• Die Lokführergewerkschaft GDL will im August 2021 schon zum zweiten Mal streiken
  • Bei der Deutschen Bahn fallen im Nahverkehr viele Züge aus, aber die Privatbahnen fahren regulär
  • Die Ersatzfahrpläne sind angelaufen
  • Und wie sehen diese für Baden-Württemberg und Bayern aus?
Der Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn hat auch wieder den Südwesten hart getroffen. Zahlreiche Zugausfälle und -verspätungen waren am Montag die Folge.
Unser Ziel ist ein Tarifabschluss, der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Wert entgegenbringt, den sie sich in den letzten Monaten verdient haben“, sagte GDL-Vizechef Norbert Quitter der dpa am Rande einer Kundgebung in Stuttgart. „Unser Ziel ist ein echtes Angebot und keine Blendung der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit, wie es gestern vorgenommen wurde“, sagte er mit Blick auf den Vorstoß der Bahn vom Sonntag, auch über eine von der Gewerkschaft geforderte Corona-Prämie zu verhandeln. „Das lassen wir uns nicht bieten, deshalb geht der Streik weiter“, kündigte Quitter vor Dutzenden Anhängern auf dem Schlossplatz der Landeshauptstadt an.

DB: Fahrgäste haben sich gut auf den Bahnstreik vorbereitet

Der Ausstand sei „ruhig angelaufen“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) der dpa in Stuttgart. Fahrgäste hätten sich auf den zweitägigen Streik im Personenverkehr eingestellt.

Berlin

Alle Fahrgäste sollten im Internet auf bahn.de oder in der DB-App ihre Verbindungen überprüfen, sagte die Sprecherin. „Das Angebot kann sich im Lauf des Tages verändern.“

GDL will auf jeden Fall streiken

Die Lokführergewerkschaft GDL hält am geplanten Streik bei der Deutschen Bahn fest. Damit müssen sich Fahrgäste am Montag und Dienstag auf große Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr einstellen. Um den Streik abzuwenden, hatte die Bahn der Gewerkschaft am Sonntag angeboten, zusätzlich über eine Corona-Prämie für die Beschäftigten zu verhandeln. GDL-Chef Claus Weselsky kritisierte, die Offerte sei das Papier nicht Wert, auf dem sie stehe. Er forderte ein konkretes Angebot, „nicht das "In-Aussicht-Stellen" eines Angebots“.
Auch der zweite Bahnstreik des Jahres vom 23.8. 2 Uhr bis zum 25.8. 2 Uhr wird zu großen Einschränkungen im Zugverkehr führen. Betroffen ist auch der Nahverkehr in Süddeutschland, also in den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern.
Bahnstreik aktuell Ersatzfahrplan Diese Fernzüge fahren trotz des Streiks regulär

Ulm

Die Deutsche Bahn kündigte an, dass Ersatzfahrpläne in die Reiseauskunft und die App DB Navigator eingearbeitet werden. Schon zwei Tage vor dem Streik ist für einige Bahnstrecken bekannt, welche Notfahrpläne gelten.

Bahnstreik: Diese Ersatzfahrpläne gelten in Baden-Württemberg

Der Ersatzfahrplan der Deutschen Bahn ist am Montagmorgen nach Beginn des bundesweiten Lokführerstreiks nach Angaben des Unternehmens stabil angelaufen. „Trotz des verlässlichen Grundangebots kann die DB nicht garantieren, dass alle Reisenden wie gewünscht an ihr Ziel kommen“, teilte die Bahn in ihrem Presse-Blog mit. Wenn möglich, sollten die Menschen ihre Bahnfahrten auf die Zeit nach dem Streik verschieben.
In der Nacht zum Montag weitete die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ihren seit Samstagnachmittag dauernden Streik wie geplant vom Güter- auf den Personenverkehr aus. Bis Mittwochfrüh, 2.00 Uhr, müssen sich Millionen Reisende auf massive Einschränkungen vor allem im Fernverkehr einstellen. Die Auswirkungen könnten je nach Region unterschiedlich sein, teilte die Bahn mit. Im Presse-Blog heißt es: „Streikschwerpunkt sind erneut die östlichen Bundesländer.“
Auf bahn.de/aktuell hat die DB schon einige Details zu den Auswirkungen des GDL-Streiks in Baden-Württemberg bekanntgegeben. Notfahrpläne wurden dort aber noch nicht veröffentlicht – abgesehen von den Strecken Crailsheim-Heilbronn und Miltenberg-Crailsheim, für diese gibt es schon Ersatzfahrpläne.
Die S-Bahn Stuttgart hat außerdem bekanntgegeben, dass die meisten Linien voraussichtlich im Stundentakt verkehren. Teilweise wird aber nur ein Teil der Strecken bedient oder man muss außerplanmäßig umsteigen. Zudem entfallen die Linien S12, S15 und S30 komplett.

GDL-Streik: Notfahrpläne in München und Bayern

Im Nahverkehr in Bayern werden ebenfalls viele Züge ausfallen. Ersatzfahrpläne in Tabellenform stehen aber nicht online. Die S-Bahn München plant, dass alle Hauptlinien mindestens im Stundentakt fahren, teilweise auch alle 20 oder 40 Minuten. Nur die Linie S 20 enfällt.

Go-Ahead, SWEG, Agilis – Privatbahnen sind nicht vom Streik betroffen

Weil sich die GDL nur mit der Deutschen Bahn in einem Tarifkonflikt befindet, sind private Bahngesellschaften nicht betroffen. Ihr Züge fahren also regulär. Auch in der Region Ulm/Neu-Ulm fahren auf einigen Strecken die Züge wie üblich: Das Unternehmen Go-Ahead betreibt die Regionalbahnen zwischen Stuttgart und Ulm. Die SWEG fährt von dort aus nach Heidenheim, Aalen, Ehingen und Munderkingen. Und mit den Zügen der Agilis kommt man von Ulm nach Ingolstadt und Regensburg.
Auf diesen Verbindungen kann es aber trotzdem zu Einschränkungen kommen. Denn es kann gut sein, dass auch Fahrdienstleiter der DB streiken.