Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca zur weiteren Anwendung empfohlen. Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Nutzen des Vakzins größer als die Risiken, erklärte ein WHO-Beratungsgremium zur Sicherheit von Impfstoffen am Mittwoch in Genf. Das Gremium untersuche das Astrazeneca-Präparat und dessen mögliche ernste Nebenwirkungen wie Thrombosen gründlich und werde die Ergebnisse so schnell wie möglich bekanntgeben.

Probleme mit notwendigerweise mit Vakzin zu verbinden

Die Experten betonten, dass eine Impfung gegen Covid-19 nicht vor anderen Krankheiten und anderen Todesursachen schütze. Krankheiten und gesundheitliche Probleme, die nach einer Impfung auftreten, sind laut den Fachleuten nicht notwendigerweise mit dem Vakzin zu verbinden.
Mit der Erklärung reagierte die WHO auf die Entscheidung mehrerer europäischer Staaten wie Deutschland, die Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca auszusetzen. Grund dafür waren neue Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa.

WHO empfiehlt Anwendung von Johnson & Johnson Impfstoff

Zuvor hatte ein anderes Gremium der WHO die Anwendung der Corona-Impfstoffes des US-Herstellers Johnson & Johnson zur Anwendung empfohlen. Das Vakzin sei sicher und wirksam, erklärte die Expertengruppe für Immunisierung.
Die Experten unterstrichen in der vorläufigen Empfehlung, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson nur einmal verabreicht werden müsse. Bei den Präparaten von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca hingegen seien zwei Impfungen vorgesehen. Zudem könnten alle Menschen über 18 Jahren mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft werden. Weiter seien ermutigende Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Sicherheit dieses Serums bei schwangeren Frauen vorhanden, hieß es.
Der Johnson & Johnson-Impfstoff kann bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden und ist somit auch für Entwicklungsländer geeignet. Die EU-Kommission hatte in der vergangenen Woche eine bedingte Zulassung für das Präparat der Johnson & Johnson-Tochter Janssen erteilt, wie zuvor auch für die Wirkstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Dafür sind weniger umfangreiche Daten als normalerweise nötig.
Der Impfstoff von Johnson & Johnson basiert wie der von Astrazeneca auf der sogenannten Vektortechnologie, während die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna mRNA-Impfstoffe sind. Bei der Vektortechnologie besteht der Impfstoff aus einem anderen, unschädlichen Virus. Dieses wurde so verändert, dass es ein Gen zur Herstellung eines bestimmten Proteins des Coronavirus enthält. Das Immunsystem des Geimpften erzeugt dann natürliche Abwehrkräfte gegen dieses Protein. So ist der Körper vorbereitet, wenn sich die Person mit dem Coronavirus anstecken sollte.