Corona Berlin
: Gibt es bei steigenden Fallzahlen genug Intensivbetten für Corona-Patienten?

Covid-19 Patienten müssen bei einem schweren Verlauf beatmet werden. Mediziner befürchten nun bei steigenden Corona-Zahlen einen Engpass an Intensivbetten in Städten wie Berlin.
Von
Esther Lehnardt mit dpa
Berlin
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Bei schweren Komplikationen einer Infektion mit dem Coronavirus müssen Menschen beatmet werden. Doch reichen die Betten auf den Intensivstationen?

Patrick Seeger/dpa

Etwa 14 Prozent Menschen mit einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus müssen laut Robert Koch-Institut in einem Krankenhaus stationär behandelt werden. In besonders schweren Fällen müssen Patienten auf die Intensivstation.

Corona Berlin: Engpässe bei Betten auf Intensivstation

Die Zahl der Intensivbetten für Corona-Patienten in Deutschland ist nach Ansicht des Mediziners Christian Karagiannidis zwar grundsätzlich ausreichend, wegen der zunehmenden Fallzahlen deuteten sich allerdings mancherorts Engpässe an. Regional und insbesondere in den Großstädten - vor allem in Berlin - gebe es „schon deutliche Einschränkungen in den Kapazitäten“, sagte der zukünftige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DIIN) der „Rheinischen Post“ (Donnerstag).

Steigende Corona-Zahlen in Großstädten: Überlastung der Krankenhäuser befürchtet

„Ich bin mir sicher, dass die Intensivbettenkapazität in den nächsten Wochen ausreichend ist“, fuhr Karagiannidis fort. „Allerdings könnte es regional in einzelnen Kliniken zu Überlastungen kommen, die dann von Kliniken im Umland aufgefangen werden muss. Hier muss sich die Bevölkerung in den kommenden Monaten darauf einstellen, dass intensivpflichtige Patienten auch durchaus über längere Strecken innerhalb Deutschlands verlegt werden müssen.“

Kliniken besser aufgestellt als zu Beginn der Corona-Pandemie

Insgesamt sieht der Mediziner die deutschen Kliniken deutlich besser aufgestellt als während der ersten Corona-Welle im Frühjahr: „Weil mehr Routine eingekehrt ist und die Ärzte wissen, worauf sie achten müssen, etwa mit Blick auf die Gefahr von Thrombosen. Auch stehen uns mit den Medikamenten Remdesivir, Cortison und dem Rekonvaleszentenplasma neue Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die es zu Beginn so nicht gab.“