• Die Schule hat in der ersten Hälfte der Bundesländer am Montag, 3. Januar, wieder begonnen
  • Am 5. Januar haben die Kultusminister der Länder beraten, wie an den Schulen mit der Omikron-Variante umgegangen werden soll
  • Besprochen wurde auch, dass Schulen nach den Weihnachtsferien im Regelbetrieb starten sollten
  • In Thüringen bleiben die Kinder zunächst im Homeschooling
  • Welche Corona-Regeln gelten an den Schulen 2022?
Am Montag, 03.01. gingen in mehreren Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen und Rheinland-Pfalz die Weihnachtsferien zu Ende. Trotz steigender Coronazahlen und Inzidenzwerte kehrten die Schüler dort in die Klassenzimmer zurück. Am Dienstag folgte das Saarland, am Mittwoch Hamburg und – je nach Entscheidung der Schulen – auch Thüringen. Die Kultusminister der Länder haben am Mittwoch, 05.01. kurzfristig in einer Videokonferenz über die Lage an den Schulen beraten.

Kultusminister: Schulen sollen trotz Omikron nicht schließen

Die für Bildung zuständigen Kultusministerinnen und -minister der Länder bleiben bei ihrer Linie, dass Schulen in der aktuellen Corona-Lage offen gehalten werden sollen. „Auch wenn sich die Pandemie durch eine neue Virusvariante verändert, müssen wir die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen noch stärker in den Blick nehmen. Das bedeutet, dass wir die Schulen erst dann schließen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien (CDU), am Mittwoch nach einer Sonderschalte der Minister.
Die KMK hatte die außerplanmäßige Beratung wegen des drohenden massiven Anstiegs der Ansteckungszahlen durch die Omikron-Variante anberaumt. Zuletzt war vor diesem Hintergrund die Frage aufgekommen, ob durchgehender Unterricht in den Schulen weiterhin möglich bleiben wird. Das Präsenzlernen habe höchste Priorität, sagte Prien, die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein. Sie verwies auch auf die geltende Rechtslage, wonach flächendeckende Schulschließungen momentan gar nicht mehr möglich sind.

Kultusministerkonferenz 2022: Flächendeckende Schulschließungen nicht möglich – Sonderregel in Thüringen

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Wochenende im Kampf gegen die neue Coronavirus-Variante noch einmal zum Tragen von Masken aufgerufen. „Die Viruslast der Infizierten ist bei Omikron niedriger, deshalb wirken Masken besser“, sagte Lauterbach der „Bild am Sonntag“. In den Schulen sei dies ein „absolutes Muss“.
Bundesregierung und Bundesbildungsministerium hatten zuletzt ihr Ziel bekräftigt, Schulen und Kitas offenzuhalten. Wegen der Feiertage mit weniger Tests und verzögerten Infektionsmeldungen sind die Inzidenzzahlen und Angaben zur Verbreitung der Omikron-Variante derzeit nicht präzise.
Flächendeckende Schließungen sind nach Änderungen am Infektionsschutzgesetz durch die Ampel-Parteien nicht mehr möglich. Thüringen musste deshalb den Plan zurückziehen, mit Distanzunterricht ins neue Jahr zu starten. Bildungsminister Helmut Holter (Linke), der damit „vor die Welle kommen“ wollte, überlässt es nun den Schulen in Thüringen selbst, wie sie vorgehen wollen: „Weil ich das als Ministerium nicht entscheiden kann, habe ich dieses auf die Schulen delegiert. Und ich weiß, dass es eine weitere Belastung der Schulleitungen bedeutet“, sagte er am Montag im Deutschlandfunk.

Schulstart Corona 2022: Präsenzpflicht in Brandenburg und Sachsen

Nach den Weihnachtsferien starteten die Schulen in Brandenburg an diesem Montag (3. Januar) wieder mit Präsenzunterricht. Dafür gilt seit Mitte November des vergangenen Jahres, dass jede Schülerin und jeder Schüler dreimal wöchentlich einen negativen Corona-Schnelltest nachweisen muss. Die Beschäftigten müssen geimpft, genesen oder getestet sein. Für die Präsenzpflicht gibt es für bestimmte Gruppen Ausnahmen, sie brauchen dann eine Erklärung der Sorgeberechtigten. Brandenburg halte weiterhin daran fest, die Schulen offenzuhalten und setze auf Präsenzunterricht als beste aller Unterrichtsformen, hatte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), die scheidende Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, mitgeteilt.
Auch in Sachsen beginnt der Schulunterricht am 3. Januar regulär. Welche Regeln im Freistaat an den Schulen gelten ist hier nachzulesen.

Präsenzunterricht in Bayern und BW nach den Weihnachtsferien geplant

In den Ländern Bayern und Baden-Württemberg starten die Schulen erst nach den Heiligen Drei Königen (6. Januar). Der Schulstart wäre hier also am 10. Januar 2022. Bayern hält am geplanten Schulstart mit Präsenzunterricht nach den Weihnachtsferien fest. Kultusminister Michael Piazolo sagte in der „BR24 Rundschau“: „Wir wollen Präsenzunterricht, wir hatten Präsenzunterricht, wir werden in der nächsten Woche so wie andere Bundesländer auch mit Präsenzunterricht starten.“ Auch Baden-Württemberg will an diesen Plänen festhalten:

Drei-Stufen-Modell soll Präsenzunterricht in MV lange sichern

Mecklenburg-Vorpommern wappnet seine Schulen mit einem Drei-Stufen-Modell für die erwartete neue Corona-Welle durch die Omikron-Variante. Wie Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) am Montag in Schwerin mitteilte, soll die Unterrichtsgestaltung lokal an die jeweilige Infektionslage unter Lehrern und Schülern angepasst werden. Dabei liege die Entscheidung bei der jeweiligen Schulleitung. Diese wisse am besten, wie sie im Interesse der Schüler und Schülerinnen zu reagieren und die Lehrkräfte vor Überbelastungen zu schützen habe.
So könne jede Schule in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt flexibel reagieren und für sich festlegen, in welcher Phase sie sich befindet und wie sie den Unterricht dann organisiert. „Es ist wichtig, dass die Kompetenz der Schulleitungen und der Lehrer nicht untergraben wird“, sagte Oldenburg, machte zugleich aber deutlich: „Präsenzunterricht hat in allen Phasen Vorrang.“ Die Eltern würden jeweils am Donnerstag über die Unterrichtspläne für die Folgewoche informiert. Schulschließungen wie im Vorjahr sollten unter allen Umständen verhindert werden, seien flächendeckend unter den aktuellen gesetzlichen Vorgaben aber auch nicht möglich.
Zum Schulstart am Montag habe - mit einer Ausnahme in Rostock - entsprechend Stufe eins an allen Schulen des Landes Präsenzunterricht für alle Altersstufen stattgefunden. Bei höherem Infektionsgeschehen und Stufe zwei beschränke sich der Präsenzunterricht auf die Klassen eins bis sechs sowie die Abschlussklassen. Für alle anderen Schüler und Schülerinnen gebe es dann Wechselunterricht. Ob der Wechsel zwischen Präsenz und Homeschooling wochen- oder tageweise erfolgt, entscheide auch die Schule selbst.
Sollte coronabedingt der Personalmangel zu groß werden, können in Stufe drei Notbetreuung für die unteren Klassen und Fernunterricht ab Klasse sieben angeordnet werden. Für Abschlussklassen soll es aber auch dann in jedem Falle Präsenzunterricht geben. „Die Schüler müssen hervorragend auf die Prüfungen vorbereitet sein“, sagte Oldenburg. Auch für Schüler mit speziellem Förderbedarf solle der reguläre Unterricht stets sichergestellt werden.
Sowohl der Schulleiterverband als auch der Landeselternrat befürworteten das vorgelegte Stufenmodell. Es sei von Anfang an eine Forderung des Elternrats gewesen, abhängig von der Infektionslage vor Ort über die Öffnung der Schulen zu entscheiden, betonte der Landesvorsitzende Kay Czerwinski. Präsenzunterricht müsse so lange wie möglich sichergestellt werden. „Es geht nicht nur um die Wissensvermittlung. Die sozialen Kontakte sind für die Kinder sehr wichtig“, sagte Czerwinski. Im vorigen Schuljahr waren die Schüler wegen der strengen Kontaktbeschränkungen über Monate hinweg im Homeschooling unterrichtet worden.