Nach Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der aktuellen Corona-Zahlen, hat das Robert-Koch-Institut (RKI) die aktuellen Werte am Mittag bekanntgegeben. Demnach musste das RKI die Zahlen deutlich nach oben korrigieren.
Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland demnach rund 1430 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagvormittag hervor. Am Donnerstag waren 1311 Neuerkrankungen gemeldet worden.

Corona-Zahlen des RKI für Deutschland: Korrektur der Werte am Freitag

Zunächst hatte das Institut am frühen Morgen wesentlich weniger Fälle angegeben (782). Später berichtete das RKI von technischen Problemen und schrieb, es seien 650 Fälle zu wenig ausgewiesen worden. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach rund 247.600 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.
Bis Freitagmorgen hatten etwa 221.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 248.840 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9319 Todesfälle und damit zwei weniger als am Vortag. Die JHU zählte 9325 Tote.

RKI: Zuwachs der Fallzahlen hat sich stabilisiert - So hoch liegt der R-Wert

Das RKI schreibt im Lagebericht von Donnerstagabend: „Der seit Mitte Juli beobachtete Zuwachs in den übermittelten Fallzahlen hat sich in der letzten Woche stabilisiert und die 7-Tage-Inzidenz ist bundesweit wieder gesunken.“
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Donnerstagabend bei 0,77 (Vortag: 0,80). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,91 (Vortag: 0,91). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Gesundheitsminister diskutieren über Verkürzung der Quarantänezeit

Gesundheitspolitiker mehrerer Fraktionen haben für kürzere Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen plädiert. "Ich halte es für sehr sinnvoll, die Quarantänezeit auf fünf Tage zu begrenzen", sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach der Zeitung "Welt" (Freitagsausgabe). Es sei bekannt, dass die allermeisten Menschen fünf Tage nach Beginn der Symptome nicht mehr ansteckend sind, auch wenn der Corona-Test noch ein positives Ergebnis ausweise. Zuvor hatte der Berliner Virologe Christian Drosten kürzere Quarantänezeiten bei Verdachtsfällen vorgeschlagen.
"Wenn wir die Quarantänezeit auf fünf Tage begrenzten, wäre die gesellschaftliche Akzeptanz für die Maßnahme deutlich höher", sagte Lauterbach. Das ganze Leben wäre weniger unterbrochen, weil Menschen schneller an den Arbeitsplatz und in die Schulen zurückkehren könnten. Mit einer verkürzten Quarantänezeit würde der gleiche Effekt für die öffentliche Gesundheit erreicht werden wie bislang, sagte Lauterbach. Möglicherweise wäre der Effekt sogar größer, "weil sich mehr Menschen an die Quarantänezeit hielten".