In der ersten Stunde nach dem Unterrichtsbeginn setzte die digitale Lernplattform Moodle am Montag in Ton und Bild immer wieder aus. Über Twitter beschwerten sich zahlreiche genervte Lehrer und Eltern. „Kann es denn wirklich sein, dass es seit März keiner hinbekommen hat im @KM_BW eine funktionierende digitale Infrastruktur aufzubauen?“ kritisierte eine Nutzerin das Kultusministerium, das sich später äußern will. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg frühestens am kommenden Montag öffnen, alle anderen Schulen nicht vor Ende Januar.

Lernplattform nicht einfach zu handhaben

Moodle ist ein Lernmanagementsystem, über das Schüler und Lehrer online miteinander in Kontakt treten. Darin können Lerngruppen eingerichtet und Aufgaben verteilt und dann bearbeitet zurückgegeben werden. Schüler und Lehrer können in Foren miteinander diskutieren und Informationen austauschen. Zudem gibt es eine Art Chatfunktion. Anwender berichten allerdings, dass Moodle in Baden-Württemberg kein einfach handhabbares System zum Management von Dokumenten hat.
Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg frühestens am kommenden Montag öffnen, alle anderen Schularten nehmen den Präsenzunterricht dagegen nicht vor Ende Januar wieder auf. Mit der vorsichtigen Öffnung ab dem 18. Januar und abhängig vom Infektionsgeschehen geht Baden-Württemberg einen Sonderweg: Die meisten anderen Bundesländer lassen Schulen wie vereinbart generell geschlossen. Im Südwesten will die Landesregierung am Donnerstag entscheiden.
Ausnahmen von der Regel gab es bereits am Montag. Denn statt Fernunterricht konnten Schulen in den Abschlussklassen auch Präsenzunterricht anbieten, wenn dies unbedingt notwendig ist, um eine Prüfung vorzubereiten. Die Entscheidung liegt jeweils bei den Schulleitungen. Ebenfalls geöffnet wurden die sogenannten Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung.
Kitas bleiben dagegen weiter geschlossen. Dort und für Schüler der Klassen 1 bis 7 wird eine Notbetreuung angeboten - allerdings nur für Kinder, «deren Eltern zwingend auf eine Betreuung angewiesen sind», wie das Kultusministerium festgelegt hat. Eltern müssen nachweisen, «dass beide entweder in ihrer beruflichen Tätigkeit unabkömmlich sind oder ein Studium absolvieren oder eine Schule besuchen, sofern sie die Abschlussprüfung im Jahr 2021 anstreben».

Stellungnahme des Kultusministeriums zum Lernmanagementsystem Moodle

Zum Start des Fernunterrichts am Montagmorgen haben das Kultusministerium mehrere Rückmeldungen erreicht, dass einige Moodle-Instanzen nicht erreichbar sind. Dies führte zeitweise dazu, dass der Login fehlschlug und sich Betroffene erneut anmelden mussten. Das Datennetz der wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes Baden-Württemberg (BelWü), hat 200 betroffene Schulen identifiziert und die jeweiligen Probleme identifiziert. In weiten Teilen Baden-Württembergs und bei der überwiegenden Mehrheit der Schulen funktioniert Moodle jedoch störungsfrei. Bei der aktuellen Störung wurde untersucht, welche Moodle-Instanzen konkret von der Überlast betroffen waren. Für diese Moodle-Instanzen wurden nun die aktuell noch umfangreichen Pufferkapazitäten zugewiesen und die Instanzen auf entsprechend leistungsfähigere Server umgezogen. Die Probleme sollten im Laufe des Tages behoben werden.