• Am Freitag liegen sie einem Medienbericht nach so wie noch nie in der dritten Welle
  • Ein kurzer harter Lockdown wurde ins Gespräch gebracht, Kanzlerin Merkel denkt offenbar über eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes nach
  • Wie haben sich die Corona-Fallzahlen am Freitag, 09.04.2021, laut RKI-Dashboard entwickelt?
Die Corona-Zahlen sind in Deutschland aktuell noch immer sehr hoch. Wird es daher eine härteren, bundesweiten Lockdown geben? Ein Ende des Lockdowns scheint nach wie vor in weiter Ferne: Wenige Tage vor dem nächsten geplanten Corona-Gipfel  strebt Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes und einen einheitlichen Lockdown an. Ziel sei es, die Corona-Regeln und -Maßnahmen bundesweit zu vereinheitlichen, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sollen Landkreise bei erhöhten Inzidenz- und R-Werten sowie unter Berücksichtigung anderer Faktoren dazu verpflichtet werden, ihre Maßnahmen zu verschärfen. Wie also haben sich die Corona-Zahlen in Deutschland laut RKI-Dashboard in den vergangenen 24 Stunden entwickelt? Und wie hoch sind die Fallzahlen im Vergleich zum Freitag der Vorwoche, dem 02.04.2021?

Corona-Zahlen für Deutschland heute: Aktuelle RKI-Fallzahlen zu Inzidenz, Neuinfektionen & Co. am 09.04.21

  • Neuinfektionen: Das RKI meldet am heutigen Freitag (09.04.2021) 25.464 Neuinfektionen in Deutschland. Am Vortag (Donnerstag, 08.04.2021) waren 20.407 neue Corona-Fälle registriert worden. Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche, 02.04.21, waren knapp 22.000 Neuinfektionen gemeldet worden.
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es 24.182 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Laut den Zahlen von „Zeit Online“ wäre es der bislang ansteckungsreichste Tag innerhalb der dritten Infektionswelle in Deutschland. Auch der TV-Nachrichtensender „ntv“ berichtete, dass es sich um den höchsten Wert des vergangenen Vierteljahres handele.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Heute wird der Wert mit 110,4 angegeben, gestern lag er bei 105,7.
  • Der bundesweite Inzidenzwert ist vor allem von symbolischer Bedeutung und hat keine zwingenden Folgen für den Umgang mit der Pandemie. Entscheidend für das Inkrafttreten der Notbremse - Aufhebung von Lockerungen der Corona-Maßnahmen - ist die jeweilige Inzidenz in einzelnen Regionen Deutschlands.
  • Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12.2020, mit 197,6 erreicht worden.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland mehr als 2.956.316 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Freitagmorgen 296 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 78.003 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 298 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.01.2021, erreicht worden.
  • Genesene: Laut RKI haben sich etwa 2.647.600 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser liegt heute bei 0,80. Gestern hatte er bei 0,76 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona-Zahlen in Deutschland aktuell: NRW bei Neuinfektionen vor Bayern und BW

Mit Blick auf die Zahl der Neuinfektionen in den Bundesländern liegt Nordrhein-Westfalen (NRW) Angaben von „Zeit Online“ zufolge vor Bayern und Baden-Württemberg. In NRW meldeten die Kreise einem Zeit-Bericht zufolge insgesamt 4471 Neuinfektionen. In Bayern registrierten die Gesundheitsämter 4232 neue Fälle, in Baden-Württemberg waren es 3748.
Nordrhein-Westfalen registrierte innerhalb von 24 Stunden auch die meisten Menschen, die an oder mit einer Coronavirus-Infektion gestorben sind: 50 neue Todesfälle. In Baden-Württemberg wurden 38 neue Corona-Tote innerhalb eines Tages gemeldet, in Sachsen waren es 37.
Im Städtevergleich gab es die meisten Positivtests an einem Tag in Berlin mit 923 neuen Fällen, dahinter folgten Hamburg mit 506, München mit 426 und Frankfurt am Main mit 255 Neuinfektionen.
Corona-Zahlen in Deutschland: Berlin war in den vergangenen 24 Stunden die Stadt in Deutschland, die mit Abstand die meisten Neuinfektionen meldete. Dahinter folgten Hamburg, München und Frankfurt am Main. Bei den Bundesländern lagen NRW, Bayern und BW vorne.
Corona-Zahlen in Deutschland: Berlin war in den vergangenen 24 Stunden die Stadt in Deutschland, die mit Abstand die meisten Neuinfektionen meldete. Dahinter folgten Hamburg, München und Frankfurt am Main. Bei den Bundesländern lagen NRW, Bayern und BW vorne.
© Foto: DPA

RKI-Fallzahlen laut Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen und Inzidenz für die Kreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das RKI-Dashboard liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Gesundheitsämter melden dem RKI wieder Zahlen wie vor Ostern

Wie Zeit Online berichtet, habe sich der Meldeumfang der Gesundheitsämter in Deutschland wieder beinahe auf dem Niveau wie vor den Osterfeiertagen eingependelt. Am Donnerstag meldeten demnach 343 der insgesamt 401 Landkreise ihre Corona-Daten – das sind mehr als 85 Prozent aller Kreise. Das, so der Bericht der „Zeit“, entspreche dem Meldeverhalten an einem normalen Donnerstag. Zum Vergleich: Am Ostersonntag veröffentlichten gerade einmal 196 Kreise neue Werte – das waren weniger als 49 Prozent.

Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co. - Fallzahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Corona-Karte der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldete am 09.04.21 morgens zunächst keine aktuellen Zahlen. Weltweit wurden am Donnerstag, 08.04.21, knapp 133 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.886.573 Menschen.

Diese Länder waren am Donnerstag, 08.04.2021, am stärksten von Corona betroffenen:

  • USA: 30.921.975 Infizierte und
559.109 Tote.
  • Brasilien: 13.193.205 Infizierte und 340.776 Tote.
  • Indien: 12.801.785 Infizierte und 166.177 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.940.271 Infizierten und 77.759 Toten.

Corona-Gipfel am 12.04.2021 auf der Kippe: Uneinigkeit von Bund und Ländern

Die Spitzen der Regierungsfraktionen von Union und SPD dringen vor der nächsten Bund-Länder-Runde auf eine breite Debatte im Bundestag über die Corona-Lage – damit wird eine Verschiebung des für Montag geplanten Treffens immer wahrscheinlicher. Auch eine Regierungserklärung könne ein geeigneter Rahmen für die Diskussion über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie sein, schrieben die Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus (CDU), Rolf Mützenich (SPD) und der CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Der Brief liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.
Die Ministerpräsidenten und Merkel hatten bei ihrer jüngsten Videoschalte am 22. März beschlossen, dass die Kanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder im Licht der Infektionsentwicklung am 12. April erneut beraten. Nach Informationen der dpa aus Länderkreisen und anderer Medien stand zuletzt eine Verschiebung der geplanten Beratungen möglicherweise auf Mittwoch im Raum. Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybritt Illner“: „Ich gehe mal davon aus, es wird nicht am Montag sein.“

Erklärung der Corona-Kennzahlen: Was sind Inzidenz, Neuinfektionen, R-Wert und Co.?

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

7-Tage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.