• In einigen Bundesländern hat der Schulunterricht nach den Ferien schon wieder begonnen
  • Der Lehrerverband ist unzufrieden mit den Vorbereitungen auf das neue Schuljahr
  • Impfangebot für alle Jugendlichen soll den Präsenzunterricht ermöglichen
  • Wie geht an den Schulen angesichts der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen weiter?
Darüber, wie es mit den Schulen nach den Sommerferien weitergeht, wurde am 10. August beim Corona-Gipfel besprochen. Die Vorbereitungen von Bund und Ländern auf die Herbst- und Winterzeit bewertet Maike Finnern, Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, im Gespräch mit Business Insider als „mindestens schwierig“. Es gebe nicht nur einen Mangel an Personal, es fehle auch genügend Luftfiltern und an einer einheitlichen Teststrategie für die Schulen in allen Ländern. Auch angesichts der Überlegungen, Schüler zu impfen, könnte es Konflikte zwischen Eltern, Kindern und Lehrern geben.

Corona-Tests an Schulen: Keine einheitlichen Teststrategien an Schulen

Nicht alle Bundesländer wollen an einer einheitlichen Teststrategie für Schulen festhalten: Erst vor wenigen Tagen hatte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) gefordert, die Testpflicht an Schulen abzuschaffen. Die fehlenden Teststrategien für alle Schulen in allen Bundesländern kritisiert Bildungsgewerkschafterin Maike Finnern. Sie sagte gegenüber Business Insider: „Wir werden das neue Schuljahr nur hinbekommen, wenn wir an der Teststrategie festhalten“. Zweimal testen pro Woche sollte das Mindestmaß sein, dreimal sei besser.

Präsenzunterricht: Impfung und Corona-Tests – Das plant Deutschland für Schulen

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hatte sich deutlich für einen Regelbetrieb an den Schulen nach den Sommerferien und ein Präsenzstudium an den Hochschulen im Wintersemester ausgesprochen. Den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen müsse höchste Priorität eingeräumt werden, gerade weil sie in der Vergangenheit auf viele Freiheiten und Möglichkeiten der Persönlichkeitsentfaltung hätten verzichten müssen, heißt es in einem Beschluss vom Freitag (6.8.). Angesichts fortgeschrittener Impfquote und bei gesicherter medizinischer Versorgung müsse auch der Präsenzbetrieb an den Universitäten unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedingungen und Gegebenheiten vor Ort wieder zum Regelfall werden. „Die Voraussetzungen für den Präsenzunterricht sind gut und gänzlich andere als vor einem Jahr“, betonte die KMK-Präsidentin und brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). „Das Schulpersonal hat Impfangebote erhalten, Test- und Hygienekonzepte stehen und sind erprobt.“ Zugleich hätten Kinder und Jugendliche im vergangenen Schuljahr einen ganz erheblichen Beitrag zum Schutz der Erwachsenen geleistet. „Jetzt ist es wichtig, dass möglichst viele Erwachsene sich solidarisch zeigen und sich impfen lassen. Damit die Schülerinnen und Schüler einen normalen Schulalltag haben können.“

Maskenpflicht an Schulen: Bleibt der Mund-Nasen-Schutz?

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) bestritt, dass alle Länder den Schulstart umfassend vorbereitet haben. Weder gebe es eine zweiwöchige Sicherheitsphase nach den Sommerferien mit mindestens zwei Tests je Woche und Masken- sowie Abstandspflicht. „Noch sind rechtzeitige und ausreichende Anstrengungen beim Thema Luftfilter bzw. -anlagen unternommen worden. Von flächendeckend versprochenen Sofortmaßnahmen bei der Digitalisierung ganz zu schweigen“, erklärte der Vorsitzende Udo Beckmann. „Weiterhin auf Prinzip Hoffnung zu setzen, reicht nicht aus.“

Markus Söder zu den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz zu Schule

Auch das Thema Schule wurde bei der Ministerpräsidentenkonferenz am 10.08.2021 besprochen. Die Länderchefs waren sich hier nach Angaben des bayerischen Ministerpräsidenten, Markus Söder, einig:
  • Es soll überall Präsenzunterricht an Schulen geben,
  • sowie Corona-Tests für Schülerinnen und Schüler
  • und der Schülerausweis soll als Nachweis dienen - auch für andere Bereiche