• Das RKI hat wiederholt geäußert, dass vor allem eine Einschränkung der Mobilität helfen könne, die Dritte Welle zu brechen
  • Wie haben sich angesichts dieser Lage die Corona-Fallzahlen am Samstag, 10.04.2021, laut RKI-Dashboard entwickelt?
Die Corona-Zahlen sind in Deutschland aktuell noch immer sehr hoch. Wie also haben sich die Corona-Zahlen in Deutschland laut RKI-Dashboard in den vergangenen 24 Stunden entwickelt? Und wie hoch sind die Fallzahlen im Vergleich zum Samstag der Vorwoche, dem 03.04.2021?

Corona-Zahlen für Deutschland heute: Aktuelle RKI-Fallzahlen zu Inzidenz, Neuinfektionen & Co. am 10.04.21

  • Neuinfektionen: Das RKI meldet am heutigen Samstag (10.04.2021) 24.097 Neuinfektionen in Deutschland. Zum Vergleich: Am Samstag vor einer Woche, 03.04.2021, waren 18.129 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Vortag (Freitag, 09.04.2021) waren 25.464 neue Corona-Fälle registriert worden.
  • Achtung: Die Werte sind aktuell kaum vergleichbar, weil vor einer Woche – an den Osterfeiertagen – weniger getestet wurde und viele Behörden keine Daten übermittelten. Wegen der Meldelücken über die gesamten Osterfeiertage sind die Corona-Statistiken wahrscheinlich erst Mitte April wieder aussagekräftig. In den nächsten Tagen dürften die Ämter verstärkt Testergebnisse nachmelden.
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es sogar 25.620 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Heute wird der Wert mit 120,6 angegeben, gestern lag er bei 110,4.
  • Der bundesweite Inzidenzwert ist vor allem von symbolischer Bedeutung und hat keine zwingenden Folgen für den Umgang mit der Pandemie. Entscheidend für das Inkrafttreten der Notbremse - Aufhebung von Lockerungen der Corona-Maßnahmen - ist die jeweilige Inzidenz in einzelnen Regionen Deutschlands.
  • Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12.2020, mit 197,6 erreicht worden.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland mehr als 2.980.413 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Samstagmorgen 246 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 78.249 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 255 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. Das wären das wären 79 mehr als am selben Tag der Vorwoche.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.01.2021, erreicht worden.
  • Genesene: Laut RKI haben sich etwa 2.661.500 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser liegt heute bei 0,90. Gestern hatte er bei 0,80 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona in Deutschland: NRW, Bayern und BW mit den meisten Neuinfektionen

Beim Blick auf die Bundesländer zeigt sich, dass die bevölkerungsreichsten Länder auch die meisten Neuinfektionen verzeichnen. An der Spitze liegt einem Bericht von „Zeit Online“ zufolge mit 4698 neuen Fällen Nordrhein-Westfalen (NRW), gefolgt von Bayern mit 4460 registrierten Ansteckungen. In Baden-Württemberg wurden 3324 neue Fälle gemeldet. Auch Sachsen, Niedersachsen und Hessen regisitrierten mit 2237, 2158 und 2099 Fällen jeweils mehr als 2000 neue Fälle binnen 24 Stunden. Noch zu erwähnen: In Mecklenburg-Vorpommern wurde mit 562 Fällen dem Zeit-Bericht nach ein Höchstwert verzeichnet.

Nach steigenden RKI-Fallzahlen: Montgomery glaubt, Triage steht „mit Sicherheit“ wieder im Raum

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt angesichts der hohen Corona-Zahlen vor einer Zuspitzung der Lage in den Krankenhäusern gewarnt. Auch eine Triage stehe möglicherweise im Raum.
Die Entwicklungen in der dritten Pandemie-Welle betrachtet auch die Berliner Charité mit großer Sorge. „Wenn die Anzahl schwer kranker Covid-Patienten die zweite Welle übertrifft, kommen wir in eine kritische Situation“, sagte Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik.
Die Zahl der Neuzugänge auf den Intensivstationen der Charité sei in den vergangenen beiden Wochen deutlich gestiegen, sagte Kreis. Besonders betroffen sei nun die Altersgruppe zwischen 30 und 60, die bislang wenige Chancen auf Impfungen hatte. „Der Trend ist eindeutig, und er zwingt uns, zu reagieren“, ergänzte das Vorstandsmitglied. So sei eine Reserve-Intensivstation wieder vollständig geöffnet worden. Darüber hinaus wurden planbare Operationen abgesagt, die aufgeschoben werden können.

Corona-Zahlen in Deutschland aktuell: So will RKI-Chef Wieler die Dritte Welle brechen

Zum Brechen der dritten Corona-Welle in Deutschland sind aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) stärkere Einschränkungen der Mobilität nötig. „Wenn man die Modellierungen anschaut, die von vielen Gruppen aus Deutschland kommen, dann heißt ein Lockdown, dass die Mobilität massiv eingeschränkt wird“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Viele Experten bezögen sich auf Daten aus dem vergangenen Frühjahr mit starken Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Die meisten Modellierer hielten Lockdown-Zeiträume von zwei bis vier Wochen für nötig, um diese Welle zu brechen, so Wieler. Die gegenwärtige Situation sei „dem Infektionsschutz gegen Covid-19 nicht zuträglich“. Der Institutschef betonte, dass jeder Tag des Abwartens Menschenleben koste.
Am Freitag hatte RKI-Präsident Lothar Wieler gesagt, dass es schon jetzt ausreichend weitere Daten gebe, die Aufschluss über die tatsächliche Situation gäben. "Diese Entwicklung zeigt leider, dass die Lage sehr, sehr ernst ist." Nach Daten aus rund 70 Kliniken bundesweit müssten immer mehr und auch immer jüngere Menschen wegen schwerer Atemwegsinfektionen in Krankenhäusern behandelt werden. Die Intensivstationen füllten sich rasant.

RKI-Fallzahlen laut Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen und Inzidenz für die Kreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das RKI-Dashboard liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Gesundheitsämter melden dem RKI wieder Zahlen wie vor Ostern

Wie Zeit Online berichtet, habe sich der Meldeumfang der Gesundheitsämter in Deutschland wieder beinahe auf dem Niveau wie vor den Osterfeiertagen eingependelt. Am Freitag meldeten demnach 344 der insgesamt 401 Landkreise ihre Corona-Daten – das sind mehr als 85 Prozent aller Kreise. Das, so der Bericht der „Zeit“, entspreche dem Meldeverhalten an einem normalen Donnerstag. Zum Vergleich: Am Ostersonntag veröffentlichten gerade einmal 196 Kreise neue Werte – das waren weniger als 49 Prozent.

Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co. - Fallzahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Corona-Karte der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldete am 10.04.21 (Stand: 7.00 Uhr) mehr als 134,5 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.914.590 Menschen.

Diese Länder waren, Stand 10.04.2021, am stärksten von Corona betroffenen:

  • USA: 31.084.065 Infizierte und
561.058 Tote.
  • Brasilien: 13.373.174 Infizierte und 348.718 Tote.
  • Indien: 13.060.542 Infizierte und 167.642 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.990.724 Infizierten und 78.295 Toten.
In seinem Dashboard veröffentlicht die JHU jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland und die Welt.
In seinem Dashboard veröffentlicht die JHU jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland und die Welt.
© Foto: Screenshot; Quelle: JHU

Erklärung der Corona-Kennzahlen: Was sind Inzidenz, Neuinfektionen, R-Wert und Co.?

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

7-Tage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.