In Dänemark hat sich das Coronavirus im Kontakt mit Tieren offenbar genetisch verändert: Aus Angst vor einer gefährlichen Mutation werden in Dänemark nun alle Nerze getötet, und die Region Nordjütland mit 280.000 Einwohner steht unter Quarantäne.
Dabei geht es um etwa 17 Millionen Tiere, die für Pelzmäntel gezüchtet werden. Das Virus sei unter Nerzen mutiert und wurde auf den Menschen übertragen, sagte Regierungschefin Mette Frederiksen in Kopenhagen. Die Mutation könnte möglicherweise dafür sorgen, dass ein künftiger Impftoff nicht seine erhoffte Wirkung entfalte, hieß es. Unterdessen macht den Wissenschaftlern auch eine Mutation mit dem Gen „D614G“ auf dem Spike-Protein des Coronavirus große Sorgen.

Mutiertes Coronavirus in Dänemark — Nerzzucht auch in Polen

Bisher ist das mutierte Virus bei zwölf Menschen in Dänemark festgestellt worden, darunter elf aus Nordjütland. Der Direktor des dänischen Gesundheitsinstituts SSI, Kåre Mølbak, betonte, dass das neue Virus für den Einzelnen nicht schädlicher als andere Coronaviren sei. Das epidemiologische Risiko bestehe aber darin, dass es widerstandsfähiger gegenüber Antikörpern sei. Sollte es sich ausbreiten, könnte das die aktuellen Bemühungen um einen Impfstoff zunichte machen. Die Menschen in Nordjütland dürfen deswegen ihre Häuser und Wohnungen nur für lebensnotwendige Besorgungen verlassen. Auch wer bereits Corona hatte, könnte durch das mutierte Virus erneut erkranken.
Weitere Hochburgen der Nerzzucht sind unterdessen Polen und die Niederlande, wo im Sommer bereits eine Notschlachtung stattgefunden hatte. Der November ist ein kritischer Moment, da zu diesem Zeitpunkt üblicherweise die normale Schlachtung ansteht. In beiden Ländern ist jedoch bisher nichts von möglichen Mutationen bekannt.

Corona-Zahlen für Dänemark

  • 52.255 Fälle seit Beginn der Pandemie
  • 733 Tote seit März
  • 1223 Neuinfektionen in 24 Stunden
  • 4 Tote in 24 Stunden
  • Stand: 6. November
  • Quelle Johns Hopkins University