• Lockerungen erst ab einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von 35.
Der Lockdown ist bis zum 7. März verlängert. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder geeinigt. Doch für den Handel gibt es eine Perspektive: Ab einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von 35 sollen Geschäfte wieder öffnen dürfen. Dann sollten der Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen unter konkreten Auflagen wieder aufmachen können, heißt es in dem Beschluss von Bund und Ländern.

Inzidenz: Öffnungen erst ab einem 7-Tages-Wert von 35

Auf dieser Karte ist zu sehen, welche Städte und Landkreise über bzw. unter dem neuen Grenzwert liegen:

Öffnung Handel Bayern: Söder stellt Lockerungen in Aussicht

Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder weitere Lockerungen für die Menschen im Freistaat in Aussicht gestellt. Bei den Lockerungen sieht Söder ab Anfang März zunächst Gärtnereien an der Reihe. Hier gehe es auch um verderbliche Waren, daher wäre es wichtig, hier zu öffnen. Anschließend gehe es um den Einzelhandel, der „natürlich nicht ewig zu sein“ werde. „Aber auch hier muss die Zahl stimmen“, sagte Söder. Angepeilt sei die Inzidenz von 35.
Ministerpräsident Markus Söder hat am Aschermittwoch Lockerungen in Aussicht gestellt. Gärtnereien könnten in Bayern bald wieder öffnen.
Ministerpräsident Markus Söder hat am Aschermittwoch Lockerungen in Aussicht gestellt. Gärtnereien könnten in Bayern bald wieder öffnen.
© Foto: Peter Kneffel/DPA

Öffnung Gartencenter Bayern: Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden öffnen

In Bayern sollen am 1. März Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden öffnen dürfen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag vor einer Videoschalte des CSU-Vorstands in München an - so werde er dies dem Kabinett an diesem Dienstag vorschlagen. Zum einen handle es sich um verderbliche Ware. Söder betonte: „Sonst wird dieses ganze Blumengeschäft nur bei Discountern stattfinden, und dann werden die Discounter überrannt.“ Deshalb mache eine Anpassung an dieser Stelle Sinn. Neben den Friseuren sollen nach Worten Söders ab 1. März auch andere körpernahe Dienstleistungen wie Fußpflege wieder möglich sein.

Handelsverband Bayern will klare Aussagen von der Politik

Angesichts der gesunkenen Corona-Fallzahlen in Bayern hatten die Einzelhändler im Vorfeld ein Ende des Lockdowns. Der Handelsverband Bayern (HBE) forderte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein Kabinett am auf, die Geschäfte wieder öffnen zu lassen. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Puff warf der Staatsregierung einen fehlenden Fahrplan Richtung Normalität vor. „Die Infektionszahlen sinken immer weiter“, erklärte Puff. „Einkaufen in Bayern war und ist sicher.“ Der Handel sei kein Treiber der Corona-Pandemie.

Handelsverband Bayern: Zwischen Frust und Verzweiflung

„Die Politik hangelt sich perspektivlos nur von einem Lockdown zum anderen“, kritisierte Puff. „Klare Aussagen, unter welchen Bedingungen und wann die Betriebe wieder öffnen können: Fehlanzeige.“ Das sture Festhalten am harten Lockdown sei immer weniger nachvollziehbar. „Unsere Händler werden ohne Perspektive und finanzielle Hilfen alleine gelassen“, sagte der HBE-Hauptgeschäftsführer. „Frust, Existenzängste, Verzweiflung und Wut auf die Politik nehmen dramatisch zu. Wir haben es satt, immer nur salbungsvolle Worte zu hören.“

Corona-Pandemie beflügelt Neugründungen in Bayern

Unterdessen hat die Zahl der Unternehmensgründungen in Bayern während der Corona-Pandemie zugelegt. In Teilen hängt das nach Einschätzung des Statistischen Landesamts direkt mit der Krise zusammen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 94.368 Firmen in Bayern gegründet, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von fünf Prozent.
Darunter waren sehr viele Ein-Mann- beziehungsweise Eine-Frau-Betriebe. Auffällig aus Sicht des Landesamts ist der hohe Anteil von Frauen, die Einzelunternehmen gründeten – von denen laut Landesamt viele „mit dem Nähen von Masken und dem Herstellen von Visieren in Verbindung gebracht werden können“. Sehr viele Gründungen gab es demnach auch im Handel, mutmaßlich vor allem im Onlinehandel.
„In einer so herausfordernden Zeit ist das ein erfreuliches Signal“, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zu den vielen Neugründungen.

Bayern: Kritik an starren Stufenplänen

Bayern hält starre Stufenpläne für Corona-Auflagen, wie sie Niedersachsen und Schleswig-Holstein vorgelegt haben, für nicht praktikabel. „Diese Modelle sind zu kompliziert für den Alltag. Sie gaukeln eine vermeintliche Planbarkeit vor, die angesichts der Dynamik der Pandemie nicht realistisch ist“, sagte Staatskanzleichef und Corona-Koordinator Florian Herrmann (CSU). Die Stufenpläne sehen vor, dass Lockerungen in Kraft treten, sobald bestimmte Inzidenzwerte unterschritten werden