Die Strompreise kannten in der Entwicklung der vergangenen Jahre nur eine Richtung: sie stiegen. Angesichts der Ukraine-Kriegs und des Klimawandels stehen fossile Brennstoffe mittel- und langfristig für die Stromerzeugung nicht mehr zur Verfügung. Viele Hausbesitzer schauen sich deshalb nach Alternativen um. Lohnt sich beispielsweise die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung? Das hängt beispielsweise auch von der Entwicklung der Einspeisevergütung ab?
  • Wie hoch ist die Einspeisevergütung aktuell?
  • Was sieht das Osterpaket von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck für die Einspeisevergütung vor?
  • Wie sieht die Entwicklung der Einspeisevergütung aus?
Hier gibt es alle Infos zur Enspeisevergütung:

Wie hoch ist die Einspeisevergütung aktuell?

Wer mit seiner Photovoltaikanlage auf dem Haus- oder Garagendach Strom produziert und diesen nicht gleich verbraucht, hat zwei Möglichkeiten: diesen speichern oder ins öffentliche Netz einspeisen. Was jahrelang ein lohnenswertes Geschäft für die Betreiber von Solaranlagen war, hat sich zuletzt aber zunehmend zum Trauerspiel entwickelt. Für Anlagen auf Wohngebäuden mit einer Größe von bis zu 10 kW, die nach dem 1. April 2022 in Betrieb genommen werden, gibt es aktuell 6,53 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde Strom. Doch das soll sich jetzt ändern.

Einspeisevergütung nach dem Osterpaket von Robert Habeck

Fortschreitende Klimakrise und Russlands Krieg in der Ukraine: Die Bundesregierung drückt beim Thema Erneuerbare Energien angesichts der aktuellen Lage aufs Tempo. Das Kabinett beschloss Anfang April das so genannte Osterpaket von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), damit liegt der Ausbau der Erneuerbaren künftig im "überragenden öffentlichen Interesse" und dient der "öffentlichen Sicherheit". Mit dem Osterpaket soll der Ausbau nun beschleunigt werden, unter anderem wird in der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) das Ausbauziel für 2030 auf 80 Prozent angehoben. Bis 2035 soll dann nahezu der gesamte Strom aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Damit dieses Ziel erreicht wird, soll auch die Einspeisevergütung für Solarstrom erhöht werden. In Zukunft soll dabei unterschieden werden zwischen, denen, die einen Teil des produzierten Stroms selbst verbrauchen und denen, die alles einspeisen. Diese sogenannten Volleinspeiser mit einer Anlage bis 10 kW Leistung sollen 13,8 Cent pro Kilowattstunde (kWh) erhalten.

Ab wann gilt die neue Einspeisevergütung?

Im April hat das Bundeskabinett die vollständigen Pläne zum Umbau der Energieversorgung in Deutschland vorgestellt. Jetzt müssen sie im Bundestag beschlossen werden. Das soll schnell geschehen. Zum 1. Juli 2022 sollen das Gesetzespaket in Kraft treten. Einige Punkte müssen aber auch von der EU-Kommission genehmigt werden. Deshalb hat das Wirtschaftsministerium angekündigt, dass beispielsweise die neue Einspeisevergütung auch rückwirkend gelten soll. Das wäre dann der Tag, an dem das Gesetz in Kraft tritt.

Tabelle – Wie sieht die Entwicklung der Einspeisevergütung aus?

Auf der Seite der zuständigen Bundesnetzagentur lässt sich in einer Tabelle die Entwicklung der festen Einspeisevergütung nachverfolgen:
So gab es für Anlagen bis 10 kW, die  ab folgenden Daten in Betrieb gingen:
  • 1.1.2021 – 8.16 Cent pro kWh
  • 1.2.2021 – 8,04 Cent pro kWh
  • 1.3.2021 – 7,92 Cent pro kWh
  • 1.4.2021 – 7,81 Cent pro kWh
  • 1.5. 2021 – 7,69 Cent pro kWh
  • 1.6.2021 – 7,58 Cent pro kWh
  • 1.7.2021 – 7,47 Cent pro kWh
  • 1.8.2021 – 7,36 Cent pro kWh
  • 1.9.2021 – 7,25 Cent pro kWh
  • 1.10.2021 – 7,14 Cent pro kWh
  • 1.11.2021 – 7,03 Cent pro kWh
  • 1.12.2021 – 6,93 Cent pro kWh
  • 1.1.2022 – 6,83 Cent pro kWh
  • 1.2.2022 – 6,73 Cent pro kWh
  • 1.3.2022 – 6,63 Cent pro kWh
  • 1.4.2022 – 6,53 Cent pro kWh
Zum Vergleich: Im Jahr 2004 gab es eine Einspeisevergütung für eine auf einem Hausdach installierte Photovoltaikanlage von 57,4 Cent pro kWh. Im Jahr 2010 lag diese Zahl immerhin noch bei 39,14 Cent.