Earth Overshoot Day
: Erdüberlastung am 2. August - Menschheit beansprucht mehr Ressourcen als die Erde erneuern kann

Das Global Footprint Network berechnet jährlich, zu welchem Zeitpunkt Länder mehr Ressourcen verbrauchen als die Erde erneuern kann. Für 2023 wird der globale Wert heute überschritten.
Von
David Hahn
Berlin
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Der deutsche Erdüberlastungstag war bereits Anfang Mai. Global betrachtet fällt der sogenannte Earth Overshoot Day 2023 auf den 2. August.

Federico Gambarini/dpa

Der globale Erdüberlastungstag, auch Earth Overshoot Day genannt, fällt in diesem Jahr auf den 2. August. Ab diesem Zeitpunkt hat die Menschheit so viele Ressourcen von der Erde beansprucht, wie alle Ökosysteme im gesamten Jahr erneuern können. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch weist auf die anhaltende Übernutzung der natürlichen Ressourcen hin, obwohl die Überlastung leicht abnimmt. Die Hintergründe und Folgen im Überblick.

Earth Overshoot Day immer früher - Trend der Übernutzung hält an

Das Global Footprint Network hat berechnet, dass der diesjährige globale Erdüberlastungstag auf den 2. August fällt. An diesem Tag hat die Menschheit bereits so viele Ressourcen von der Erde verbraucht, wie die Ökosysteme im gesamten Jahr erneuern können. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch wies darauf hin, dass der deutsche Erdüberlastungstag bereits Anfang Mai stattgefunden hat. In den letzten Jahren war der globale Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day) stetig vorgerückt, wobei im vergangenen Jahr der 28. Juli als kritischer Zeitpunkt galt. Die Corona-Pandemie hatte den Tag 2021 auf den 22. August verschoben. Noch in den 70er Jahren lag dieser Tag aufgrund eines geringeren Ressourcenverbrauchs im Dezember.

Germanwatch warnt vor weiterer Ressourcenverschwendung

Das Global Footprint Network vergleicht bei seinen Berechnungen zwei rechnerische Größen: die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen und den Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Fischgründen. Germanwatch-Geschäftsführer Christoph Bals äußerte sich zu den aktuellen Zahlen und betonte: „Immerhin erfreulich ist, dass die Überlastung seit einigen Jahren kaum noch zunimmt und in diesem Jahr sogar ganz leicht abnimmt.“ Trotzdem ist die Situation alarmierend, da die natürlichen Ressourcen der Erde seit mehr als 50 Jahren ununterbrochen jedes Jahr übernutzt werden. Bals wies darauf hin, dass die Menschheit aktuell so leben würde, als hätte sie 1,7 Erden zur Verfügung. Kritisch merkte er an, dass, wenn alle Länder wie Deutschland wirtschaften würden, sogar drei Erden notwendig wären.

Germanwatch warnt vor weiterer Ressourcenverschwendung und betont die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umdenkens in der Gesellschaft und der Politik. Die Übernutzung der Ressourcen habe erhebliche Konsequenzen für die Umwelt, das Klima und die Zukunft der kommenden Generationen. Ein verstärktes Bewusstsein für den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und die Förderung nachhaltiger Praktiken seien essenziell, um den weiteren Anstieg der Erdüberlastung zu verhindern.

(Mit Material der epd)

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