Cannabis Strafen 2024
: Bußgelder und Haftstrafen drohen auch nach Legalisierung

Auch wenn Besitz und Konsum von Cannabis in Teilen legalisiert ist, sieht das Gesetz bei Verstößen weiterhin teils hohe Strafen vor.
Von
David Hahn
Berlin
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Haftstrafen und Bußgelder bis zu 30.000 Euro sind bei Verstößen gegen das Cannabis-Gesetz auch weiterhin möglich.

David Young/dpa

Mit dem neuen Cannabis–Gesetz sind nun ab dem 1. April Besitz und Anbau bestimmter Mengen für den privaten Konsum sowie das öffentliche Rauchen von Marihuana durch Erwachsene erlaubt. Zwar sind Besitz und Konsum damit teilweise legalisiert, das Gesetz sieht jedoch bei Verstößen weiterhin teils saftige Geld– und Haftstrafen vor. Worauf muss geachtet werden und wie hoch sind die Strafen? Die Strafmaße nach Angaben der Deutschen Presse Agentur (dpa) im Überblick.

Cannabis–Gesetz: Diese Geldbußen und Haftstrafen drohen bei Verstößen

Empfindliche Geldbußen und auch Gefängnis sind möglich. Wer etwa die Gramm–Vorgaben zum Besitz leicht überschreitet, riskiert ein Bußgeld. Das kann laut Gesetz allerdings mit bis zu 30 000 Euro saftig ausfallen. Werden sogar mehr als 30 Gramm im Rucksack, mehr als 60 Gramm zu Hause oder mehr als drei Pflanzen in der Wohnung gefunden, greift das Strafrecht: Es droht im schlimmsten Fall Gefängnis. Das gilt besonders für die Weitergabe der Droge an Kinder und Jugendliche. Wer kifft, wo Kiffen nicht erlaubt ist — also auf oder in der Nähe von Spielplätzen, tagsüber in der Fußgängerzone oder in der Nähe von Kindern und Jugendlichen — begeht zwar nur eine Ordnungswidrigkeit, riskiert aber ebenfalls empfindliche Bußgelder bis zu 30 000 Euro.

Strafen U18: Wenn Minderjährige Cannabis konsumieren

Werden unter 18–Jährige mit Cannabis erwischt, muss die Polizei die Eltern informieren. Insbesondere wenn es sich um sehr junge Konsumenten mit sogenanntem riskantem Konsumverhalten handelt, muss auch das Jugendamt eingeschaltet werden. Die Betroffenen sollen dann an Präventionsprogrammen teilnehmen. Jugendliche müssen aber auch mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, wenn die gefundenen Mengen die bei Erwachsenen erlaubten Mengen übersteigen, wenn sie dealen oder die Droge an andere Kinder und Jugendliche weitergeben.

Die Regeln und Strafen im Straßenverkehr

Bei wem der Cannabis–Wirkstoff THC nachgewiesen wird, auch wenn der Konsum Tage zurückliegt, der begeht eine Ordnungswidrigkeit. In der Rechtsprechung hat sich dafür der niedrige Wert von 1 Nanogramm THC je Milliliter Blut etabliert, ab dem Geldbußen, Punkte und Fahrverbot drohen. Nach dem Vorbild der 0,5–Promille–Marke für Alkohol soll aber auch ein Toleranz–Grenzwert für THC kommen. Eine Expertenkommission schlug 3,5 Nanogramm vor. Erst ist aber der Bundestag am Zug, ein Gesetz dafür zu beschließen, was noch dauern dürfte.

Frühere Verurteilungen müssen überprüft werden

Eingetragene Verurteilungen im Bundeszentralregister der Justiz wegen fortan nicht mehr strafbarer Cannabis–Verstöße können auf Antrag der Betroffenen gelöscht werden. Wer nur wegen solchen Vergehen im Gefängnis ist, müsste aus der Haft entlassen werden. Der Deutsche Richterbund warnt bereits vor einer monatelangen Überlastung der Justiz infolge der Amnestieregelung. Er verweist auf Länderangaben, wonach bundesweit mehr als 200.000 Strafakten nochmals überprüft werden müssten.

Cannabis–Gesetz: Konsum, Besitz, Weitergabe und Handel

Mehr Informationen zu den neuen Regelungen im Zuge des Cannabis–Gesetzes gibt es hier auf unserer Cannabis–Themenseite.