Deutschlandticket: Wird das 49-Euro-Ticket jetzt teurer?

Wird das Deutschland Ticket teurer? Darüber haben die Verkehrsminister der Länder beraten. Hier gibt es alle Infos zum Thema.
Sebastian Gollnow/dpaMit dem Deutschlandticket können Menschen in Deutschland seit dem 1. Mai 2023 den öffentlichen Regional- und Nahverkehr bundesweit nutzen. Der Preis für das Ticket beträgt aktuell 49 Euro, weshalb es auch 49-Euro-Ticket genannt wird. Allerdings stand nun die Frage im Raum, ob und wenn ja, wann der Preis angehoben wird. Wird das Deutschlandticket 2024 teurer?
Wird das Deutschlandticket 2024 teurer?
Eine mögliche Preiserhöhung beim Deutschlandticket war an diesem Montag, 22. Januar 2024, Thema auf einer Sondersitzung der Verkehrsminister der Länder. Jetzt ist die Entscheidung gefallen: Das Deutschlandticket soll in diesem Jahr nicht teurer werden. Millionen Pendler und Reisende können in diesem Jahr mit einem stabilen Preis beim Deutschlandticket für bundesweite Fahrten im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr rechnen. „Die Verkehrsministerkonferenz hat für 2024 Klarheit geschaffen: Auch wenn in der Öffentlichkeit über Preiserhöhungen ab Mai diskutiert wird, bleibt der Einführungspreis von 49 Euro für das Gesamtjahr stabil“, sagte der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Ressortchef Oliver Krischer (Grüne), der Deutschen Presse-Agentur nach Beratungen der Länderminister.
Warum sollte das Deutschlandticket teurer werden?
Hintergrund ist der Finanzierungsstreit über das Monatsticket für den bundesweiten Regional- und Nahverkehr. Bund und Länder wollen sich nach ihren bisherigen Absprachen zum Deutschlandticket in diesem Jahr über die weitere Finanzierung verständigen – einschließlich eines Mechanismus zur Fortschreibung des Ticketpreises.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hatten sich im November auf weitere Schritte zur Finanzierung des Deutschlandtickets verständigt. Schließlich fallen für die Verkehrsunternehmen aufgrund des günstigeren Abos wichtige Einnahmen weg. Der Bund beteiligt sich wie zuvor bereits vereinbart auch 2024 zur Hälfte an den Kosten und gibt 1,5 Milliarden Euro. Zusätzlich sollen im Jahr 2023 nicht verbrauchte Mittel für 2024 eingesetzt werden.
Was sagen Verbraucherschützer und ÖPNV-Betriebe?
Umweltorganisationen und Verbraucherschützer hatten vor höheren Preisen gewarnt. Das Interesse am Deutschlandticket könnte deutlich sinken. Die Umweltorganisation BUND argumentierte, Diskussionen über Preiserhöhungen erzeugten Verunsicherung und hemmten die Bereitschaft der Menschen, das Mobilitätsverhalten dauerhaft zu verändern. „Nur mit einem guten Angebot beim Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr lassen sich die gesetzlichen Klimavorgaben im Verkehr einhalten“, sagte BUND-Experte Jens Hilgenberg.
Die Nahverkehrsbranche hatte sich offen gezeigt für eine mögliche Preiserhöhung und längerfristige Planungssicherheit angemahnt. Der VDV verwies auf den wachsenden Finanzbedarf durch höhere Personal-, Energie- und Betriebskosten im öffentlichen Personennahverkehr. Oberstes Ziel der Branche bleibe es, so viele Menschen wie möglich von dem Ticket zu überzeugen. Deshalb sei es wichtig, dass die öffentlichen Diskussionen über die Fortführung des Tickets endeten.
(mit Material von dpa)
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