Nahrungsmittel, Strom, Heizung - vieles ist in den vergangenen Monaten teurer geworden. Deshalb werden die Stimmen immer lauter, die fordern, dass schnellstmöglich das BAföG für Studenten und Fachschüler erhöht wird. Wird es eine BAföG-Erhöhung 2023 geben? Hier gibt es alle bekannten Infos zu dem Thema:

Wieviel BAföG gibt es aktuell?

Die Abkürzung BAföG steht für Bundes­ausbildungs­förderungs­gesetz. Diese Studienförderung gibt es seit 1971. Wieviel jeder Student oder Fachschüler an staatlicher Finanzhilfe erhält, wird individuell errechnet. Ausschlaggebend sind hierbei das Einkommen der Eltern und das eigene finanzielle Vermögen des Antragstellers. Das BAföG wird in mehrere Bereiche eingeteilt. So gibt es den Grundbedarf, einen Wohnzuschuss, einen Kinderzuschlag und für alle ab 25 Jahren einen Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung. Mit der letzten Änderung des Gesetzes gibt es seit 1. August 2022 für den Grundbedarf 425 Euro und die Wohnzuschuss 360 Euro. Daraus ergibt sich eine maximale Förderung von 812 Euro pro Monat. Die Hälfte davon ist ein zinsloses Darlehen, das am Ende der Ausbildung zurückgezahlt werden muss.
Bei vielen BAföG-Empfängern kommt dann noch das monatliche Kindergeld dazu. Dieses beträgt seit der letzten Erhöhung ab dem 1.1.2023 250 Euro. Wer dann noch eigene Kinder hat oder sich selbst krankenversichern muss, weitere Finanzhilfen.

Kommt eine BAföG-Erhöhung im Jahr 2023?

Nach Einschätzung des Deutschen Studierendenwerkes reicht das BAföG nicht mehr aus. Es fordert mit Blick auf die hohe Inflationsrate und die hohen Energiepreise eine neuerliche Anhebung der Bafög-Sätze. „Die Bundesregierung muss das Bafög so schnell wie möglich erneut erhöhen“, sagte Generalsekretär Matthias Anbuhl der „Stuttgarter Zeitung“. „Sonst drohen viele Studentinnen und Studenten im Jahr 2023 in erhebliche finanzielle Schieflage zu geraten.“
Anbuhl beklagte, Bafög-Empfänger seien schlechter gestellt als andere, die eine Unterstützungsleistung des Staates bekämen. Dabei verwies er auf das Bürgergeld, das zum 1. Januar 2023 Hartz IV abgelöst hat. Das Bürgergeld solle das Existenzminimum abbilden. „Hier liegt der Regelsatz ab Januar bei 502 Euro“, sagte Anbuhl. „Der Grundbedarf beim Bafög liegt nur bei 452 Euro - also 50 Euro unterhalb von dem, was der Staat bei anderen als unbedingt zum Leben notwendig erachtet.“
Aktuell gibt es aus dem für das BAföG zuständige Bundesbildungsministerium keine bekannten Pläne, das BAföG im Jahr 2023 erneut zu erhöhen. Auch die Energiepauschale für Studenten in Höhe von 200 Euro ist zwar beschlossen, aber von der Umsetzung und Auszahlung noch weit entfernt. Mehr dazu gibt es in diesem Extraartikel:

Wie hat sich das BAföG in den vergangenen Jahren entwickelt?

In den vergangenen Jahren wurden die Sätze des BAföG immer wieder angepasst. So stieg etwa der Grundbedarf seit 2008 wie folgt:
  • 1.8.2008: 341 Euro
  • 1.8.2010: 348 Euro
  • 1.8.2016: 372 Euro
  • 16.7.2019: 391 Euro
  • 1.8.2020: 398 Euro
  • 1.8.2021: 427 Euro
  • 1.8.2022: 452 Euro
Die Zuschüsse für die Unterkunft kletterten in den vergangenen Jahren in diesen Schritten:
  • 1.8.2008: 146 Euro + 72 Euro
  • 1.8.2010: 224 Euro
  • 1.8.2016: 250 Euro
  • 16.7.2019: 325 Euro
  • 1.8.2022: 360 Euro