Corona Gipfel heute: Kritik an Merkel: Zunächst keine neuen Corona-Regeln für Schule und Kita

Kommt die Maskenpflicht bald auch an der Grundschule?
dpa / Felix KästleBeim Bund-Länder-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel stehen Schulen, Kitas und andere Bildungseinrichtungen besonders im Fokus. Laut der Nachrichtenagentur AFP konnten sich die Teilnehmer bei Vorverhandlungen jedoch nicht auf bundesweite neue Regeln verständigen. Möglicherweise werde aber am 23. November darüber entschieden, hieß es. Am Vormittag tagten die Ministerpräsidenten der Länder zunächst ohne Angela Merkel und übten laut einem Bericht des Nachrichtensenders n-tv offene Kritik am Vorgehen des Kanzleramts.
Laut einer geänderten Vorlage des Bundes für den Gipfel am Nachmittag wollen die Länder bis zur kommenden Woche einen Vorschlag vorlegen, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich weiter reduziert werden können, so n-tv. Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig sprach demzufolge von einem unabgestimmten Vorstoß, der für Kinder, Jugendliche und den gesamten Erziehungsbereich „unverhältnismäßig“ sei.
Neue Corona-Regeln nur für Bayern, BW, NRW Niedersachsen & Co.?
Davon abgesehen könnten stark betroffene Länder wie Bayern, Baden-Württemberg oder Niedersachsen natürlich auch eigenständig neue Regeln für Schulen und Kitas beschließen. Bereits im Vorfeld hatte es Vorschläge verschiedenster Art gegeben, etwa zur Nutzung leerstehender Gasthöfe für den Unterricht, was in den Ländern jedoch teilweise eher für Schulterzucken sorgte. Neue Regeln bei Erkältung und Clustern sind indes ebenfalls im Gespräch – „Schnupfenquarantäne“, so das mediale Schlagwort zu der umstrittenen Idee.
Außerdem waren vor dem Gipfel am Montag ab 14 Uhr weitere konkrete Punkte aus der Beschlussvorlage durchgesickert. Es wird laut dem Papier davon ausgegangen, dass Kinder und Jugendliche über 12 Jahren ein mit Erwachsenen vergleichbares Ansteckungsrisiko aufweisen, während jüngere Kinder bislang nicht als Infektionstreiber galten. Hier haben Wissenschaftler erste Erkenntnisse zu einer vermutlichen Kreuzimmunität mit anderen Coronaviren aufgrund von häufigen Erkältungskrankheiten. Die Länder beharren bei dem Themenkomplex offenbar auf ihrer Bildungshoheit und wollen sich vom Bund wenig vorschreiben lassen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann soll jedoch eher zu den Hardlinern der Runde gehören, berichtete „Bild“.
Hoffnung setzt die Bundesregierung unterdessen auf neue Kontaktverbote, die auch private Treffen und Weihnachten betreffen könnten. Nach dpa-Informationen kommt aber auch dieser Beschluss möglicherweise erst am 23. oder 25. November wieder auf die Agenda. Bereits am 17. November haben im Vorfeld die Kultusminister der Länder getagt, um eine gemeinsame Linie festzulegen.
Das sind mögliche neue Corona-Regeln für Schulen und Kitas
- Maskenpflicht mit Mund-Nasen-Schutz für alle Jahrgänge inklusive Grundschule, sowohl auf dem Schulgelände als auch im Unterricht
- Wechselunterricht in festen Gruppen mit halbierter Größe
- Nutzung von größeren Räumen wie Sporthallen
- Versetzte Pausen
- Mehr Busse für eine Schülerbeförderung mit Mindestabstand
- Mehr Lüften und Mindestabstand von 1,5 Metern im Klassenzimmer
- Fernunterricht im Quarantänefall
- Die von verschiedenen Seiten ins Gespräch gebrachten Luftfilter sind in der Beschlussvorlage nicht erwähnt
- Ebenso gibt es Unklarheiten um eine mögliche Maskenpflicht im Sportunterricht
Corona-Kampagne der Bundesregierung - Video geht viral
Aktuell geht ein Video der Bundesregierung viral. Es kürt Nichtstuer auf der Couch zu Corona-Helden. In den sozialen Medien sorgt der Clip gerade für Aufsehen, nachdem Regierungssprecher Steffen Seibert ihn am Samstag mit dem Hashtag „#besonderehelden„ auf Twitter teilte.
Im Kampagnen-Video selbst ist ein älterer Mann namens Anton Lehmann zu sehen, der aus der Zukunft berichtet und erzählt, wie er die zweite Welle „damals im Corona-Winter 2020“ erlebt hat.



