Corona Regeln
: Maskenpflicht, Treffen und Clubs - Wegen niedriger Zahlen fast überall Lockerungen

Neue Corona-Regeln gibt es in zahlreichen Bundesländern. Lockerungen gibt es unter anderem bei der Maskenpflicht und Treffen. Auch Clubs dürfen lokal wieder öffnen.
Von
Esther Lehnardt mit DPA
Berlin
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Clubs öffnen, ein Ende der Maskenpflicht im Freien und der Schule und Treffen sind wieder mit mehr Personen erlaubt. Wegen die Niedrigen Corona-Zahlen gibt es Lockerungen der Regeln.

Robert Michael/dpa

Die Corona-Zahlen und die Inzidenz sinken.

In vielen Bundesländern gibt es Lockerungen der Corona-Regeln.

Die Maskenpflicht in der Schule ist teilweise aufgehoben.

Clubs dürfen zum Teil wieder öffnen

Immer tiefer sinken die Corona-Zahlen und langsam werden die Maßnahmen gelockert. Am Dienstag kündigten mehrere Länder weitreichende Lockerungen an z.B. bei:

Maskenpflicht in der Schule

Treffen und Kontaktbeschränkungen

Clubs und Partys

Den Überblick zu behalten, in welchem Bundesland aktuell noch welche Corona-Regeln gelten, wird zunehmend schwieriger.

Neue Corona-Regeln Sachsen-Anhalt und Brandenburg: Clubs öffnen wieder

Die Regierungen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg gaben am Dienstag den Startschuss für die Rückkehr des Nachtlebens: Tanz-Clubs könnten mit beschränkter Personenzahl und strengen Hygiene-Auflagen wieder öffnen, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach einer Sitzung seines Kabinetts. „Es darf wieder getanzt werden“, sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD).

Abschaffung der Maskenpflicht im Freien

Mehrere Bundesländer beschlossen am Dienstag ein Ende der Maskenpflicht im Freien oder eine Maskenpflicht im Freien nur noch in Ausnahmefällen. In Berlin fällt die Tragepflicht auf belebten Plätzen weg, im Freien im Zoo und im Tierpark. Auch in Hamburg, im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und in Rheinland-Pfalz können die Masken bei Aktivitäten draußen künftig in der Tasche bleiben. Tragepflicht gilt nur noch zum Teil, etwa wo dichtes Gedränge herrscht oder wie in Bremen beschlossen nur noch an Bushaltestellen oder Bahnhöfen.

Kontaktbeschränkungen: Wie viele Personen dürfen sich treffen?

Treffen draußen werden zum Teil gar nicht mehr beschränkt: So beschloss Sachsen-Anhalt, die bislang geltenden Kontaktbeschränkungen in Kontaktempfehlungen umzuwandeln. In Brandenburg werden sogar sämtliche Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit aufgehoben.

An vielen Orten in Deutschland gelten lockere Kontaktbeschränkungen - vor allem im Freien.

Peter Kneffel/DPA

Maskenpflicht in Bus und Bahn

Unterschiede gibt es beim Maske-Tragen in öffentlichen Verkehrsmitteln: In der Hauptstadt ist weiter eine FFP2-Maske Pflicht. In Nordrhein-Westfalen reicht schon seit dem vergangenen Wochenende eine OP-Maske. Auch in Sachsen-Anhalt muss in Bussen oder Bahnen künftig keine FFP2-Maske mehr getragen werden. Es reicht ebenso wie beim Shopping die OP-Maske.

Maskenpflicht in der Schule: Im Unterricht an manchen Orten keine Maskenpflicht mehr

Auch die Masken-Regeln an den Schulen werden weiter gelockert: Die Tragepflicht im Unterricht fällt zum Beispiel in Rheinland-Pfalz und im Saarland weg. Auch in Sachsen-Anhalt sollen Schüler nur noch auf dem Schulflur einen Mund-Nasen-Schutz aufsetzen. Baden-Württemberg lockert ebenfalls: Keine Maske im Unterricht mehr, wenn die Inzidenz unter 35 liegt und es zuletzt keine Corona-Fälle an der Schule gab. In Bayern dürfen Schüler zumindest auf dem Pausenhof und bei Wandertagen künftig ihre Masken wieder ablegen, wie die Staatskanzlei am Dienstag in München mitteilte.

Im Norden müssen sich Schüler allerdings darauf einstellen, dass die Maske im Unterricht auch in den ersten beiden Wochen nach den Sommerferien noch aufgesetzt werden muss. Dieser Puffer nach den Ferien sei in Bezug auf die Urlaubsrückkehrer wichtig, sagte Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Dienstag. Solche Pläne gibt es auch in Berlin und Brandenburg.

Eine Mehrheit von 59 Prozent der Deutschen befürwortet einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge eine Aufhebung der Maskenpflicht in Unterrichtsräumen an Schulen. 31 Prozent sprachen sich in der am Dienstag veröffentlichten Umfrage dagegen aus.

Corona Deutschland Zahlen heute aktuell: So hoch ist die Inzidenz

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.34 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 11,6 an (Vortag: 13,2; Vorwoche: 19,3). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3 718 955 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 594 700 an.

Delta-Variante in Deutschland auf dem Vormarsch

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, sagte am Dienstag, man werde in den kommenden Wochen und Monaten aus der pandemischen Phase herauskommen. Es sei die Zeit gekommen, „in eine chronische Phase“ überzugehen. Künftig werde Covid eine Erkrankung des Klinikalltags werden und den Schrecken einer in Wellen verlaufenden Pandemie verlieren.

Die bayerische Staatsregierung sprach unterdessen am Dienstag eine deutliche Warnung vor der in Großbritannien inzwischen dominanten Delta-Variante des Coronavirus aus. Nach Ansicht von Virologen sei diese zuerst in Indien bekanntgewordene Virus-Variante deutlich ansteckender und verursache schwererer Krankheitsverläufe, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts, an der auch Virus-Experten teilgenommen hatten.

In Österreich fallen zum 1. Juli weitere Corona-Beschränkungen. So wird die wegen der Corona-Krise eingeführte Sperrstunde aufgehoben.