• Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen seit dem Sommer kontinuierlich an und erreichen immer neue neue Rekordwerte
  • Die Politik hat am Montag beraten, wie es in den nächsten Wochen weitergehen soll
  • Die aktuellen Corona-Zahlen des RKI für Deutschland heute, Dienstag, 17.11.2020
Seit zwei Wochen gilt in Deutschland der sogenannte Lockdown Light. Die schärferen Regeln sollen helfen, die seit Wochen kontinuierlichen steigenden Corona-Kennzahlen wieder nach unten zu bringen.
Am Montag berieten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über die Wirksamkeit des bisherigen Lockdowns - und ob es Lockerungen oder Verschärfungen geben soll. Was beim Corona-Gipfel herauskaum und wann der Fahrplan in Richtung Weihnachten und Silvester besprochen werden soll, erfahrt ihr hier. Weiter gilt auch dann, dass Entscheidungen zu einem guten Teil auch auf der Basis der Entwicklung der Corona-Zahlen in Deutschland getroffen werden.

Corona in Deutschland: Die aktuellen RKI-Zahlen am Dienstag, 17.11.2020

Wie also haben sich die Corona-Zahlen in den vergangenen Tagen entwickelt? Und was sind die an das RKI übermittelten Fallzahlen heute?
  • Neuinfektionen: Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 14.419 Neuinfektionen. Zum Vergleich: Am vergangenen Dienstag hatte die Zahl der Neuinfektionen bei 15.332 gelegen.
  • Infizierte: Nach RKI-Angaben haben sich seit Beginn der Pandemie mindestens 815.746 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert.
  • Todesfälle: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid 19 liegt bei 12.814. Das sind 267 vermeldete Tote mehr als am Vortag.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut dem RKI auf etwa 530.200

RKI Zahlen für Deutschland: So hoch liegt der R-Wert aktuell

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,97 (Vortag: 1,03). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Zentrale Kennziffern der Corona-Pandemie in Deutschland

Seit Beginn der Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 23.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentageinzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Bundesweit liegt sie inzwischen bei 139.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Corona-Update: Land will angeschlagener Tourismusbranche finanziell helfen

Mit einem weiteren millionenschweren Finanzierungspaket soll der baden-württembergischen Tourismusbranche nach dem Ende des Teil-Lockdowns geholfen werden. Für die Programme sollen demnach insgesamt Mittel in höherer zweistelliger Millionenhöhe investiert werden. „Es geht darum, Perspektiven für die Zeit nach der Krise zu schaffen“, sagte Tourismusminister Guido Wolf (CDU). Details zum Programm will die Landesregierung am Dienstag in Stuttgart vorstellen.