Viele Menschen sind wegen der hohen Corona-Fallzahlen und der vielen Menschen, die täglich an oder mit Corona, beziehungsweise Covid-19 sterben, in Sorge und fragen sich: Kann ich das Risiko eingehen und Verwandte besuchen? Vor allem, wenn sie zur Risikogruppe gehören - also entweder Älter sind oder Vorerkrankungen haben? Kurz: Ist es für mich und meine Verwandten sicher, wen ich sie an Weihnachten besuche?

Schutz der Familie und Verwandten vor Corona-Infektion an Weihnachten

Etwas Sicherheit schaffen bekanntlich neben
  • der Einhaltung der Hygiene-Regeln,
  • dem Vermeiden von Kontakten und
  • einer vorherigen freiwillige Selbst-Quarantäne

Baden-Württemberg bietet Gratis-Coronatests zu Weihnachten

Deswegen kündigt das Land Baden-Württemberg jetzt eine Weihnachtsaktion für mehr Sicherheit über die Festtage an: Das Ministerium für Soziales und Integration stellt am 23.12.2020 und am 24.12.2020 rund 80.000 kostenlose Antigen-Schnelltests zum Nachweis des Coronavirus (SARS-CoV-2) an. Die Tests gibt es in Zusammenarbeit mit den Hilfsdiensten im Südwesten an rund 150 Standorten in über 120 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg. Die Tests stammen aus der Notreserve des Landes.
Die Notfallreserve soll schnell, gezielt und unbürokratisch durch Verbände wie
Mit dem Auftakt am Mittwochmorgen zeigte sich das Deutsche Rote Kreuz zufrieden. „Es läuft vorbildlich, die Regeln werden eingehalten“, sagte DRK-Sprecher Udo Bangerter.
Kurzentschlossene dürften es allerdings schwer haben, an den rund 140 Standorten noch einen Test zu ergattern. Laut Deutschem Roten Kreuz und Johannitern waren fast alle Termine vorab bereits vergeben. Nur an einzelnen Test-Stationen ist keine Voranmeldung nötig. Dort kann es aber laut DRK zu langen Wartezeiten kommen.

Schnelltests in Baden-Württemberg: Fünf Millionen Tests bis Ende des Jahres

Das Land Baden-Württemberg wird nach eigenen Angaben sein Ziel erreichen, bis Ende des Jahres fünf Millionen Corona-Schnelltests zu beschaffen. Stand jetzt seien bereits etwas mehr als 3,4 Millionen Schnelltests im Lager, sagte am Montag ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. „Noch in dieser Woche bekommen wir die restliche Lieferung, sodass wir schon Ende dieser Woche und damit noch vor Jahresende unser Ziel von etwa fünf Millionen beschafften Tests erreicht haben“, sagte der Sprecher weiter.
Die Schnelltests hatte das Land als Notreserve geordert. Vorwürfe, sich bei der Bestellung zuviel Zeit gelassen zu haben, hatte die Landesregierung zurückgewiesen. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hatte Mitte November verkündet, die Antigen-Tests könnten beispielsweise bei großen Ausbrüchen in Pflegeheimen oder Krankenhäusern genutzt werden. Zudem seien sie unter anderem für Personal, Bewohner oder Patienten in pflegerischen und medizinischen Einrichtungen, Arztpraxen und Kliniken gedacht.

Die Liste der Teststationen: Hier wird kostenlos vor Weihnachten auf Corona getestet

Die Tests finden in 120 Städten in Testzentren statt. Der Aufwand ist enorm, allein beim DRK sollen dazu Tausende Helfer im Einsatz sein. Getestet wird unter anderem in
  • Aalen
  • Biberach
  • Blaubeuren
  • Erbach
  • Esslingen
  • Friedrichshafen
  • Geislingen
  • Heidenheim
  • Heilbronn
  • Laupheim
  • Leutkirch
  • Neresheim
  • Ravensburg
  • Reutlingen
  • Schwäbisch Gmünd
  • Stuttgart
  • Tübingen
  • Überlingen
  • Wangen
  • Weingarten
In Karlsruhe und Bretten (Landkreis Karlsruhe) sollten ursprünglich auch Schnelltest angeboten werden. Wie aber am Samstagabend (19.12.) bekannt wurde, hat der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) angekündigt, am 23. und 24. Dezember nicht zu testen - auf Bitten von Stadt und Landkreis. Unter anderem sei das Gesundheitsamt für diese Aufgabe derzeit zu überlastet.

Zum Corona-Test mit oder ohne Anmeldung

Die Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes rechnen mit einer hohen Nachfrage. In großen Städten wie etwa in Stuttgart wird deshalb eine Anmeldung zum Test erforderlich sein. In der Landeshauptstadt ist geplant, vorab einen Termin buchen zu können. An den meisten Orten kann man aber ohne Anmeldung vorbeikommen. Die Teststationen sollen im Freien, in Gebäuden, aber auch als Stationen zum Durchfahren für Autofahrer eingerichtet werden.

Das ist das Ziel der Corona-Test-Aktion „Stille Nacht, einsame Nacht? Muss nicht sein!“

„Wir wollen mit der Aktion erreichen, dass kein Mensch das Weihnachtsfest einsam und alleine verbringen muss“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Donnerstagabend in Stuttgart.
Ziel der Aktion „Stille Nacht, einsame Nacht? Muss nicht sein!“ ist es, ein möglichst sicheres Weihnachtsfest für besonders gefährdete Personengruppen zu ermöglichen. Zudem soll die Bevölkerung für den Schutz besonders gefährdeter Gruppen vor dem Coronavirus sensibilisiert werden. Das Angebot richtet sich somit in erster Linie an Angehörige von Risikogruppen wie etwa Großeltern und Personen mit Vorerkrankungen.

Stuttgart/Berlin

Corona-Schnelltest soll Sicherheit zum Weihnachtsfest geben

Die Aktion soll der Mitteilung zufolge Bürgerinnen und Bürgern mehr Sicherheit bei der Frage bieten, ob sie einen Weihnachtsbesuch in den Stunden nach dem Schnelltest bei ihren besonders gefährdeten Angehörigen machen können. Mittels eines Nasen-Rachen-Abstrichs kann der Schnelltest innerhalb von 15 bis 30 Minuten Auskunft über eine aktuelle Infektion geben.

Für wen der kostenlose Virus-Test gedacht ist

Es handelt sich bei dieser Aktion ausdrücklich nicht um eine allgemeine Testung der Bevölkerung. Minister Lucha appellierte, mit dem Angebot „verantwortungsbewusst und solidarisch“ umzugehen. Wer sich für eine Party mit Freunden „frei testen“ möchte, sei hier fehl am Platz, sagte Lucha. Vielmehr gelte es nur für all jene, die an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen alte oder kranke Angehörige besuchen möchten, die sonst einsam und alleine wären.

Keine Bescheinigung über negatives Testergebnis - Bei Positiv-Test in Quarantäne

Die angebotenen Schnelltests sind nicht laut Ministerium nicht ganz so zuverlässig wie der sensitivere PCR-Test. Die Aussagekraft liegt demnach bei 90 bis 95 Prozent. Ein positives Ergebnis bei einem Schnelltest muss deswegen durch eine PCR bestätigt werden.
Auch wird keine schriftliche Bescheinigung über ein negatives Testergebnis ausgestellt. Bei positivem Ergebnis erhalten getestete Personen eine Bescheinigung, verbunden mit der dringenden Aufforderung, sich unverzüglich selbst in Quarantäne zu begeben und einen PCR-Test durchführen zu lassen.

So sicher ist das Ergebnis des Corona-Schnelltest

Ist das Testergebnis negativ, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit keine Infektion vor; die Aussagekraft hierfür liegt bei ca. 90 bis 95 Prozent. Wichtig ist, dass die Tests keine hundertprozentige Sicherheit garantieren. Auch bei einem negativen Testergebnis gilt also in jedem Fall weiterhin unbedingt die AHA-Formel:
  • Abstand halten,
  • Hygiene beachten und
  • Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung) tragen.

Was geschieht bei positivem Corona-Test?

Wer positiv getestet wird, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Coronavirus-Träger und damit gesetzlich verpflichtet, sich unverzüglich in Quarantäne zu begeben, um nicht weitere Personen anzustecken. Laut dem Ministerium gelten die Vorschriften der „Corona-Verordnung Absonderung“. Die so genannte Absonderung - sie ist der Oberbegriff für die Isolation und die Quarantäne - ende im Regelfall frühestens nach 10 Tagen. Für den Fall, dass sich die Person nach dem positiven Antigentest mittels PCR-Test nochmals testen lässt, endet die Absonderung mit dem Vorliegen des ersten negativen PCR-Testergebnisses.

Kaum PCR-Tests an den Feiertagen und zwischen den Jahren

Allerdings wird es über die Feiertage und zwischen den Jahren kaum möglich sein, eine PCR-Testmöglichkeit zu erhalten, da die Labore keine volle Bereitschaft haben. Die PCR-Testung wird erst nach den Feiertagen möglich sein. Durch Schnelltest positiv Getestete müssen deshalb in dieser Zeit auf jeden Fall in Quarantäne bleiben.

Was muss ich tun bei Symptomen oder einem positiven Test?

Das Sozialministerium in Baden-Württemberg hat dafür feste Regeln veröffentlicht:
  • Personen, die typische Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus haben und damit krankheitsverdächtig sind (unter anderem Fieber, trockener Husten, Verlust des Geruchs- und Geschmacksinns) müssen sich unverzüglich nach Anordnung oder Durchführung eines PCR-Tests in Quarantäne begeben. Erhält diese Person ein negatives Testergebnis, so endet die Quarantäne automatisch.
  • Positiv auf das Coronavirus getestete Personen müssen sich unverzüglich nach Kenntnisnahme des positiven Testergebnisses zuhause isolieren. Die häusliche Isolation endet in der Regel 10 Tage nach dem positiven Test oder nach Symptombeginn.
  • Wenn eine Person mittels Antigentest positiv getestet wurde, wird empfohlen eine PCR-Testung anzuschließen. Ist auch der PCR-Test positiv, so verbleibt die Person bis zum Ende der 10 Tage in häuslicher Isolation.
  • Für Haushaltsangehörige von positiv getesteten Personen beginnt die Quarantäne unverzüglich nachdem diese von dem positiven Test der im Haushalt lebenden Person erfahren haben. Die Quarantäne endet frühestens 10 Tage nach der Testung oder nach dem Symptombeginn der positiv getesteten Person.
  • Hatte man Kontakt zu einer positiv getesteten Person, muss man sich dann unverzüglich in Quarantäne begeben, wenn einem mitgeteilt wird, dass man vom Gesundheitsamt als Kontaktpersonen der Kategorie I eingestuft wurde. Die Quarantäne endet in der Regel 10 Tage nach dem letzten Kontakt mit der positiv getesteten Person.

Warnung vor illegalen Schnelltests aus Tankstellen und Supermärkten

Die Bezirksregierung Köln vor bundesweit illegal in den Handel gelangten Corona-Schnelltests von zwei Herstellern gewarnt. Sie könnten, wenn sie nicht von Fachkräften angewendet würden, „katastrophale Infektionsfolgen“ haben. Wie die Behörde am Montagabend mitteilte, sind solche Schnelltests unter anderem
  • an Tankstellen,
  • in Supermärkten,
  • Tierarztpraxen,
  • Brauereien
und vielen anderen Stellen illegal in den Verkehr gebracht worden.