• Merkel und Söder tauschen sich über aktuelle Corona-Lage aus
  • Bayerische Landräte und Bürgermeister sind bei der Videoschalte dabei
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Freitag (11.00 Uhr) an einer Videokonferenz mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und den bayerischen Landräten und Oberbürgermeistern teilnehmen. Im Zentrum soll der weitere Kampf gegen das Coronavirus stehen.

Worum geht es in der Konferenz?

Zum einen sollen die Kommunalpolitiker nach Worten Söders aus erster Hand erfahren, wie Merkel die aktuelle Lage einschätzt, wie sie die Gefahr durch die Virusmutationen sieht und wie die weitere Entwicklung im Kampf gegen Corona aussehen könnte. Zum anderen soll es aber auch um ganz konkrete Bedürfnisse der Kommunen gehen. Söder rechnet nach eigenen Worten mit einer sehr offenen Debatte. Derweil sinkt die Inzidenz in München unter 35.

Das fordern Landräte und Oberbürgermeister

Tatsächlich haben vor der Videoschalte mehrere Landräte und Oberbürgermeister Kurskorrekturen in der Anti-Corona-Politik gefordert; unter anderem klarere Öffnungsperspektiven und eine Orientierung nicht mehr nur an Sieben-Tage-Inzidenzwerten. Vor allem Kommunen mit konstant niedrigen Corona-Infektionszahlen wollen raschere Lockdown-Lockerungen insbesondere für den Einzelhandel.

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Merkel verteidigt vor Kommunalpolitikern vorsichtigen Corona-Kurs

Trotz der vielerorts sinkenden Infektionszahlen setzt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weiter auf einen vorsichtigen Kurs bei weiteren Lockerungen von Corona-Auflagen. Das sagte sie bei der Videoschalte am Freitag:
  • Nur bei niedrigen Inzidenzen seien mehr Öffnungen zu vertreten, sagte Merkel.
  • Bei Lockerungen habe für sie Schule weiterhin Priorität.
  • Danach könnten dann weitere Öffnungen in den Bereichen Einzelhandel, Veranstaltungen, Kultur und Sport klug kombiniert werden.

So ist die Lage in der bayerisch-tschechischen Grenzregion

In der bayerisch-tschechischen Grenzregion mit besonders hohen Infektionszahlen sind Lockerungen noch kein Thema. Hier stehen Coronatests und das Impfen im Vordergrund. Bernreiter, Landrat des ebenfalls von Coronainfektionen stark betroffenen niederbayerischen Landkreises Deggendorf, mahnt hier auch zur Vorsicht. „Einen dritten Lockdown können wir uns nicht leisten.“ Insbesondere Merkels Einschätzung zu den Virusmutationen und die Perspektive beim Impfstoff sei für die Kommunalpolitiker interessant.
Städte und Kreise rüsteten zurzeit ihre Impfzentren für den erwarteten weiteren Impfstoff auf, sagte Bernreiter. „Da wollen wir hören, wie der Nachschub rollt.“ Zudem wollten die Kommunen in die bundesweite Teststrategie eingebunden werden.

Stufenplan geplant - aber ohne genaue Termine

Söder hatte am Mittwoch zwar einen groben Stufenplan für weitere Öffnungen in Bayern skizziert: zunächst Gärtnereien und eine Lockerung der Kontaktregeln, dann der Einzelhandel, danach Sport und Kultur. Termine hierfür nannte er aber nicht - allerdings auch keine neuen Inzidenz-Schwellen unterhalb vom Wert 35. Vor allem Gastronomie und Tourismus müssen sich demnach aber noch gedulden. Offen ist auch, wenn Schüler ab Klasse fünf wieder zurück in ihre Schulen dürfen.

Corona in Bayern: Lage in Tischenreuth

Tirschenreuth führt weiter die Liste mit den Städten und Kreisen mit den höchsten Inzidenzen an. Bereits im Frühjahr 2020 hatte es einen großen Ausbruch im bayerischen Tirschenreuth gegeben. Damals waren laut einer Studie des RKI, von der NTV berichtet, Urlauber aus Österreich und Italien die Überträger des Virus. Genaue Untersuchungen zum aktuellen Ausbruch gibt es nicht. Eine Ursache könnte die große Nähe zur tschechischen Grenze sein.