• Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen konstant: Die Gesundheitsämter meldeten in dieser Woche erstmals seit Mai wieder mehr als 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden an das Robert Koch-Institut
  • Die Hospitalisierungsrate  – also die Krankenhauseinweisungen in Verbindung mit Corona – gab das RKI gestern mit 1,65 an
  • Wie hoch sind Inzidenzwert und die Zahl der Neuinfektionen heute, am Samstag, 28.08.2021?

Aktuelle RKI-Fallzahlen vom 28.08.2021: Inzidenz, Hospitalisierung, Neuinfektionen, Todesfälle

Die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland vom 28.08.2021:
  • Sieben-Tage-Inzidenz: 72,1 (Vortag: 70,3 ; Vorwoche: 48,8)
  • Siebent-Tage-Inzidenz der Hospitalisierten: 1,65 (Vortag: 1,56)
  • Neuinfektionen heute: 10.303
  • Infektionen gesamt: 3.924.131
  • Neue Todesfälle: 22
  • Todesfälle gesamt: 92.118
  • Impfquote (Erstimpfung): 64,8 Prozent
  • Impfquote gesamt: 59,9 Prozent
Das Robert-Koch-Institut meldet deutschlandweit 362 neue Hospitalisierungen mit Covid-19 (Stand: 27.08.2021). Im Vergleich zum Vortag ist die Hospitalisierungsrate auf 1,65 (Vortag: 1,56) angestiegen. Das geht aus einem RKI-Bericht von Freitag hervor. Die sogenannte „7-Tage-Inzidenz Hospitalisierung“ gibt auf 100.000 Einwohner gerechnet einen Wert der Krankenhauseinweisungen, die im Zusammenhang mit Corona stehen. Weitere Erklärungen zu den neuen Werten finden sich unten in diesem Text.

Aktuelle Inzidenzwerte der Bundesländer – die Coronazahlen für Deutschland vom 28.08.2021

Die Inzidenzwerte steigen in ganz Deutschland an. Ein Blick auf die Corona-Zahlen der einzelnen deutschen Bundesländer: Wo ist die Inzidenz aktuell am höchsten und wo am niedrigsten?
  • 124,3 – Nordrhein-Westfalen
  • 78,7 – Hamburg
  • 76,7 – Saarland
  • 74,8 – Bremen
  • 74,2 – Berlin
  • 71,7 – Baden-Württemberg
  • 71,3 – Hessen
  • 67,6 – Rheinland-Pfalz
  • 65,9 – Bayern
  • 53,9 – Niedersachsen
  • 47,1 – Schleswig-Holstein
  • 30,0 – Mecklenburg-Vorpommern
  • 26,5 – Brandenburg
  • 20,8 – Thüringen
  • 18,6 – Sachsen
  • 16,4 – Sachsen-Anhalt
Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte es in Deutschland am 26. April 2021 mit einem Wert von 169,3 gegeben. Danach war sie – von wenigen Ausnahmen abgesehen – stetig gesunken. Den Tiefststand erreichte sie am 6. Juli. Da lag die Inzidenz bei 4,9. Nun steigen die Zahlen und die Inzidenz seitdem wieder, aufgrund der neuen Delta-Variante. Sie sind aber aktuell – im Vergleich zu anderen Ländern Europas – weiterhin auf niedrigem Niveau.
Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Corona-Inzidenz und Neuinfektionen gestern und vor einer Woche

Gestern hatte das RKI für Deutschland 12.029 Neuinfektionen  binnen 24 Stunden gemeldet. Vor einer Woche, am Samstag, 21.08.2021, waren 8092 Neuinfektionen gemeldet worden.
Einem Bericht von „Zeit Online“ zufolge haben die Gesundheitsämter bundesweit sogar 11.373 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das wären 2539 neue Fälle mehr als am selben Tag der Vorwoche. Zudem wurden 28 neue Todesfälle registriert. Das wären vier mehr als vor einer Woche. Die Zahlen von „Zeit Online“ kommen eigenen Angaben direkt von den Landkreisen und sollen daher weniger von Verzögerungen in den Meldeketten betroffen sein als etwa die des Robert Koch-Instituts. Daher können sie von ihnen abweichen.
Nordrhein-Westfalen bleibt der Corona-Hotspot in Deutschland. Im bevölkerungsreichsten Bundesland hat es mit 4204 neuen Fällen die meisten Neuinfektionen gegeben. In Bayern liegt die Zahl dem Bericht von „Zeit Online“ nach bei 1679 und in Baden-Württemberg bei 1498 neuen Fällen. Die meisten Todesfälle hatte demnach ebenfalls NRW zu verzeichnen. Dort starben sechs Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. In Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein waren es jeweils fünf Todesfälle.

Wolken ziehen über den Kölner Dom und die Deutzer Brücke. Köln und NRW sind aktuell einer der Corona-Hotspots in Deutschland, die Inzidenz und die Zahl der Neuinfektionen sind sehr hoch.
Wolken ziehen über den Kölner Dom und die Deutzer Brücke. Köln und NRW sind aktuell einer der Corona-Hotspots in Deutschland, die Inzidenz und die Zahl der Neuinfektionen sind sehr hoch.
© Foto: Federico Gambarini/DPA

Corona Tote und Infizierte weltweit: Zahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet heute (Stand 6 Uhr) weltweit mehr als 214,5 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 4,47 Millionen Menschen. Diese drei Länder sind aktuell am stärksten betroffen:
  • USA: 38.384.360 Infizierte und 633.564 Tote
  • Indien: 32.558.530 Infizierte und 436.861 Tote
  • Brasilien: 20.676.561 |Infizierte und 577.565 Tote
  • Deutschland verzeichnet laut JHU aktuell 3.924.131 Infizierte und 92.118 Tote.

Corona-Inzidenz und Hospitalisierungsrate: Neue Zahlen und Werte in Deutschland

Was bedeutet die „7-Tage-Inzidenz Hospitalisierung“?

Neben der 7-Tage-Inzidenz für neu registrierte Ansteckungen wird in der Pandemie auch die Zahl der Menschen erfasst, die wegen einer Covid-19-Diagnose in eine Klinik kommen. Diese „7-Tage-Inzidenz Hospitalisierung“ bildet die übermittelten Fälle über eine Woche pro 100 000 Einwohner ab. Fälle, in denen ein Patient wegen einer anderen Erkrankung oder wegen einer OP in die Klinik kommt und bei dem bei einem Test auch Corona nachgewiesen wird, sollen von den Krankenhäusern nicht mit gemeldet werden. Im Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag überschritt der Wert die 1,5, Tendenz weiter steigend. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz erfolgt nach RKI-Angaben auf Basis des Meldedatums an das lokale Gesundheitsamt.

Gibt es bei der Hospitalisierungs-Inzidenz eine kritische Grenze?

Für die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) gibt es aktuell keinen festen Grenzwert, ab dem die Lage unbeherrschbar würde. Vielmehr müsse man differenzieren. „Der Engpass bleiben die Patienten, die mit Covid auf einer Intensivstation liegen“, sagt Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG. Aus der Erfahrung der Pandemie-Wellen wisse man, dass bundesweit gesehen auf Intensivstationen grundsätzlich eine Belastungsgrenze bei rund 5000 Covid-19-Fällen liege. Das gelte aber bereits unter der Voraussetzung, dass planbare Operationen verschoben würden.

Was bedeuten steigende Hospitalisierungs-Inzidenzen für Normalstationen?

Sie hätten mit mehr Covid-19-Patienten zwar auch deutlich mehr Belastungen, zum Beispiel durch Isolation und auch Schutzmaßnahmen für das Personal, ergänzt Gaß. Doch mit Blick auf eine Intensivstation, auf der ein Covid-19-Patient eine weit umfangreichere Betreuung brauche als andere Kranke, sei das kein Vergleich. „Alleine für das Umlagern eines beatmeten Covid-Patienten braucht man bis zu fünf Pflegekräfte.“ Wichtig zu wissen sei in diesem Zusammenhang aber, wie viele Covid-19-Patienten wegen der Schwere ihrer Erkrankung von Normal- auf Intensivstationen verlegt werden müssten. In der erste Welle seien das 14 Prozent gewesen, also rund jeder siebte. Die Quote liege heute wahrscheinlich niedriger, abschließende valide Daten stehen laut DKG aber noch aus.

Was beeinflusst die Zahl der Covid-19-Patienten in Kliniken?

Das ist ein ganzes Bündel von Faktoren. Dabei spielen für die DKG neben den Inzidenzen bei Ansteckungen auch die Impfquoten, die Infektionsdynamik und die Altersgruppen eine große Rolle. So zeigt zum Beispiel die Hospitalisierungsrate in den RKI-Tabellen den Anteil aller gemeldeten Corona-Fälle, die in einer Klinik behandelt werden müssen. Nach den Berechnungen lag dieser Wert um die Weihnachtszeit bei 12 Prozent und bewegte sich dann in Wellenbewegungen abwärts. Im Moment sind es rund 5 Prozent, Nachmeldungen sind allerdings möglich.