In Bayern hat die Corona-Inzidenz die Marke von 2000 überschritten. Doch sollen die meisten Corona-Regeln eigentlich am 20. März bundesweit fallen. Darüber wird jetzt heftig debattiert – auch in Bayern. Vor allem das Wegfallen der Maskenpflicht im öffentlichen Raum sowie in Schulen wird kritisiert.
  • Welche Corona-Regeln sollen in Bayern ab 20.3.22 gelten?
  • Fällt die Maskenpflicht beim Einkaufen und in der Schule?
  • Alle Infos zu den Maßnahmen im März 2022 in der Übersicht

Lockerungen in Bayern: Diese Corona-Regeln gelten ab dem 20. März

Bei der letzten MPK zum Thema Corona haben die Ministerpräsidenten zusammen mit dem Bundeskanzler beschlossen, dass ab dem 20. März eine Art „Freedom Day“ kommen soll. Bundesweit soll nur noch ein Basisschutz möglich sein: Maskenpflichten in Pflegeheimen, Kliniken und Nahverkehr - und Testpflichten in Heimen und Schulen. Bundesweit bleiben soll außerdem die Maskenpflicht in Fernzügen und Flugzeugen. An Orten, wo sich die Corona-Lage zuspitzt, sollen allerdings die Länderparlamente schärfere Auflagen verhängen können, darunter auch Maskenpflichten, Abstandsgebote, Hygienekonzepte sowie Impf-, Genesenen- oder Testnachweise (3G/2G/2G plus). Der Bund plant eine Übergangsfrist bis Anfang April, damit sich die Länder auf die neue Situation einstellen können.

Welche Corona-Regeln sind in Bayern geplant?

In Bayern bleibt es bis zum 2. April bei den bisherigen 2G- und 3G-Zugangsregeln und bei der Maskenpflicht auch in Schulen oder im Handel - mit einer Ausnahme: In Grund- und Förderschulen entfällt die Maskenpflicht im Unterricht ab kommenden Montag (21.3.), eine Woche später (ab dem 28.3.) auch in den 5. und 6. Klassen. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) sagte. Der Freistaat nutzt damit - außer eben bei den Grundschülern und in den 5. und 6. Klassen - eine Übergangsfrist für viele bestehende Corona-Regeln aus, wie sie im neuen Bundesinfektionsschutzgesetz vorgesehen ist. Im Handel und anderswo gilt in Bayern vorerst auch weiterhin FFP2-Maskenpflicht.
Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung für das überarbeitete Infektionsschutzgesetz sollen an diesem Wochenende eigentlich bundesweit alle tiefgreifenden Corona-Maßnahmen auslaufen. Diesen Weg geht das bayerische Kabinett aber bis auf Weiteres nicht. Auch das weitere Vorgehen nach dem 2. April ist offen. Das müsse man rechtzeitig vor dem Hintergrund der dann vorliegenden Fakten entscheiden, sagte Herrmann. „Stand heute“ müsste eine Hotspot-Regelung für jeden Landkreis einzeln getroffen werden.
Klar ist nach dem bayerischen Kabinettsbeschluss, dass es bis zum 2. April bei den bisher gültigen Zugangsbeschränkungen (nur für Geimpfte/Genesene/Getestete) bleibt, also etwa 2G im Freizeitbereich, 2G plus in Discos oder 3G in Gaststätten, Hotels und Hochschulen.

Die neuen Corona-Regeln in Bayern im Überblick

Das Bayerische Gesundheitsministerium hat eine Übersicht dazu veröffentlicht, welche Maßnahmen gelockert werden. Demnach werden die Corona-Regeln wie folgt geändert:
  • ab dem 19. März entfallen wegen des erwarteten neuen Infektionsschutzgesetzes alle Kontaktbeschränkungen sowie Kapazitäts- und Personenobergrenzen
  • auch für Gottesdienste gelten dann keine Sonderregeln mehr
  • im Restaurant darf wieder zur Musik getanzt werden
  • Volksfeste, Jahrmärkte sowie Feiern auf öffentlichen Plätzen sind ebenfalls wieder erlaubt
  • und Kita-Kinder müssen nicht mehr in festen Gruppen betreut werden
  • ab dem 21. März entfällt die Maskenpflicht im Klassenzimmer am Platz in den Grundschulen sowie an Förderschulen
  • ab dem 28. März gilt für alle Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen im Klassenzimmer am Platz grundsätzlich keine Maskenpflicht mehr

Söder: Kein Freedom Day am 20.3., Corona-Regeln gelten weiter

Bei der Regierungserklärung ging Söder am Dienstag, 15.3.22, um 14 Uhr mit einer Live-PK auch auf das Thema Corona ein. Der Ministerpräsident kritisiert die überstürzte Lockerungen in dem geplanten Umfang: „Die neuen Regeln zu Corona, seinen sie auch noch ein bisschen nachgebessert, bleiben hinter ihren Möglichkeiten und bieten kaum Schutz“. Wenn es so weitergehe, seien alle Abschlussprüfungen herausgefordert, mahnte Söder. „Bayern wird dem Gesetz im Bundesrat in dieser Form nicht zustimmen“, machte Söder deutlich. Den Ausstieg befürworte der Ministerpräsident, aber überstürzen dürfe man es nicht.

In Bayern gilt jetzt die Pflege-Impfpflicht - mit Übergangsfristen

Auch in Bayern gilt von Mittwoch an die Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in der Pflege und im Gesundheitswesen - sie wird aber nur langsam und schrittweise um- und durchgesetzt. Das bayerische Umsetzungskonzept sieht aber längere Übergangsfristen vor. Betretungsverbote für Ungeimpfte soll es wohl erst ab Sommer geben. In letzter Konsequenz sollen Beschäftigten, die sich weiterhin nicht impfen lassen wollen, erst ungefähr ab Sommer Betretungsverbote drohen. Bei Neueinstellungen gilt die Impfpflicht dagegen ab sofort unmittelbar: Hier müssen die Bewerber nunmehr direkt einen Corona-Immunitätsnachweis vorlegen.

Wird ganz Bayern zum Hotspot mit strengen Corona-Regeln?

Bundesgesundheitsminister Lauterbach rief die Länder am Dienstag dazu auf, die Übergangsfrist der neuen Corona-Regeln bis zum 2. April zu nutzen. Anschließend müssten sie die neuen Hotspot-Regelungen nutzen, um das Geschehen in den Griff zu bekommen. „Das kann zur Not auch darauf hinauslaufen, dass wenn die Situation in einem ganzen Bundesland so prekär ist, dass ein ganzes Bundesland sich zum Hotspot erklärt, wie das jetzt zum Beispiel Bayern überlegt“, sagte Lauterbach im ARD-„Morgenmagazin“. Es werde keinen Freedom Day geben. „Wir sind nicht in der Situation, als dass man jetzt alle Maßnahmen fallen lassen könnte.“
Bayern lockert Corona-Regeln für Seilbahnen
Die Corona-Auflagen an Bayerns Seilbahnen werden gelockert. «Wir werden Seilbahnen in Bayern von Samstag morgen an wie den ÖPNV behandeln», sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Es gebe dann - ebenso wie in Österreich und der Schweiz - keine Zugangsbeschränkungen mehr. Allerdings bleibt es bei den beliebten Fahrten auf die Berge in geschlossenen Kabinen bei der Maskenpflicht.
Bislang waren in Seilbahnen 2G-Vorschriften zu beachten, das heißt, nur gegen Geimpfte oder Genesene durften mitfahren.