Das Robert Koch-Institut informierte am Dienstagvormittag über die aktuelle Lage, Entwicklung und Maßnahmen in der Corona-Krise.
Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat sich das Robert-Koch-Institut (RKI) alarmiert gezeigt. "Die neueste Entwicklung der Fallzahlen macht mir und allen im Robert-Koch-Institut große Sorgen", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin vor Journalisten. "Wir sind mitten in einer sich rasant entwickelnden Pandemie", warnte er. "Die Regeln werden wir noch Monate einhalten müssen!“

RKI: Diese goldenen Regeln einhalten um Coronavirus einzudämmen

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, müssen alle folgende „goldene Regeln“ einhalten:
  • Im Urlaub vernünftig verhalten und AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) beachten.
  • Urlauber aus Risikogebieten sollten die vorgeschriebene Quarantäne auch einhalten, um niemanden zu infizieren.
  • Jede Person in unserem Land, die denkt dass sie Krank ist und Symptome von Corona hat, sollte den Arzt anrufen und sich testen lassen, ob er Covid 19 hat oder nicht
Dabei gilt der Urlaub genauso als Teil der Vorsorge, wie Beruf und Alltag.

Alle müssen AHA-Regeln einhalten, damit sich das Coronavirus nicht weiter ausbreitet

"Bitte helfen Sie alle weiter mit", appellierte er. Die Menschen hätten es weitgehend selbst in der Hand, wie die Pandemie sich in Deutschland weiter verbreite. Wieler rief mehrfach zur Disziplin auf und ermahnte zum Einhalten der AHA-Regeln:
  • Abstand
  • Hygiene
  • Alltagsmaske
"Wir müssen jetzt verhindern, dass sich das Virus wieder rasant ausbreitet, dass es sich unkontrolliert ausbreitet", mahnte er. Am Dienstag hatte das RKI einen Anstieg bestätigter Infektionen um 633 gemeldet. In den letzten sieben Tagen wurden demnach 3611 Fälle gemeldet. Die Entwicklung sei "wirklich sehr beunruhigend".

Schulen müssen geöffnet werden, aber unter bestimmten Regeln

Auch zur Öffnung der Schulen in Deutschland äußerte sich RKI-Prasident, Wieler: „Die Schulen müssen geöffnet werden!“. Doch dabei müssten bestimmte Regeln gelten und eingehalten werden. Ein bestimmtes Hygienekonzept und die Schüler dürfen sich nicht mischen - es müsse Einheiten geben, die bestehen bleiben. Laut Wieler liegt die Umsetzung der Maßnahmen bei den Schulen. Wichtig sei, dass man schnell testen kann, wenn es Fälle gibt.

Community Transmission - Was tun bei unkontrollierter Ausbreitung?

In der Regel wird lokal und regional agiert. Wenn sich aber bestätigte Corona-Infektionen nicht mehr nur auf eine Region beschränken, sondern es zu einer unkontrollierten Ausbreitung – Community Transmission – kommt, dann müsse entsprechend großflächig reagiert werden und „es können nicht mehr nur die Gesundheitsämter vor Ort zuständig sein“.

Corona-Risikogebiete - Wer bestimmt sie und was ist zu beachten?

Welcher Staat als Risikogebiet eingestuft wird und welches nicht, entscheiden das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gemeinsam. Dabei werden alle Länder kontinuierlich angeschaut und bewertet. Wenn das fest steht, veröffentlicht das Robert Koch-Instituts auf seiner Website die entsprechende Information und aktualisiert die Liste der Corona-Risikogebiete.

RKI hält Beginn einer zweiten Welle für möglich - Alle sind verantwortlich

Ob die aktuelle Entwicklung der Corona-Fallzahlen der Beginn einer zweiten Welle sind, „wissen wir nicht - es kann natürlich sein.“ Wieler mahnte erneut zur Einhaltung der Corona-Regeln und machte deutlich, dass alle verantwortlich sind. Die Zahlen sind nur so gut, „weil wir uns an die Regeln halten.“ Wenn das nicht geschieht, werden bestimmte Maßnahmen schnell wieder strenger werden. Doch solche reaktiven Maßnahmen wolle man nicht. „Wir wollen proaktive Maßnahmen, die vorbeugen – so, wie die AHA-Regeln!“