Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen aktuell wieder deutlich schneller - und mit ihnen die Inzidenz. In Bayern beispielsweise haben sich in den vergangenen Tagen wieder mehrere Hotspots wie Kulmbach entwickelt, die die Inzidenz im Freistaat wieder über den Wert von 100 getrieben haben. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch Hamburg sind die Inzidenzwerte teils noch höher - und auch die Inzidenz in Baden-Württemberg geht wieder deutlich in die Höhe. Wie also entwickeln sich die Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Samstag, 20.03.21? Wie hoch sind sie im Vergleich zum Samstag der Vorwoche, dem 13.03.21? Hier sind die aktuellen Fallzahlen des RKI-Dashboards.

RKI-Fallzahlen für Deutschland heute: Aktuelle Inzidenz und Neuinfektionen am 20.03.21

  • Neuinfektionen: Das RKI meldet am heutigen Samstag 16.033 Neuinfektionen. Am gestrigen Freitag, 19.03.2021, waren knapp 17.500 Neuinfektionen neue Corona-Fälle in Deutschland registriert worden. Zum Vergleich: Am Samstag vor einer Woche, dem 13.03.21, waren mehr als 12.600 Neuinfektionen gemeldet worden. „Zeit Online“ berichtete, dass es 16.596 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Heute wird der Wert mit 99,9 angegeben, gestern lag er bei 95,6. „Zeit Online“ meldet einen Wert von 103.
  • Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12.2020, mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland mehr als 2.645.783 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Samstagmorgen 239 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 74.565 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 187 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.01.2021, erreicht worden.
  • Genesene: Laut RKI haben sich 2.409.700 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser liegt bei 1,18. Gestern hatte er bei 1,12 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.


Inzidenz in Deutschland: Immer mehr Bundesländer über der 100er Grenze

Die Sieben-Tage-Inzidenz hatte sich in vielen Bundesländern zuletzt um die Marke 60 eingependelt, seit einiger Zeit steigt dieser Wert aber wieder kontinuierlich an. So sind die Werte laut RKI:

Bundesländer mit den höchsten Inzidenzen

  • Thüringen: 201,2
  • Sachsen-Anhalt: 118,5
  • Hessen: 112,8

Bundesländer mit den niedrigsten Inzidenzen

  • Schleswig-Holstein: 58,4
  • Saarland: 59
  • Mecklenburg-Vorpommern: 65,3

RKI-Fallzahlen laut Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen und Inzidenz für die Kreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an. Zum Dashboard geht es hier.

Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co.: Die Fallzahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Samstag, 20.03. (Stand 6 Uhr) weltweit rund 122.315.624 Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.701.445 Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 29.729.968 Infizierte und 541.143 Tote.
  • Brasilien: 11.871.390 Infizierte und 290.314 Tote.
  • Indien: 11.555.284 Infizierte und 159.558 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.654.734 Infizierten und 74.608 Toten.

Umfrage: Verbraucher wollen sich nach dem Lockdown etwas gönnen

Fast die Hälfte der Verbraucher in Deutschland (44 Prozent) will sich nach einer Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey nach einem Abflauen der Corona-Pandemie etwas gönnen. Bei den unter 25-jährigen Konsumenten liegt der Anteil sogar bei über 60 Prozent, wie aus der Umfrage weiter hervorgeht. Ganz oben auf der Liste der ins Auge gefassten „Verwöhn-Aktivitäten“ liegen demnach Reisen und der Besuch von Restaurants oder Bars.
„Wir sehen, dass die Konsumenten nach wie vor in einer Art Wartehaltung verharren. Sicherheit ist ihnen weiterhin wichtig, und die große Mehrheit hält sich an die Regeln. Aber die Sehnsucht nach geselligen Erlebnissen mit Familie und Freunden und die Lust, sich etwas zu gönnen, ist groß“, sagt McKinsey-Experte Jesko Perrey.
Die Aktivitäten, nach denen sich die Deutschen der Umfrage zufolge am meisten sehnen, sind Treffen mit Freunden (53 Prozent), Restaurant- und Bar-Besuche (40 Prozent) sowie Zusammenkünfte mit der Familie (38 Prozent).
Trotz Virus-Varianten, Lockdown und Verzögerungen beim Impfen zeigen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland im europäischen Vergleich McKinsey zufolge insgesamt optimistisch. Jeder Vierte glaubt demnach, dass sich die deutsche Wirtschaft in zwei bis drei Monaten wieder erholt. Weitere 60 Prozent erwarteten, dass es sechs bis zwölf Monate dauern werde. Nur 17 Prozent rechneten damit, dass die Covid-19-Pandemie die Wirtschaft dauerhaft belasten werde.

Corona-Zahlen und Inzidenz in Deutschland: So sieht die Öffnungsstrategie aus

Beim Corona-Gipfel wurde hart gerungen um Lockerungen insbesondere für den Handel, ebenso um die dafür relevanten Inzidenzwerte. Hier ist eine grafische Darstellung der neuen Strategie.

Diese Öffnungsstrategie haben Bund und Länder auf dem letzten Corona-Gipfel verabredet. Werden sie angesichts der aktuell hohen Corona-Zahlen in Deutschland aber überhaupt umgesetzt?
Diese Öffnungsstrategie haben Bund und Länder auf dem letzten Corona-Gipfel verabredet. Werden sie angesichts der aktuell hohen Corona-Zahlen in Deutschland aber überhaupt umgesetzt?
© Foto: Bundesministerium der Finanzen

Neuinfektionen, Inzidenz, R-Wert und Co.: Die wichtigsten Corona-Kennzahlen erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.