Auch in Deutschland befürchten Fachleute eine rasche Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus. Zwei Impfungen gelten als nicht ausreichend für den Schutz vor einer Infektion. Einige Bundesländer haben den Zeitraum, zudem man eine Booster-Impfung erhalten kann, mittlerweile verkürzt. Manche bieten bereits nach wenigen Wochen eine Auffrischimpfung an. Bundesweit gilt die Stiko-Empfehlung von drei Monaten. Doch welche Regelung gilt aktuell in Baden-Württemberg?

Nach wie vielen Monaten kann man in Baden-Württemberg die Booster-Impfung erhalten?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Auffrischimpfungen wegen der Omikron-Variante des Coronavirus bereits nach mindestens drei statt nach sechs Monaten. Die Empfehlung zum verkürzten Impfabstand gelte ab sofort für Erwachsene, teilte das Gremium am Dienstag mit. Sie ziele ab auf einen verbesserten Schutz vor schweren, durch Omikron hervorgerufenen Erkrankungen in der Bevölkerung und auf eine verminderte Übertragung der Variante. Es sei damit zu rechnen, dass Omikron das Infektionsgeschehen hierzulande „innerhalb kürzester Zeit“ bestimmen werde.
Ältere und vorerkrankte Menschen sollen laut Stiko wegen ihres höheren Covid-19-Risikos die Spritze bevorzugt erhalten. Die beiden mRNA-Impfstoffe, die zum Boostern verwendet werden (Comirnaty von Biontech/Pfizer und Spikevax von Moderna), seien „hinsichtlich ihrer Wirksamkeit völlig gleichwertig“.
Aktuelle Daten deuteten auf einen deutlich verringerten Impfschutz nach der Grundimmunisierung gegenüber der Omikron-Variante hin, erklärte die Stiko. Dieser nehme nach drei bis vier Monaten signifikant ab. Nach einer Auffrischimpfung steige die Schutzwirkung vor symptomatischer Infektion mit der Omikron-Variante jedoch wieder deutlich an. Es sei derzeit davon auszugehen, dass auch der Schutz vor schweren Verläufen zunehme. Zur Dauer des Schutzes könne man derzeit noch nichts sagen.

Booster-Impfung in BW nach vier Wochen: Für wen gilt das?

Deutlich früher können sich Menschen eine weitere Spritze gegen das Coronavirus geben lassen, wenn sie den Impfstoff von Johnson & Johnson verabreicht bekommen haben. Bereits im Oktober 2021 teilte das Sozialministerium Baden-Württemberg mit, dass Personen, die eine Corona-Schutzimpfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten haben, ab vier Wochen nach der verabreichten ersten Impfung eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna bekommen können.

Bootser-Impfung nach drei Monaten?

Biontech-Gründer Ugur Sahin hatte sich angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante für eine frühere dritte Impfung ausgesprochen. „Mit Blick auf Omikron sind zwei Dosen noch keine abgeschlossene Impfung mit ausreichendem Schutz. Wenn sich Omikron, wie es aussieht, weiter ausbreitet, wäre es wissenschaftlich sinnvoll, bereits nach drei Monaten einen Booster anzubieten“, sagte er kürzlich dem „Spiegel“.

EMA: Booster-Impfung schon nach drei Monaten möglich

Booster-Impfungen gegen Covid-19 könnten nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA auch schon nach drei Monaten erfolgen. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat Booster-Impfungen gegen das Coronavirus bereits drei Monate nach der letzten Impfdosis als „sicher und wirksam" eingestuft. „Die derzeit verfügbaren Daten unterstützen die sichere und wirksame Verabreichung einer Auffrischungsimpfung bereits drei Monate nach Abschluss der Erstimmunisierung", sagte der Chef der EMA-Impfstoffstrategie, Marco Cavaleri. Die bisherige Empfehlung der EMA lag bei sechs Monaten.

Frist von 5 Monaten bei Booster in NRW gekippt: Impfung nach vier Wochen

Die Booster-Impfungen sind in Nordrhein-Westfalen nun schon deutlich früher möglich, als in anderen Bundesländern. Schon vier Wochen nach der Grundimmunisierung können sich Bürgerinnen und Bürger die Auffrischungsimpfung in den Impfstellen von Kommunen und Kreisen hole, berichtet das Redaktions Netzwerk Deutschland (RND). Die Frist lag zuvor bei fünf Monaten in NRW. Der Zeitraum orientiere sich an der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), erfuhr das RND von einer Sprecherin des Gesundheitsministeriums Nordrhein-Westfalens. Demnach sei ein Booster bei Personen mit sehr schwachem Immunsystem schon vier Wochen nach der Zweitimpfung möglich. Eine Empfehlung ist dies aber nicht, sondern ein Mindestabstand, kritisieren Experten.