Zahlreiche Corona-Hilfen hat die Bundesregierung in den vergangenen Wochen auf den Weg gebracht: Es gab eine Energiepauschale für Rentner, Einmalzahlungen für Familien, die Gaspreisbremse ist startklar und auch eine Strompreisbremse wurde auf den Weg gebracht. Aber eine Coronahilfe hat fast keine Beachtung gefunden: Der „KulturPass“ für Jugendliche. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Was ist der Kulturpass?

Wegen der Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen konnte Jugendliche zwei Jahre lang keine Kultur erleben. Konzerte fielen aus, Festivals wurden abgesagt, Ausstellungen fanden nicht statt, Museen waren zeitweise geschlossen. Jetzt sollen die Jugendlichen ein bisschen Kultur nachholen - und der Staat will sie dabei unterstützen. Deshalb können Jugendliche (aber nicht alle) ein Guthaben von 200 Euro erhalten, das für Kultur ausgegeben werden kann.

Für wen gilt der Kulturpass?

Der Kulturpass, wie ihn die Bundesregierung vorgestellt hat, soll aber „erstmal“ nicht für alle Jugendlichen gelten. Er soll sich zunächst an alle Jugendlichen in Deutschland richten, die im Jahr 2023 18 Jahre alt werden. Laut Statistischem Bundesamt sind das etwa 750.000 Personen.

Gibt es den Kulturpass auch für andere Jugendliche?

Erstmal nicht, aber die Bundesregierung hat angekündigt, das Programm „bei erfolgreichem Verlauf“ in einem zweiten Schritt für Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren zu öffnen.

Ab wann gibt es den Kulturpass?

Noch gibt es dafür keinen genauen Zeitplan. Nur die grobe Ankündigung: Der Kulturpass soll ab dem zweiten Quartal 2023 an den Start gehen.

Wie funktioniert der Kulturpass?

Das Kulturguthaben in Höhe von 200 Euro kann zwei Jahre lang auf einer digitalen Plattform eingelöst werden. Diese Plattform soll auch als App verfügbar sein.
Auf der Plattform können sich laut Bundesregierung Kulturanbieter registrieren und dort beispielsweise Konzerte, Theater- und Kinovorstellungen anbieten. Auch Eintrittskarten für Museen oder Ausstellungen sowie Bücher oder Vinylplatten sollen zum Angebot gehören. Die Registrierung ist beschränkt auf lokale Kulturanbieter. Große Verkaufsplattformen und Online-Versandhändler sind ausgeschlossen. Der Name der Plattform ist noch nicht bekannt.

Wie und wo bekommt man den Kulturpass?

Wie genau die Jugendlichen die 200 Euro für Kultur bekommen, ist noch unklar. Müssen sie sich irgendwo registrieren? Wie weisen sie ihr Alter nach? All solche Fragen sind noch unbeantwortet.

Was wird der Kulturpass den Staat kosten?

Die Bundesregierung stellt für das Pilotprojekt 100 Millionen Euro zur Verfügung. Das hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags am 10. November 2022 beschlossen. Die Mittel kommen aus dem Etat der Staatsministerin für Kultur und Medien.