Ungeklärter Mordfall: Neue DNA-Spuren nach 42 Jahren – Polizei bittet Hunderte Männer um Speichelprobe

Sonja Hurler wurde 1981 in Kempten ermordet. Die Polizei sucht ihren Mörder bis heute.
Collage: Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, PixabayNach neuen DNA-Spuren im ungeklärten Mordfall an der 13-jährigen Sonja Hurler aus dem Jahr 1981 haben Ermittler im Allgäu Hunderte Männer zu Speichelproben aufgerufen. Betroffen seien zwischen 200 und 300 Männer, die damals in einem Kemptener Stadtteil in der Nähe des Fundorts der Leiche wohnten, teilte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West am Freitag mit. Bei einer Reihenuntersuchung solle deren DNA mit den Spuren verglichen werden.
13-Jährige hat Streit mit ihrer Mutter – und kommt nie bei ihrer Oma an
Das Opfer war in der Tatnacht zum 5. Juli 1981 laut Polizei nach dem Besuch des Kemptener Stadtfests in der Gaststätte Geflügeltes Rad in Kempten mit seiner Mutter in Streit geraten. Danach hatte sich die 13-Jährige gegen 1.30 Uhr zu Fuß allein auf den Weg zum Haus ihrer Großmutter im Stadtteil Heiligkreuz gemacht. Dort kam das Mädchen aber nie an. Ihre Leiche wurde drei Monate später unter einem Stadel gefunden.
Nach Angaben der Ermittler hatten in der Tatnacht mehrere Anwohner des Stadtteils Thingers Hilfeschreie eines jungen Mädchens gehört. Zudem hätten Augenzeugen beobachtet, wie eine Gruppe von vier bis sechs männlichen Jugendlichen ein um Hilfe rufendes Mädchen durch den Stadtteil bis hinter den damaligen Thingerstreff am Schwabelsberger Weiher zogen.
Die Todesursache ist bis heute ungeklärt
„Die eindeutige Todesursache konnte aufgrund des Zustands der Leiche nie festgestellt werden. Wir gehen von einem vorangegangenen Sexualdelikt aus“, sagte die Kemptener Oberstaatsanwältin Katrin Eger bei einer Pressekonferenz am Freitag. Aufgrund verfeinerter wissenschaftlicher Methoden ist es gelungen, mutmaßlich tatrelevante DNA-Spuren zu sichern, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Ermittler hofften auch auf neue Zeugen.
Zeugen brauchen keine Strafe mehr fürchten
Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, die etwas vom Verschwinden oder der Ermordung des Mädchens mitbekommen haben, sich bei den Ermittlern zu melden. Entweder telefonisch unter 0831/9909-1991 oder online über das Kontaktformular des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West.
Die Ermittler vermuten, dass sich einige Zeugen bisher nicht gemeldet haben, weil sie befürchten, selbst beispielsweise wegen unterlassener Hilfeleistung belangt zu werden. Doch 42 Jahre nach der Tat sind alle Straftaten verjährt, die nicht unmittelbar mit der Ermordung von Sonja Hurler zusammenhängen.
