• In ein paar Kreisen in Bayern dürfen bestimmte Bereiche wieder öffnen
Vorsichtiges Aufatmen in Einzelhandel und Kultur: In mehreren Kreisen in Bayern greifen am Montag Corona-Lockerungen. Zwischen 35 und 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern können Einzelhandel, Bibliotheken, Museen und Zoos wieder öffnen. In Ostbayern, entlang der tschechischen Grenze, bleibt zunächst alles wie gehabt: Hier sind die Inzidenz-Werte nach wie vor sehr hoch. Die Lockerungen wurden beim letzten Corona-Gipfel, am 03.03., von Bund und Ländern beschlossen. Wenn die Corona-Werte jedoch wieder steigen, können diese Lockerungen auch wieder rückgängig gemacht werden.
Wie ist die Lage in Bayern in Sachen Neuinfektionen, Inzidenz und Impfungen Montag, 08.03.?

Aktuelle Corona-Werte für Bayern am Montag, 08.03.2021

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Nürnberg und das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) haben am Montag, 08.03.2021 aktuelle Zahlen zu Neuinfektionen, Toten, Genesenen, Inzidenz und Impfungen sowie der Impfquote veröffentlicht. So ist die Lage:
  • Gesamtzahl der mit Corona Infizierten: 447.271
  • Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag: 891
  • Aktive Covid-19-Fälle laut RKI: 19.200
  • 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner: 72,55
  • Seit Beginn der Pandemie mit oder durch Corona gestorben: 12.638
  • Neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag: 7
  • Bisher genesen laut RKI: Etwa 415.000
  • Fälle der letzten 7 Tage: 9.522
  • Fälle pro 100.000 Einwohner: 3.407,85
  • Einwohnerzahl in Bayern: 13.124.737

Impfungen: Wie viele Menschen sind in Bayern gegen Corona geimpft?

In Bayern geht es in letzter Zeit besser voran mit der Verabreichung des Impfstoffs. Wie viele Menschen sind im Freistaat aktuell gegen das Coronavirus geimpft? Die aktuellsten verfügbaren Zahlen des RKI am 8. März:
  • Ihre erste von zwei nötigen Corona-Impfungen erhielten in Bayern bisher 893.581 Menschen.
  • Die Zweitimpfung haben 439.254 Menschen erhalten.
  • Die Impfquote beträgt bei der Erstimpfung in Bayern: 6,81
  • Zum Vergleich: Die Erst-Impfquote in Deutschland beträgt 3,35

Corona in Bayern: Wie viele Patienten sind auf der Intensivstation?

Die Lage auf den Intensivstationen ist weiterhin angespannt: Die Daten des DIVI-Intensivregisters von Krankenhaus-Standorten in Bayern mit Intensivbetten zur Akutbehandlung, Stand 08.03.2021:
  • 439 Covid-19-Patienten in Bayern sind in intensivmedizinischer Behandlung.
  • Davon werden 250 (56,95 Prozent) invasiv beatmet.
  • Insgesamt sind derzeit 2.834 Intensivbetten von 3.376 betreiben Betten belegt.
  • Covid-spezifische freie Intensivbetten: 311

Bayerische Betriebsärzte warten auf Corona-Impfstoff

Große Unternehmen bereiten jetzt zusammen mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) und dem bayerischen Gesundheitsministerium Corona-Impfungen durch die Betriebsärzte vor. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte am Samstag, bald werde mehr Impfstoff verfügbar sein: „Allein für April sind 1,8 Millionen Impfdosen angekündigt.“
Vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sagte, sobald ausreichend Impfstoff vorhanden sei, stünden die Unternehmen mit ihren Betriebsärzten freiwillig zum Impfen der Belegschaften bereit. „Bei uns haben sich bereits knapp 200 Unternehmen gemeldet und zur Mitwirkung bereiterklärt. Die Zahl wächst immer weiter.“
Bund und Länder hatten am Mittwoch beschlossen, dass im Laufe des zweiten Quartals Betriebsärzte in die Impfstrategie eingebunden werden. Holetschek forderte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, rasch die Rahmenbedingungen für eine zügige Einbindung der Betriebsärzte zu schaffen. Rechtsfragen, Logistik und Kosten werden noch geklärt.
Gerade Großunternehmen, die Erfahrung mit organisierten Grippeschutz-Impfungen haben, könnten das rasch gut organisieren. „Wir machen damit allein in den bayerischen Großunternehmen weit über 100.000 Menschen ein Impfangebot und bekommen so noch mehr Geschwindigkeit in die Impfungen“, sagte Holetschek.
Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Ruth Waldmann kritisierte das. „Auch wenn die ersten Prioritätsgruppen irgendwann durchgeimpft sind, darf es nicht danach gehen, wer am schnellsten am meisten Impfstoff bezahlen kann“, sagte sie am Samstag. Betriebsärzte könnten zwar einen wichtigen Beitrag leisten. Aber die großen Unternehmen dürften gegenüber den kleinen Handwerks- und Familienbetrieben ohne Betriebsarzt nicht bevorzugt werden.