Region zu unvorhersehbaren Folgen führen könnte, je nach Ausmaß des Ausbruchs.

Vulkan Kolumbos: Gefahr durch Unterwasservulkan

Wissenschaftler sind besorgt, dass die anhaltenden Erdbeben den unterseeischen Vulkan Kolumbos nordöstlich von Santorin reaktivieren könnten. Dieser Vulkan verursachte bereits im Jahr 1650 eine massive Eruption, die im gesamten östlichen Mittelmeerraum erhebliche Zerstörungen hinterließ.

Vorbereitungen für den Ernstfall

Bereits seit dem 24. Januar wird die griechische Insel Santorini sowie die umliegenden kleineren Inseln von einer Erdbebenserie erschüttert. Die Beben treten demnach fast im Fünf- bis Zehn-Minuten-Takt auf. Allein in den letzten drei Tagen (Stand 4.02.2025) wurden etwa 550 Beben mit Stärken zwischen 3 und 4,9 registriert. Das bisher stärkste Erdbeben der Serie erreichte laut dem U.S. Geological Survey am 4. Februar um 14:04 Uhr eine Stärke von 5,3. Auch viele Menschen in Athen haben am Nachmittag des 4. Februars ein Erdbeben gespürt. In der Nacht vom 4.02. auf den 5.02 gab es weiterhin Beben im Minuten- bis Viertelstundentakt. Der Höhepunkt könnte jedoch erst noch bevorstehen.

Die Schulen auf Santorini sowie auf den benachbarten Inseln Anafi, Ios und Amorgos bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Viele Menschen haben die Region bereits verlassen. Von den rund 16.000 Einwohnern Santorinis sollen mittlerweile über zwei Drittel auf das Festland geflohen sein, vor allem nach Athen. Fernsehaufnahmen zeigten überladene Autos von fliehenden Bewohnern. Wie der Nachrichtensender ERTnews berichtete, überwacht die Polizei die verlassenen Straßen und Orte intensiver, um Plünderungen zu verhindern. Katastrophenschutzeinheiten und Wissenschaftler sind auf die Insel entsandt worden, um das Phänomen zu beobachten und mögliche Notfallmaßnahmen zu ergreifen. Große Generatoren wurden bereitgestellt, um im Ernstfall eine Notstromversorgung zu gewährleisten.

Nach wie vor verlassen weitere Menschen die Inseln mit Fähren oder Flugzeugen. Doch einige bleiben und versuchen trotz der schwierigen Bedingungen ihren Alltag fortzusetzen. Die meisten Supermärkte, Geschäfte und Unternehmen haben weiterhin geöffnet. Ältere Inselbewohner fühlen sich durch die aktuelle Lage an das verheerende Erdbeben von 1956 erinnert. Damals hatten zwei Beben der Stärke 7,7 und 7,2 sowie die darauffolgenden Tsunamis zahlreiche Todesopfer gefordert und schwere Schäden verursacht.

Verhaltensempfehlungen und Reisehinweise für Santorini

Das deutsche Auswärtige Amt (AA) hat seine Reisehinweise für die Region aktualisiert. Urlauber werden aufgefordert, Küstenregionen zu meiden, an denen Erdrutschgefahr besteht. Auch Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen sollen vermieden werden. Besondere Vorsicht gilt für die Häfen Ammoudi, Armeni, Korfou und den Alten Hafen von Fira.

Bei starken Beben sollen Küstengebiete sofort verlassen werden, da Tsunamis und Überschwemmungen drohen könnten. Touristen werden außerdem dazu aufgefordert, Notfallwarnungen auf ihren Smartphones zu aktivieren, um über mögliche Evakuierungsmaßnahmen informiert zu werden. Hier gibt es weitere Infos, wie man sich bei Erdbeben richtig verhält.

Wer eine Reise nach Santorini gebucht hat, dem wird geraten, zunächst die weitere Entwicklung abzuwarten und in Kontakt mit dem Reiseanbieter zu bleiben. Der Reiserechtler Paul Degott empfiehlt laut dpa, sich laufend über die Medienberichterstattung informiert zu halten und erst je nach weiterer Entwicklung über mögliche Vertragsrücktritte zu entscheiden.