Die Langzeitfolgen der Corona-Pandemie sind bislang noch kaum absehbar. Ebenso, welche Langzeitschäden durch das Coronavirus zu erwarten sind. Eine Vermutung äußern Forscher an der Universität Frankfurt nun nach einer neuen Studie in der Fachzeitschrift „JAMA Cardiology“: Covid-19-Patienten drohen auch nach überstandener Erkrankung Herzprobleme. Das Team hatte Magnetresonanzaufnahmen der Herzen von insgesamt 100 Patienten ausgewertet, die sich von einer Covid-19-Erkrankung erholten – gut zwei Drittel von ihnen zu Hause, die übrigen im Krankenhaus.

Forscher rechnen mit Herzschaden nach Infektion

Bei 78 Patienten waren entzündliche Veränderungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels erkennbar – oft trotz eines sehr leichten Verlaufs der ursprünglichen Infektion und bei ansonsten gesunden und oft sportlichen Patienten. Der häufigste Langzeitschaden war eine Herzmuskelentzündung. Das stellten die Wissenschaftler bei 60 Prozent der Genesenen fest.
Was diese Veränderungen langfristig bedeuten, ist allerdings noch unklar. Hierfür planen die Forscher eine Nachverfolgung der Patienten, sagt Ko-Autor Eike Nagel. Die Forscher rechnen damit, dass zumindest bei einigen Patienten ein kleiner Herzschaden verbleibt. Dafür spreche etwa die Erhöhung des Stoffes Troponin – einem Marker für Herzmuskelschäden – bei 71 Prozent der 100 Patienten.
Die Untersuchungen waren etwa zwei Monate nach einer akuten Corona-Infektion durchgeführt worden. Damit konnten die Forscher zeigen, dass es sich nicht um einen direkten Schaden durch das Virus handelt, sondern eher um eine durch den Virus ausgelöste Immunreaktion.

Langzeitfolgen durch Corona bei jungen Menschen unklar

Allerdings betonen die Autoren, aus der Untersuchung könne man keine Rückschlüsse für Patienten unter 18 Jahren ziehen. Bisher könne man auch keine Empfehlungen für eine Behandlung oder das Verhalten von Patienten geben. Generell sollten Menschen nach einer Corona-Infektion jedoch bei Sport ihre möglicherweise geringere Leistungsfähigkeit beachten, betonen die Wissenschaftler.
Forscher in aller Welt versuchen derzeit, die Langzeitfolgen einer Covid-19 Erkrankung zu analysieren. So wird gerade unter anderem erforscht, dass Atemnot oder langanhaltende Erschöpfungszustände eine Folge der Infektion sein können. Lungenärzte fürchten langfristige Schäden an der Lunge. Durch Corona verursachte Entzündungen an verschiedenen Stellen im Körper und Thrombosen können ebenfalls zu Langzeitschäden führen.