• Der Lockdown in Deutschland ist bis zum 7. März verlängert.
  • In Flensburg ist die Inzidenz hoch
  • Deshalb hat die Stadt neue Corona-Regeln beschlossen
Fast überall sinken die Corona-Zahlen. Doch in einzelnen Hotspots droht die Situation außer Kontrolle zu geraten. Wegen der hohen Infektionszahlen und der Ausbreitung der mutierten Variante des Virus ergreift Flensburg deshalb drastische Maßnahmen.

Corona Flensburg: Nächtliche Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen

Ab Samstag gilt in Flensburg eine Ausgangssperre. Diese betreffe die Zeit zwischen 21.00 und 05.00 Uhr, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch. Außerdem dürften Angehörige eines Hausstandes dann keine anderen Menschen mehr treffen, weder draußen noch drinnen.
Während der nächtlichen Ausgangssperre dürfen Haus oder Wohnung laut der Landesregierung nur noch "aus triftigen Gründen" verlassen werden, etwa für den Weg zur Arbeit. Bei Nichtbeachten der neuen Vorschrift würden Bußgelder fällig.
Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein zeigt sich besorgt über die Lage in Flensburg.
Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein zeigt sich besorgt über die Lage in Flensburg.
© Foto: Christian Charisius/DPA

Kreis Schleswig-Flensburg Corona: Neue Regeln, Schulen und Kitas zu

Zugleich werden bisher schon geltende Maßnahmen von der Stadt Flensburg auf das gesamte Gebiet des Kreises Schleswig-Flensburg ausgedehnt. Dazu gehört etwa die Vorschrift, dass nur ein Mensch alleine einkaufen gehen darf, und die Pflicht zum Tragen von Masken auf Spielplätzen.
Im ganzen Kreis werden demnach anders als im Rest des Bundeslandes auch die Schulen nicht am 22. Februar wieder öffnen. In den Kitas bleibt es ebenfalls weiterhin bei einer Notbetreuung.

Corona Zahlen Flensburg: Inzidenz Flensburg über 180

Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) erklärte, die aktuelle Situation in der Stadt sei "besorgniserregend". Mit der "stetig hohen Inzidenzzahl und einem Anteil von Mutationen bei den Infektionen von deutlich über 33 Prozent ist beherztes Handeln gefordert". Die Sieben-Tages-Inzidenz in der Stadt lag am Donnerstag, 18.2. nach Angaben der Stadt bei 177,5 und damit weit über dem Landesschnitt. Die aktuellen Fallzahlen (Stand 18.2., 17:50 Uhr):
  • Zahl der Infizierten: 1416
  • Zahl der Neuinfektionen: 27
  • Zahl der Toten: 29
  • Zahl der Genesenen: 812
  • Aktive Fälle: 575
  • In Quarantäne: 752
  • Nachgewiesene Mutationen: 321
  • Inzidenz: 177,5
Die Inzidenz liegt in ganz Schleswig-Holstein nach Informationen des Landes am Donnerstagabend bei 48,6.

Flensburg Beispiel für ganz Deutschland? Lauterbach warnt vor Mutanten

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat Flensburg als negatives Beispiel für das, was in Deutschland folgen könnte angemahnt. „Flensburg ist erstes Beispiel, was uns mit weiter Verbreitung von UK B117 drohen könnte“, schrieb er auf Twitter. Das verknüpfte er erneut mit seiner Forderungen den strikten Lockdown erst bei einer Inzidenz von 35 zu lockern.

Inzidenz in Hotspots steigt durch Ausbrüche

Immer wieder machen einzelne Landkreise und Städte Schlagzeilen mit Corona-Ausbrüchen in Firmen. So zum Beispiel zuletzt Osnabrück mit einen Ausbruch in einer Eisfabrik. Auch bei der Firma Kärcher in Obersontheim ist es zu einem Ausbruch gekommen. Dennoch sinken in den allermeisten Städten und Kreisen aktuell die Zahlen. Zahlreiche Regionen weisen schon einen Inzidenzwert unter 50 auf. 

Corona in Physiopraxis - mehr als 400 Menschen in Quarantäne

Nach mehreren Corona-Fällen in einer Physiopraxis in Wedel (Schleswig-Holstein) sind mehr als 400 Menschen als Kontaktpersonen in Quarantäne. Der Weg der Infektionen sei noch unklar, teilte der Kreis am Mittwochabend mit. Bislang seien fünf Mitarbeiter und sechs Patienten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Praxis bleibe zunächst für zwei Wochen geschlossen.

Video 3856 Corona-Neuinfektionen und 528 neue Todesfälle