Die Omikron-Variante beginnt sich in Deutschland immer stärker auszubreiten. In einigen anderen Ländern ist sie bereits vorherrschend. Das Virus ist mittlerweile auch in allen Bundesländern in Deutschland angekommen, zudem wurde unter der Woche vom ersten offiziellen Toten berichtet, der mit der Omikron-Variante des Coronavirus infizierte gewesen sein soll.
Auch wenn der überwiegende Anteil der Infektionen in Deutschland nach wie vor auf die Delta-Variante des Coronavirus zurückgeht, ist die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle in den letzten Wochen deutlich angestiegen, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend.

Omikron-Variante: So viele Fälle gibt es offiziell in Deutschland

Bis zum 21. Dezember wurden 441 über eine Genomsequenzierung bestätigte Omikron-Infektionen übermittelt. Bei 1438 Fällen bestehe nach einem spezifischen PCR-Test der Verdacht darauf. In Deutschland wird jedoch nur ein kleiner Teil der positiven Proben auf Omikron hin getestet. Dass sich Omikron hierzulande verbreitet, gilt als sicher. Unklar ist nur noch, wie schnell es sich ausbreitet. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte am 19. Dezember: "Verhindern können wir die Verbreitung nicht, nur verzögern. Je länger es dauert, bis Omikron auch Deutschland im Griff hat, umso besser."

Wo verbreitet sich Omikron?

Die neue Corona-Variante verbreitet sich gerade explosionsartig in den Niederlanden, in Dänemark, Norwegen und Großbritannien. Die Omikron-Inzidenz verdoppelt sich, laut Expertenrat, etwa alle zwei bis drei Tage.

Welche Symptome treten bei einer Omikron-Infektion auf?

Nach Angaben der Vorsitzenden des südafrikanischen Ärzteverbands, Dr. Angélique Coetzee leiden die Infizierten an extremer Müdigkeit, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Infizierte berichten von einem Kratzen im Hals und einem trockenen Husten. Auch von Schweißausbrüchen in der Nacht wird berichtet, ebenso Schmerzen am Körper. Fieber haben nur wenige bekommen, auch hatten sie sich schnell wieder erholt, ohne einen Aufenthalt in der Klinik. Omikron ist demnach eine Variante mit einem milden Krankheitsverlauf.
Die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus sorgt für schärfere Maßnahmen zum Infektionsschutz.
Die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus sorgt für schärfere Maßnahmen zum Infektionsschutz.
© Foto: Christin Klose / DPA

Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazenecca: Wirken die bisherigen Impfstoffe?

Gute Ergebnise mit dem Impfstoff hat das US-Pharmaunternehmen Moderna in ersten Labortests mit Booster-Impfungen verzeichnet. Nach Angaben des Unternehmens kann eine halbe Dosis bei der Auffrischungsimpfung die Zahl der Omikron bekämpfenden Antikörper um das 37-fache erhöhen. Die Angaben sind aber noch nicht wissenschaftlich überprüft worden. Tests der Nationalen Gesundheitsinstitute der USA ergaben aber eine ähnliche Steigerung der Antikörper. Bei dem Impfstoff von Biontech/Pfizer bieten zwei Dosen keinen ausreichenden Schutz, das ergab eine Bevölkerungsstudie in Großbritannien. Demnach sinkt bei einer Infektion mit Omikron die Wirksamkeit auf 34 Prozent. Menschen, die mit zwei Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca hatten keinen Schutz mehr vor symptomatischer Infektion. Zwei Wochen nach einer Booster-Impfung stieg die Effektivität bei Moderna und Biontech / Pfizer auf über 70 Prozent.

Wie steht es um Kinder, wenn sie sich mit Omikron infizieren?

Auch hierzu kann man noch nichts Gesichertes sagen, erste Berichte über schwere Verläufe bei kleinen Kindern sind deutschen Fachleuten zufolge noch als vorläufig zu betrachten. Auch bei früheren Varianten habe es anfangs ähnliche Berichte gegeben, die sich dann nicht bewahrheiteten. Der Virologe Christian Drosten sagte kürzlich, er erwarte nicht, dass Omikron harmlos sei für Menschen, deren Immunsystem weder durch Impfung noch durch Infektion auf Sars-CoV-2 vorbereitet ist.

Funktionieren Schnelltests auch bei Omikron?