• Wie sind die Fallzahlen heute, am Freitag, 18.12.2020?
Noch sechs Tage, dann ist Heiligabend, seit zwei Tagen ist Deutschland geschlossen im Lockdown. Bis sich die seit Mittwoch in Deutschland geltenden Regeln, aber auswirken, wird es noch einige Tage dauern. Die Hoffnung vieler Menschen in der Bundesrepublik liegt daher auf dem am Mittwoch verkündeten Start der Impfungen am 27. Dezember. Bis aber genügend Menschen eine Impfung erhalten haben, wird es wohl noch einige Monate dauern. Am Freitag unterzeichnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Impfverordnung.
Bis auf weiteres heißt es aber dennoch: Maske auf, Abstand halten, Kontakte reduzieren, Hände regelmäßig waschen - und gemeinsam schauen, dass die Corona-Zahlen in Deutschland runtergehen. Wie also ist das Infektionsgeschehen heute, am Freitag, 18.12.2020? Und wie hoch liegen sie im Vergleich zum Freitag der Vorwoche, als knapp 30.000 Neuinfektionen gemeldet worden waren.

RKI-Zahlen Deutschland: Aktuelle Fallzahlen von Freitag, 18.12.20

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst jeden Tag die aktuelle Corona-Lage in Deutschland, für die Bundesländer und Landkreise und bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fach­öffentlich­keit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.
  • Neuinfektionen: Laut erster RKI-Meldung sind mehr als 30.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 33.777 Infektionen gemeldet. In der Zahl sind allerdings 3500 Nachmeldungen aus Baden-Württemberg enthalten, die am Vortag aus technischen Gründen nicht übermittelt worden waren. Abzüglich der Nachmeldungen wurden somit 30.277 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Mit den nachgemeldeten Fällen wäre bereits am Donnerstagmorgen ein neuer Rekord bekanntgegeben worden. Am vergangenen Freitag (11.12.) war mit 29.875 der bisherige Höchststand an Neuinfektionen erreicht worden.
  • Infizierte: Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in Deutschland beträgt laut jüngsten Werten des RKI 1.439.938 Fälle.
  • Tote: Die Zahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, liegt bei 24.938 Das sind 813 Tote mehr als am Vortag.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 1.069.400.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde heute mit 0,97 angeben. (Vortrag: 0,98). Der Wert sei aber aufgrund von noch ausstehenden Datenermittlungen nur eingeschränkt verwertbar. Er bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab

Corona-Zahlen in den Bundesländern und Landkreisen: Das RKI-Dashboard

Wie viele Infizierte gibt es heute in den einzelnen Bundesländern? Das Dashboard des RKI weist auf seiner interaktiven Karte auch die Corona-Zahlen für einzelne Bundesländer aus. Die Angaben werden täglich um 0 Uhr aktualisiert.
Im Dashboard des RKI kann man die Fallzahlen für die Bundesländer und einzelnen Landkreise einsehen.
Im Dashboard des RKI kann man die Fallzahlen für die Bundesländer und einzelnen Landkreise einsehen.
© Foto: Screenshot RKI

Corona-Schnelltests vor Weihnachten in 120 Städten in Baden-Württemberg

Das Sozialministerium in Baden-Württemberg ermöglicht vor Weihnachten Corona-Schnelltests in 120 Städten im Land. Zusammen mit den Hilfsdiensten im Südwesten will das Ministerium an insgesamt 150 Standorten Teststationen einrichten, wie ein Sprecher am Donnerstag sagte. Das Angebot am 23. und 24. Dezember richtet sich demnach sich an alle, die an den Weihnachtstagen etwa Verwandte besuchen möchten, die zu einer Risikogruppe gehören. „Wir wollen mit der Aktion erreichen, dass kein Mensch das Weihnachtsfest einsam und alleine verbringen muss“, teilte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart mit.
Hier findet ihr eine Übersicht mit den Städten und Standorten:

Inzidenz und Neuinfektionen - Die wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Spahn: Wir fangen mit den Höchstbetagten und Gefährdeten an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angesichts des geplanten Corona-Impfstarts am 27. Dezember um Geduld gebeten. „Wer nicht über 80 ist und nicht im Alten- oder Pflegeheim ist, muss sich noch ein Stück gedulden“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Interview mit der „Welt“. „Also bitte nicht am 27. dann alle schon irgendwie versuchen, einen Termin zu kriegen und zu ordern. Wir fangen erstmal an mit den Höchstbetagten und Gefährdeten.“
An diesem Freitag will Spahn eine Verordnung zur sogenannten Priorisierung unterzeichnen, also zur konkreten Reihenfolge, welche Bevölkerungsgruppen wann mit einer Impfung drankommen können.