Die Zahlen der Corona-Krise in Deutschland, Europa und der Welt ändern sich von Tag zu Tag. Hier sind die aktuellen Zahlen für Deutschland, die diesmal überraschen: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1045 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet.
Damit wurden erstmals seit drei Monaten mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Die Schwelle von 1000 neuen Corona-Fällen war zuletzt am 7. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht.

Corona in Deutschland: Die aktuellen RKI-Zahlen für Infizierte, Tote und Genesene

  • Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Deutschland: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 213.067 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 6.8., 0.00 Uhr).
  • So viele Corona-Tote gibt es: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9175.
  • Genesene in Deutschland: Bis Donnerstagmorgen hatten 195.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Zahlen zu Corona in Deutschland: So entwickelt sich der R-Wert

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 5.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,9 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 5.8., 0.00 Uhr, bei 0,97 (Vortag: 0,99). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Das sind die Gründe für den Anstieg bei den Neuinfektionen

Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte oder Hotspots zurückzuführen. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt. Experten fürchten eine solche Entwicklung, weil sie sich nicht mit einigen wenigen harten Maßnahmen eindämmen lässt.
Als Ursache für den Anstieg nannte RKI-Präsident Lothar Wieler bereits vorige Woche Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handele, sei unklar.
Immer wieder warnen Experten vor einer zweiten Corona-Welle in Deutschland. Allerdings gehen die Meinungen auseinander, ob diese Welle schon da ist - und ob man überhaupt von Wellen sprechen sollte.
Es wird genau beobachtet, wie sich der Schulstart in einigen Bundesländern auf das Infektionsgeschehen auswirkt. So begann am Donnerstag für knapp 240.000 Jungen und Mädchen in Hamburg wieder der Unterricht. Bereits am Montag kehrten die Schüler in Mecklenburg-Vorpommern aus den Sommerferien zurück. Kommende Woche folgen dann Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.
In Deutschland laufen viele Coronavirus-Tests. Wegen der zeitversetzten Übermittlung der Ergebnisse schwanken die von den Gesundheitsämtern an das RKI übermittelten Zahlen. (Symbolbild)
In Deutschland laufen viele Coronavirus-Tests. Wegen der zeitversetzten Übermittlung der Ergebnisse schwanken die von den Gesundheitsämtern an das RKI übermittelten Zahlen. (Symbolbild)
© Foto: DPA

RKI Dashboard zu Corona: Die Zahlen der Bundesländer im Vergleich

In seinem Dashboard führt das RKI die aktuellen Zahlen der Bundesländer auf - zum Beispiel im Vergleich zum Vortag, der Entwicklung der vergangenen sieben Tage sowie der Zahl der Toten. Hier geht es zum RKI-Dashboard.

Steigende Infektionszahlen in Deutschland - Debatte um Maskenpflicht

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland rückt die Maskenpflicht immer stärker in den Blickpunkt. Mehrere Bundesländer verschärfen die Gangart, um „Maskenmuffeln“ in Bussen und Bahnen Herr zu werden. So will etwa Nordrhein-Westfalen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht künftig ohne Vorwarnung ein Bußgeld von 150 Euro verhängen. Vor dem Ende der Sommerferien in mehreren Bundesländern reißt zudem die Debatte um eine Maskenpflicht im Klassenzimmer nicht ab. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle empfiehlt zumindest für ältere Schüler das Tragen einer Maske - auch während des Unterrichts.
Seit Mitte Juli geht die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland wieder deutlich nach oben. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen meldete, wurden binnen eines Tages 741 Neuinfektionen gemeldet.

Corona-Zahlen in Deutschland steigen: Maskenpflicht soll rigoroser durchgesetzt werden

In öffentlichen Verkehrsmitteln soll die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske deshalb rigoroser durchgesetzt werden als bisher. In Nordrhein-Westfalen wurde ein Bußgeld bisher erst dann fällig, wenn Fahrgäste sich trotz einer entsprechenden Aufforderung weiter weigerten, die Maske aufzusetzen. Diese Ermahnung soll nun wegfallen. „Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen“, erklärte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in der „Rheinischen Post“ (Mittwoch).
Schleswig-Holstein will nun ebenfalls Bußgelder für Maskenverweigerer einführen. „Wir finden die Idee gut“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Kiel. Niedersachsen möchte das Bußgeld nach nordrhein-westfälischem Vorbild von derzeit 20 auf 150 Euro anheben. „Wenn eine Minderheit meint, sich nicht an die Maskenpflicht halten zu müssen, ist das nicht akzeptabel. Wer andere gefährdet, muss zu Recht mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigte die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. „Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal, aber es ist doch im Vergleich zu allen anderen Dingen, die wir erlebt haben im März, April ein echt milderes Mittel“, sagte der CDU-Politiker im „Morning Briefing“-Podcast (Mittwoch) von Gabor Steingart.