Die Corona-Krise erreicht aktuell in Frankreich einen kritischen Höhepunkt. Am Donnerstag wurden fast 10.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus vermeldet. Die französische Regierung berät am Freitag über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Angesichts der prekären Situation ist es wenig verwunderlich, dass Präsident Emmanuel Macron nach einem öffentlichen Verstoß gegen die eigenen COVID-19-Vorschriften in Kritik geraten ist. Ein im Netz aufgetauchtes Video zeigt den französischen Staatschef, wie er während einer öffentlichen Rede seine Schutzmaske absetzt um zu husten.

Video geht viral: Macron nimmt Mundschutz ab und hustet

Der Vorfall ereignete sich Medienberichten zufolge am Dienstag, den 8. September. Macron war zu Besuch an einer Hochschule in der Stadt Vlermont-Ferrand. Während seiner Rede muss er diese mehrere Male unterbrechen um sich zu räuspern. Dabei schiebt er immer wieder den Mundschutz zur Seite. Eine Aufnahme zeigt dann, wie Macron seinen Mund-Nasen-Schutz abnimmt und in die Hand hustet. Anschließend bekommt er ein Glas Wasser gereicht und gibt dieses mit derselben Hand, in die er gehustet hatte, zurück. Auf Twitter postete eine Userin das Video, das mittlerweile 2,9 Millionen Aufrufe hat. Darunter schreibt sie: „Der Präsident hustet aus seiner Maske und streckt seine Hand aus, um kurz danach ein Glas Wasser zu nehmen und zurückzugeben. Kein Desinfektions-Gel, kein Händewaschen. Was erwarten wir?“

Coronavirus in Frankreich: Internetnutzer werfen Emmanuel Macron Doppelstandards vor

Nachdem sich das Video in den sozialen Netzwerken verbreitete, zeigten sich zahlreiche Internetnutzer empört über den französischen Präsidenten. Sie warfen Macron vor, bei der Umsetzung der Corona-Regeln mit Doppelstandards vorzugehen. Denn bei Verstößen gegen die Maskenpflicht, wird für französische Bürger ein Bußgeld in Höhe von 135 Euro fällig. Erst am Vortag kam Macron aus einem als „rote Zone“ bestimmten Gebiet nach Frankreich zurück. Der Staatschef räumte allerdings ein, einen negativen Corona-Test abgelegt zu haben.

Ulm/Palma de Mallorca

Risikogebiete in Frankreich: Corona-Teststelle auf Autobahn 5 fürchtet Überlastung

Die Corona-Teststelle an der Autobahn 5 bei Neuenburg (Breisgau-Hochschwarzwald) fürchtet am Wochenende eine Überlastung wegen starken Andrangs von Reiserückkehrern. Das Rote Kreuz Baden als Betreiber rechnet nach Angaben von Freitag damit, dass viele Testwillige von der Polizei am Testzentrum vorbeigeleitet werden müssten. Nur so lasse sich ein Rückstau auf der A5 vermeiden. Grund für den Anstieg sei, dass das Robert-Koch-Institut am Mittwoch weite Teile Frankreichs zu Risikogebieten erklärt hatte. Reisende aus dem gesamten Bundesgebiet kehren über die A 5 aus Frankreich nach Deutschland zurück.