44 Jahre alter Cold Case: Mord an 13-jähriger Sonja Hurler aus Kempten bei Aktenzeichen XY

Die 13 Jahre alte Sonja Hurler wurde im Sommer 1981 im Allgäu vergewaltigt und ermordet. Nun fahndet die ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst mit neuen Hinweisen auf den Täter. Die Ermittler gehen von einer Verbindung zu einem weiteren ungelösten Sexualmord an einem Teenager in Mittelfranken aus.
Polizeipräsidium Schwaben/Südwest, Nadine Rupp/ZDF- ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ beleuchtet 44 Jahre alten Cold Case Mord an Sonja Hurler.
- Ermittler sehen Verbindung zu einem weiteren Sexualmord an Marion Baier aus dem Jahr 1973.
- Beide Opfer waren Teenager, wurden missbraucht und ermordet – Parallelen zu Festen in der Nähe.
- Ermittler bitten um Fotos von damaligen Festen und setzen auf DNA-Analyse und Zeugenhinweise.
- 10.000 Euro Belohnung für Hinweise zur Aufklärung beider Fälle ausgesetzt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die beiden Fälle sind 52 beziehungsweise 44 Jahre alt – und trotzdem hat die Polizei die Suche nach dem Mörder zweier Teenager noch nicht aufgegeben. In der Januar-Ausgabe der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst stellen die Ermittler die Fälle vor. Und sie erklären, warum sie einen Zusammenhang sehen – obwohl die Tatorte in Kempten und Mittelfranken rund 150 Kilometer Luftlinie auseinanderliegen.
Der erste Fall 1973: Marion Baier
Der erste Mordfall stammt aus den 70er-Jahren. Das Opfer, Marion Baier, war zwölf Jahre alt. Wie die Ermittler später rekonstruierten, hatte sie am 1. Juli 1972 das Fischerfest in Zirndorf im Landkreis Fürth besucht. Am nächsten Morgen fand ein Bauarbeiter die Leiche des Mädchens auf dem Gelände eines Neubaugebiets. Da die Leiche teilweise entkleidet war, gehen die Ermittler von einem Sexualmord aus.

Der Fahndungsaufruf des Polizeipräsidiums Mittelfranken mit einem Bild von Marion Baier, einer Karte der Örtlichkeiten und Fotos von wichtigen Beweisstücken beziehungsweise dem Fundort der Leiche.
Polizeipräsidium MittelfrankenObwohl die Spurenlage gut war, konnte die Polizei den Täter aber nie fassen. Schon früh baten die Mordermittler mit Fotos vom Tatort und von Beweismitteln um Hinweise. Dabei handelte es sich um Schuhabdrücke mit dem Sohlenprofil einer bekannten Turnschuhmarke. Außerdem wurde am Tatort ein Silbermedaillon gefunden. Dieses zeigt auf der einen Seite den Heiligen Christophorus, auf der anderen Seite die Worte „Gott schütze dich“. Die Ermittler gehen davon aus, dass es dem Täter gehörte.
Die Beweise kamen auch in einem ersten Aktenzeichen XY-Beitrag im Jahr 1974 vor – allerdings kam damals kein entscheidender Hinweis auf den Täter.
Der zweite Fall 1981: Sonja Hurler
Im Jahr 1981 sorgte im Allgäu ein ähnlicher Fall für Schlagzeilen. Die 13-jährige Sonja Huler war in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli in Kempten verschwunden. Zuvor hatte sie sich mit ihrer Mutter gestritten, zu Fuß wollte sie dann zu ihrer Großmutter in das Dörfchen Heiligkreuz gehen. Doch dort kam sie nie an.
Die Vermisstensuche endete drei Monate später tragisch: Sonjas Leiche wurde im Oktober 1981 in der Nähe eines Stadels gefunden. Die Untersuchungen zeigten: Auch sie wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Und auch in Sonjas Fall kamen die Ermittler nicht so recht voran.

Nach Bildern wie diesem sucht die Polizei im Zusammenhang mit dem Mord an der 13 Jahre alten Sonja Hurler in Kempten. Zur Tatzeit am 4. Juli 1981 hatte es ein Sommerfest an der heutigen Tom-Mutters-Schule im Kemptener Stadtteil Thingers gegeben.
Polizeipräsidium Schwaben SüdwestImmerhin gab es zwei Anhaltspunkte: Zum einen hoffte die Polizei auf Zeugenhinweise. Denn am Tag von Sonjas Verschwinden hatte im Kemptener Stadtteil Thingers ein Sommerfest stattgefunden. Möglicherweise hatten Besucher dieses Festes Sonja oder ihren Mörder gesehen. Die Ermittler baten auch darum, dass Privatleute der Polizei Fotos von diesem Sommerfest zur Verfügung stellen sollten. Doch die Auswertung blieb bislang erfolglos.
Und eine weitere wichtige Spur ergab sich im Laufe der Zeit: Mit dem Aufkommen der DNA-Analyse wurden viele Cold Cases wieder aufgerollt, so auch Sonjas Mord. Tatsächlich konnte an den Beweisen genetisches Material sichergestellt werden. Die Polizei hatte eine Reihenuntersuchung auf die Beine gestellt. Dabei wurden 300 Männer getestet, die zum Tatzeitpunkt in der Nähe wohnten. Allerdings war kein Treffer dabei.
Die Parallelen
In der Zwischenzeit haben die beiden Polizeipräsidien erkannt, dass es wichtige Parallelen in dem Fall gibt: Beide Mädchen waren ähnlich alt, bei beiden fanden zum Tatzeitpunkt Feste in der Nähe statt, beide Opfer wurden missbraucht und getötet. Über die genauen Umstände der Tötungen ist bislang nichts bekannt, auch nicht, ob übereinstimmende DNA-Spuren eine Rolle spielen.
Etwas mehr Licht ins Dunkel könnte am Mittwochabend (21.01.2026) die Sendung Aktenzeichen XY ... ungelöst bringen. Denn dort sollen die Fälle noch einmal vorgestellt werden. Die Polizei interessiert sich auch weiterhin für Fotos von damals, die Besucher der beiden Feste aufgenommen haben und die möglicherweise noch in alten Fotoalben schlummern.
10.000 Euro Belohnung
Das Landeskriminalamt hat für Hinweise eine Belohnung ausgesetzt. Für Informationen, die zur Aufklärung des Mordes an Marion Baier oder zur Ergreifung ihres Täters führen, gibt es 10.000 Euro Belohnung.
Hier ist die Sendung zu sehen
Aktenzeichen XY ... ungelöst (live)
moderiert von Rudi Cerne
21. Januar 2026
20.15 Uhr
ZDF

