Kommt es zu einem zweiten Lockdown in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie? Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte am Wochenende, dass ein ein zweiter Lockdown nicht zu vermeiden sei, ohne eine entschlossenere Beschränkung persönlicher Kontakte.
Tatsächlich steigt die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland rasant an. Allein Am Samstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 14.714 Neuinfektionen, ein Rekordwert bis dahin. Am Montag waren es 8685 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunde. Zu beachten ist: An Montagen und Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, da am Wochenende weniger getestet wird und nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten aktuell übermitteln.

Corona-Zahlen Deutschland: Aktuelle Fallzahlen am Dienstag, 27.10.2020

Wie hoch sind die neuen Corona-Zahlen in Deutschland am Dienstag, den 27.10.2020? Alle wichtigen Fallzahlen des RKI-Dashboards - die Zahl der Neuinfektionen, den Inzidenzwert sowie die Zahl der Toten und Genesenen im Überblick:
  • Neuinfektionen: Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag 11.409 Neuinfektionen.
  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 449.275 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag jetzt bei 10.098. Das sind 42 mehr als am Vortag.
  • R-Wert: Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Dienstag bei 1,37 (Vortag: 1,45).
  • Sieben-Tage-R-Wert: Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,30 (Vortag: 1,39). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Corona-Lockdown trifft Gastronomie - Bars besonders gebeutelt

Die Gastronomie in Deutschland hat seit dem Corona-Lockdown im Frühjahr beträchtlich an Umsatz eingebüßt. Zwischen März und August nahmen Restaurants, Cafés, Caterer und Bars preisbereinigt 40,5 Prozent weniger Geld ein als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.
Im kompletten Lockdown-Monat April fielen die Umsätze mit einem Minus von gut 68 Prozent demnach am stärksten. Mit der Öffnung im Mai erholten sich die Geschäfte zwar kontinuierlich. Im August lag der Erlösrückgang aber immer noch bei gut 22 Prozent, so die Wiesbadener Statistiker. Angesichts von Sperrstunden und Kontaktbeschränkungen in Corona-Hotspots zur Eindämmung der Pandemie kommen nun wieder neue Herausforderungen auf die Gastronomie zu.
Innerhalb der Branche besonders betroffen waren Lokale, die ihr Geld mit Getränkeausschank verdienen: Dort, etwa bei Kneipen und Bars, fiel der Umsatz von März bis August um mehr als 45 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Restaurants, Gaststätten und Imbisslokale konnten dagegen mit Lieferdiensten und Ab-Haus-Verkäufen etwas Boden gut machen und büßten noch etwa 29 Prozent der Erlöse ein.
Die Umsatzeinbrüche führten in der Gastronomie, die zuletzt rund 1,8 Millionen Menschen beschäftigte, zu einem kräftigen Job-Abbau, wie es weiter hieß. Die Beschäftigung lag von März bis August um etwa ein Sechstel unter dem Vorjahresniveau (-17,6 Prozent). Bei der Zahl der Insolvenzen machten sich die schlechten Geschäfte unterdessen nicht bemerkbar. Die Statistiker führen das aber auf die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht seit März zurück.

Steigende Infektionszahlen in Deutschland: Thomas Strobl möchte Mini-Lockdown

Die rasant steigenden Infektionszahlen in Deutschland sind alarmierend. Bei weiterer Verschärfung der Corona-Lage im Land fordert der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl einen Mini-Lockdown. Gemeint ist damit ein etwa einwöchiger Zeitraum.
„Wenn die Zahlen sich weiter so entwickeln, dann müssen wir Maßnahmen in den Blick nehmen, etwa, dass wir auch einmal für eine Woche alles dicht machen, dass von Freitag bis Sonntag die Woche drauf gar nichts mehr geht“, sagte der baden-württembergische Innenminister dem Nachrichtenportal „ThePioneer“ am Dienstag (27.10.2020). Von dem Mini-Lockdown sollen auch Kitas, Schulen und Geschäfte nicht ausgeschlossen sein, so Strobl.