• Die Corona-Zahlen in Deutschland sind in den vergangenen wieder leicht angestiegen
  • Am morgigen Mittwoch, 03.03.2021, wird - auch auf der Basis der RKI-Fallzahlen und der Inzidenz - auf dem Corona-Gipfel darüber beraten, ob der Lockdown verlängert wird oder ob es Lockerungen geben kann
  • Wie sehen die Corona-Zahlen in Deutschland aktuell aus?
Am Mittwoch, dem 3. März, beraten Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten beim nächsten Corona-Gipfel über Lockerungen des Lockdown und mögliche Öffnungen.
Seit mehreren Tagen pendelt der Inzidenzwert um den Wert 60. Wie wirkt sich das auf mögliche Öffnungen aus? Kommt durch die hohe Verbreitung der Mutanten wie von vielen Experten befürchtet eine dritte Welle? Hier sind die aktuellen Fallzahlen mit Neuinfektionen, Toten und Genesenen sowie der Inzidenz:

Neue RKI-Fallzahlen für Deutschland heute: Inzidenz, Neuinfektionen und Tote am 02.03.2021

  • Zeit Online“ berichtete, dass es 5523 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektions-Rekord: Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 Fällen am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.451.011 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Dienstagmorgen 358 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte das RKI 415 Tote binnen eines Tages gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 70.463 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 254 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen. Damit hat es in Deutschland seit Beginn der Pandemie 71.042 Corona-Tote gegeben.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.1.21, erreicht worden.
  • Genesene: Laut RKI haben sich 2.264.600 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Er lag am Dienstagmorgen bei 1,01. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der Wert liegt laut dem RKI am Dienstagmorgen bei 65,4. „Zeit Online“ meldete am einen Wert von 67,5. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz pendelt seit mehreren Tagen um die Marke 60. Während des seit Dezember andauernden harten Lockdowns war der Wert wochenlang zurückgegangen, bevor er im Verlauf der vergangenen Tage wieder stieg, dann sank und nun erneut stieg.

Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co.: Die Fallzahlen der Johns-Hopkins-Uni

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Dienstag (Stand 6.15 Uhr) weltweit rund 114.417.054 Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.537.563 Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 28.659.784 Infizierte und 514.333 Tote.
  • Indien: 11.112.241 Infizierte und
157.157 Tote.
  • Brasilien: 10.587.001 Infizierte und 255.720 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.455.569 Infizierten und 70.266 Toten.


RKI-Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an. Zum Dashboard geht es hier.

Impfdashboard Deutschland: Impfquote und Stand bei Corona-Impfungen

Wie ist der Stand bei den Corona-Impfungen? Das zeigt das Impfdashboard der Bundesregierung. Dort finden sich die aktuellen Zahlen zur Corona-Impfung und der Anteil von Geimpften an der Bevölkerung. Die Darstellung beruht auf Zahlen des RKI, die jeden Werktag aktualisiert werden. Hier geht`s zum Impfdashboard.

Corona-Zahlen in Deutschland: Inzidenz steigt - was wird auf dem nächsten Gipfel entschieden

Bund und Länder ringen um eine Aussicht auf weitere Lockerungen des monatelangen Corona-Lockdowns - trotz akuter Sorgen wegen wieder steigender Infektionszahlen. Vor Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch mahnte die Bundesregierung zur Vorsicht. Aus einigen Ländern kamen ebenfalls Warnungen vor großen neuen Lockerungen, nachdem am Montag bundesweit Friseure wieder öffneten. Zum Absichern weiterer Schritte schlägt das Bundesgesundheitsministerium zwei kostenlose Schnelltests pro Woche für alle Bürger vor. Sie sollen von geschultem Personal abgenommen werden können, etwa in Testzentren oder Praxen.
Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin: „Wir sind jetzt in einer Phase der Hoffnungen, Gott sei Dank. Aber es kann und darf nicht eine Phase der Sorglosigkeit sein.“ Er verwies auf sinkende Patientenzahlen auf Intensivstationen, anziehende Impfungen und in absehbarer Zeit massenhaft verfügbare Schnelltests. Andererseits gebe es beim Infektionsgeschehen seit einigen Tagen eine steigende Tendenz, zudem breiteten sich ansteckendere Virus-Varianten aus.
Bundesweit lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Montag in sieben Tagen nun bei 66 - und damit höher als am Vortag (63,8), wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekannt gab. Der Höchststand war kurz vor Weihnachten mit knapp 200. Bund und Länder streben ein Niveau von 50 an, weitergehende Öffnungen sollen bei stabil unter 35 möglich sein. Es gibt bei den Werten aber weiter regionale Unterschiede - von 50 in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz bis 126 in Thüringen.
Seibert betonte, dass es bei Schulen, Kitas und nun unter anderem auch bei Friseuren bereits „eine große Öffnungswelle“ gebe. Daher sei es sinnvoll, zunächst die Auswirkungen zu beobachten und umsichtig mögliche nächste Schritte zu gehen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, es dürfe keinen „Öffnungsrausch“ geben und keinen „Blindflug in die dritte Welle hinein“. Sein sächsischer Amtskollege Michael Kretschmer (CDU) sagte: „In dieser Zeit der steigenden Infektionen kann doch jetzt keine große Lockerung erfolgen.“ Aus dem System der pauschalen Kontaktvermeidung müsse man in ein System der „sicheren Kontakte“ kommen - und zwar mit einem Schnelltestkonzept.

Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.: Die wichtigsten Corona-Kennzahlen erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.