• Friseure dürfen ab dem 1. März wieder öffnen.
  • Weitere Öffnungen gibt es erst bei einer stabiler 7-Tages-Inzidenz unter 35.
  • Die Gastronomie bleibt als weiterhin geschlossen.
Die aktuell geltenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden grundsätzlich bis zum 7. März verlängert. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder am Mittwoch nach mehrstündigen Beratungen verständigt. Sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen bis dahin stabil unter 35 gesunken sein, sollen die Beschränkungen von den Ländern danach schrittweise gelockert werden. Dann sollten der
  • Einzelhandel,
  • Museen
  • und Galerien
  • sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen
unter konkreten Auflagen wieder aufmachen können, heißt es in dem Beschluss von Bund und Ländern.
Momentan liegt die Zahl pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen bundesweit im Schnitt bei 68 bestätigten Neuinfektionen täglich. Der Wert von 35 sei durchaus in Sichtweite, betonte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU): „Es ist kein Vertagen auf den Sankt-Nimmerleinstag.“

Mutationen des Corona-Virus bereiten der Politik Sorgen

Dass der Lockdown trotz sinkender Infektionszahlen vorerst noch nicht beendet wird, begründete die Bund-Länder-Runde vor allem mit dem Risiko, das von einer Verbreitung von neuen ansteckenderen Varianten des Sars-CoV-2-Virus ausgeht. Das Kanzleramt hätte die ursprünglich bis zum kommenden Sonntag geltenden Einschränkungen für Handel, Gastronomie, Amateursport und Kultur deshalb gerne bis zum 14. März beibehalten. Das geht aus einem früheren Entwurf hervor, der vor der Sitzung kursierte. Dieser Zeitraum war den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten aber zu lang. Man müsse sich auf die neue Variante einstellen, sonst riskiere man erneut ein „exponentielles Wachstum“, warnte Merkel.

Inzidenz: Weitere Öffnungen erst ab einem 7-Tages-Wert von 35

Bund und Länder sehen die Möglichkeit für weitergehende Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie erst bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. So ist die aktuelle Lage:

Katastrophale Stimmung in der Gastronomie

In der Gastronomie war die Stimmung angesichts des monatelagen Lockdowns im Vorfeld des Corona-Gipfels immer schlechter geworden. Branchenverbände drängten auf einen Fahrplan für Öffnungen. „Wir brauchen dringend klare Kriterien, wann und unter welchen Voraussetzungen unsere Betriebe wieder geöffnet werden“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Ingrid Hartges.

Novemberhilfe Gastronomie: Auszahlung läuft sehr schleppend

Stimmung und Lage im Gastgewerbe seien katastrophal. „Verzweiflung und Zukunftsängste machen sich in der Branche breit. 75 Prozent der Betriebe bangen um ihre Existenz“, betonte Hartges. Die Novemberhilfen seien erst bei rund 60 Prozent der Betriebe angekommen.

Corona trifft Minijobber in der Gastronomie hart

Die Corona-Krise hat viele Mini-Jobber in der Gastronomie und im Einzelhandel ihren Job gekostet. Ende 2020 waren bei der Minijob-Zentrale noch 5,8 Millionen geringfügig Beschäftigte im gewerblichen Bereich gemeldet, 12,9 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die Minijob-Zentrale mitteilte. „Corona und die dadurch seit Anfang 2020 sinkende Wirtschaftsleistung haben die Minijobber stark getroffen“, urteilte Heinz-Günter Held, bei der Knappschaft-Bahn-See zuständiger Geschäftsführer für die Minijob-Zentrale.
Im Vergleich zum dritten Quartal 2020, in dem es nur leichte Corona-Einschränkungen gab, sank die Zahl der Minijobber zwischen Oktober und Dezember noch einmal um 332 361 oder 5,4 Prozent. Besonders betroffen vom Lockdown ab November 2020 war das Gast- und Unterhaltungsgewerbe. Restaurants, Kneipen und Kinos sind seitdem geschlossen. Allein im Gastgewerbe sei ein Rückgang von 50,1 Prozent verglichen mit dem Vorjahr zu verzeichnen. Auch Beschäftigungen auf Weihnachtsmärkten wurden im Dezember nicht angemeldet. Und viele Saisonjobs in Kaufhäusern oder Modeläden fielen ebenfalls weg.