BAföG: Was gilt für das Einkommen der Eltern?

Was für Freibeträge und Grenzen gelten beim BAföG 2024/25 für Eltern?
Boris Roessler/dpaDer Bundestag hat eine Reform des BAföGs beschlossen, welche insbesondere die Freibeträge betrifft. Was gilt jetzt das Einkommen der Eltern? Ab und bis zu welchem Einkommen der Eltern kann man BAföG bekommen? Und was macht es für einen Unterschied, ob die Eltern geschieden sind oder getrennt wohnen? Hier gibt es alle Freibeträge im Überblick.*
Neue BAföG-Freibeträge 2024 für Eltern
Das BAföG wird stets individuell auf Basis des eigenen Vermögens und Einkommens und der finanziellen Situation der Eltern oder möglichen Ehepartnern berechnet. Die am 13. Juni 2024 verabschiedete Reform des BAföG umfasst unter anderem eine Erhöhung der Elternfreibeträge. Das bedeutet, dass Eltern von BAföG-Empfängern in Zukunft mehr verdienen dürfen, ohne dass dies das BAföG negativ beeinflusst. Die Freibeträge steigen zum Wintersemester 2024/25 bzw. Schuljahr 2024/25 um 5,25 Prozent. Dadurch kann es sein, dass auch mehr Personen für BAföG berechtigt sind oder das BAföG für Empfänger steigt. Die genauen Details werden im Folgenden erklärt.
BAföG: Was gilt für das Einkommen der Eltern?
Die Freibeträge steigen zum Wintersemester 2024/25 bzw. Schuljahr 2024/25 um 5,25 Prozent:
- Für Eltern, die verheiratet bzw. in eingetragener Lebenspartnerschaft verbunden sind und zusammen leben, ergibt sich ein neuer Freibetrag von 2.535 Euro (vorher: 2.415 €).
- Für einen alleinstehenden Elternteil wächst der Freibetrag auf 1.685 Euro an (vorher: 1.605 €).
- Ehegatten, die nicht in einer Eltern-Kind-Beziehung zum Auszubildenden stehen (z. B. Stiefelternteil) verfügen künftig über einen Freibetrag von 845 Euro (vorher: 805 €).
- Für Kinder und sonstige Unterhaltsberechtigte, die nicht in einer förderungsfähigen Ausbildung stehen, werden jeweils 765 Euro (vorher: 730 Euro) auf das Elterneinkommen angerechnet.
Haben die Auszubildenden Geschwister, die in einer Ausbildung stehen, Eltern finanziell belasten und welche ebenfalls zur Förderung berechtigt wären, teilt sich der Anrechnungsbetrag (Einkommen minus dem Freibetrag) zu gleichen Teilen auf die Auszubildenden und die Geschwister auf. Verbleibt also z. B. ein Anrechnungsbetrag von 1.600 Euro, der auf insgesamt 4 Auszubildende umzulegen ist, so werden jeweils 400 Euro angerechnet.
Hier gibt es die aktuellen Regelungen für das Vermögen.
Einkommen höher als der Freibetrag?
Wenn das Einkommen der Eltern die Freibeträge überschreitet, heißt das nicht, dass kein BAföG gewährt wird. Bis zu dieser Grenze wird das Einkommen der Eltern lediglich nicht auf den BAföG-Anspruch angerechnet. Ein höheres Einkommen als die Freibeträge bedeutet erstmal nur, dass der BAföG-Anspruch nicht dem Höchstsatz entspricht, sondern entsprechend gekürzt wird.
Einkommensgrenze für Eltern: Ab wann gibt es (kein) BAföG?
Das Deutsche Studierendenwerk gibt als grobe Rechnung vor, dass Studenten auf eine BAföG-Teilförderung hoffen können, wenn die Eltern vor Steuerabzug und Sozialversicherungskosten etwa 40.000 Euro/Jahr zur Verfügung haben. Der BAföG-Höchstsatz ist möglich, wenn den Eltern maximal 20.500 Euro netto pro Jahr verdienen. Diese Werte sind jedoch nur grobe Schätzungen. Der tatsächliche Anspruch hängt von vielen Faktoren ab und muss individuell abgeklärt werden.
Ab wann gelten die neuen Freibeträge?
Die vorgesehenen Änderungen des BAföG, unter anderem die höheren Freibeträge, werden für Studenten zum Wintersemester 2024/25 in Kraft treten. Mit der Reform werden auch die Bafög-Sätze für Schüler angehoben. Die Erhöhung gilt dabei schon zum Beginn des Schuljahres 2024/25.
Einkommen der Eltern melden
Verändert sich während des Bewilligungszeitraums die Lebenssituation der Eltern oder Geschwister (z. B. Ende der Schule, Beginn Ausbildung/Studium, Veränderung der Einkünfte), muss das BAföG-Amt darüber informiert werden.
Quellen:
- Bundesministerium für Bildung und Forschung: Bafög-Reform 2024
- Bafög-Reform: Entwurf der Bundesregierung
*Alle Angaben ohne Gewähr.
