Die Corona-Kurve steigt wieder. In Deutschland stecken sich wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus an. Experten warnen vor der aktuellen Entwicklung. Das Problem: Offenbar handelt es sich nicht nur um einzelne Hotspots sondern um viele kleinere Ausbrüche - die aber in Summe eine Gefahr darstellen. Der Zuwachs ist in vielen Bundesländern zu beobachten, mehr als 60 Prozent der neu übermittelten Fälle sind jedoch auf Anstiege in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zurückzuführen.
Jetzt hat das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt, wo in Deutschland die Gefahr einer Corona-Ansteckung besonders hoch ist.

Hier stecken sich die meisten Menschen in Deutschland an

Eine Übertragung des Coronvirus ist grundsätzlich überall möglich. Besonders hoch ist die Gefahr aber in geschlossenen Räumen - und wenn mehrere Menschen zusammenkommen. Als häufige Infektionsorte nennt das RKI:
  • größere Feiern im Familien- und im Freundeskreis
  • Freizeitaktivitäten
  • Arbeitsplätze
  • Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen
Eine weitere Verschärfung der Situation muss laut RKI unbedingt vermieden werden. Das gelinge nur, wenn sich die gesamte Bevölkerung weiterhin engagiere.

Das sind die wichtigsten Corona-Regeln

Folgende Regeln müssten daher beachtet werden:
  • Abstands- und Hygieneregeln konsequent einhalten – auch im Freien
  • Innenräume lüftet
  • Mund-Nasen-Bedeckung korrekt tragen
Zwar würden auch Reiserückkehrer aus Risikogebieten zur Verbreitung des Coronavirus beitragen - die meisten Neu-Infizierten hätten sich aber in Deutschland angesteckt.

Infektionsgefahr an Schulen

Offenbar darf auch die Infektionsgefahr an Schulen nicht unterschätzt werden. Allein in Baden-Württemberg hat es in den drei Monaten des eingeschränkten Schulbetriebs 82 Corona-Fälle gegeben. Das ergab eine Abfrage der SÜDWEST PRESSE beim Landesgesundheitsamt (LGA).

Bester Schutz vor Corona: Einhalten der Regeln

RKI-Präsident Lothar Wieler hatte erst vor ein paar Tagen darauf hingewiesen, dass es die Menschen hierzulande „weitgehend selbst in der Hand“ hätten, wie sich Pandemie in Deutschland weiter entwickelt. Wieler rief eindringlich zur Disziplin auf und mahnte zum strikten Einhalten der grundlegenden Vorsorgeregeln zu Abstand, Hygiene und Alltagsmaske. Diese seien der „Schlüssel zum Erfolg“, den Sinn der drei Grundregeln „könnte und dürfte niemand mehr in Frage stellen“. Sie seien einer der Hauptgründe, warum Deutschland die Situation im Frühjahr so gut bewältigt habe. Diesen Erfolg, für den das Land auch sehr viel „geopfert“ habe, gelte es nun „kontinuierlich zu sichern“.

So ist der Stand der Neuinfektionen in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es vergleichsweise viele Infektionen, das Land steht an dritter Stelle nach Nordrhein-Westfalen (48.301 Fälle und 1732 Tote) und Bayern. Bayern führt mit 50.806 Corona-Fällen und 1845 Toten die Liste an.
Das ist der aktuelle Stand in Baden-Württemberg, wie ihn das Staatsministerium am Donnerstagabend meldet:
  • Demnach wurde dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 84 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 31. Juli, 16 Uhr).
  • Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 37.317 an.
  • Davon sind ungefähr 34.448 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen.
  • Derzeit sind geschätzt noch 1022 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert.
  • Die Zahl der Todesfälle stieg im Vergleich zum Vortag um 2 Fälle auf insgesamt 1.847
  • Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg wie am Vortag mit 1,04 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.